Was eine „schlechte“ Firma ist, wird wahrscheinlich jeder für sich selbst definieren müssen. So unterschiedlich wie wir als Einzelpersonen sind, so unterschiedlich sind wahrscheinlich auch die Definitionen, welche Firma gut oder schlecht ist. Daher kommt hier meine subjektive Einschätzung.

Kontrollwahn statt Ergebnisorientierung

Ich persönlich schätze an einer Firma, wenn sie ihren Mitarbeitern Freiheitsgrade einräumt. Das bedeutet für mich konkret: Mitarbeiter werden an ihren Ergebnissen gemessen, nicht so sehr daran wie genau sie diese erreichen. Heißt wenn die Chefs mehr Wert darauf legen, wer wie lange im Büro ist, als darauf, wer welchen Beitrag zum Erfolg liefert, läuft meiner Meinung nach etwas verkehrt.

Effizienz und Effektivität sind für mich viel wichtiger, als wie viel Zeit jemand für eine Aufgabe verwendet. Finden im Büro Wettbewerbe statt, wer abends am längsten bleibt, finde ich das suspekt. Denn wer seine Zeit gut einteilen und planen kann, der muss nicht ständig länger bleiben. Und wer stundenlang hoch konzentriert arbeitet, der ist irgendwann einfach nicht mehr produktiv. Und dann noch im Büro „rumzuhängen“ nur um Anwesenheit zu demonstrieren, finde ich sinnlos. Dennoch hat natürlich auch die Anwesenheit im Büro ihre Vorteile: hier können Netzwerke gepflegt werden und nicht selten entspringen super Ideen aus dem informellen Gespräch aus der Kaffeeecke. Aber Anwesenheit nur um der Anwesenheit willen, ist für mich ein Symptom einer Firma, die nichts für mich ist.

Mitarbeiterentwicklung wird als überflüssig angesehen

Feedback Fehlanzeige? Schulungen oder Weiterbildung ist Geldverschwendung? Das sind für mich klare Zeichen, dass Mitarbeiterentwicklung als unwichtig angesehen wird. Und das ist für mich ein Symptom einer schlechten Firma. Wenn Dein Chef sich maximal einmal im Jahr zu einem Mitarbeitergespräch durchringen kann und dich dieses dann auch nicht wirklich weiterbringt, ist das ein Zeichen dafür, dass Deine Entwicklung keine wirkliche Priorität hat. Manchmal bieten solche Laissez-fair Firmen auch ihre Vorteile. Insbesondere dann, wenn Du gut darin bist Strategien und Wege für Dich selbst zu finden. Aber wenn Du auf aktive Unterstützung Deines Chefs angewiesen bist, dann kann so ein Unternehmen natürlich zum Problem werden. In diesen Fällen hilft es, bereits im Vorstellungsgespräch das Thema Mitarbeiterentwicklung anzusprechen. Zum Beispiel, in dem Du nachfragst, ob regelmäßige Feedbackgespräche geplant sind. Oder in dem Du nach Schulungen fragst. An der Reaktion kannst Du oft schon ablesen, ob das Thema in der Firma Prio hat oder nicht.

Unklare Zielsetzung und Strategie

Ich finde es wichtig zu wissen, wohin ein Unternehmen unterwegs ist. Und für welche Werte das Unternehmen steht. Welche Strategie wird verfolgt? Denn ich möchte ich mit der Strategie identifizieren können. Auch finde ich es ein Riesenplus, wenn die Produkte zumindest ein paar Emotionen wecken. Glaube ich an die Produkte und Ihre Wirkung? Machen wir das Leben unserer Kunden ein bisschen besser? Für den ein oder anderen mag das nicht so wichtig sein, aber letztendlich ist das ja das „warum“ ich jeden Morgen zur Arbeit gehe? Dabei muss nicht jedes Produkt alle Probleme der Menschheit lösen. Mir reicht es zu sehen, dass das Produkt einen gewissen Wert erfüllt und vor allem, dass das Unternehmen eine klare Strategie für die Zukunft hat. Denn das bedeutet ja auch wieder Weiterentwicklung und Zukunftsaussichten für mich als Mitarbeiter.

Überlege Dir vorher was Du willst

Wie hier bereits geschrieben, bedeutet Vorstellungsgespräch auch, dass ein Unternehmen sich bei Dir vorstellt. Daher finde ich persönlich es sehr wichtig, dass Du Dir gerade im Bewerbungsprozess klar machst, was für Dich ein „gutes“ Unternehmen ist. Welche Anzeichen deuten für Dich darauf hin, dass ein Unternehmen „gut“ ist und Deine Werte mit dem Unternehmen übereinstimmen. Denn nur dann kannst Du im Vorstellungsprozess darauf achten, ob diese Kriterien bei dem Unternehmen auch erfüllt sind.

1 – Das Mindset im Mitarbeitergespräch ist extrem wichtig. Mache Dir das auf jeden Fall vorher bewusst. Gehe nicht einfach in das Gespräch hinein und warte, was von deinem Chef kommt. Kommt nämlich wenig bis nichts, dann bist Du meist unvorbereitet, das Gespräch in deinem Sinne zu lenken. Dein Input ist mindestens genauso wichtig, wie der deines Chefs.

2 – Überlege dir vorher was Du aus dem Gespräch mitnehmen willst. In vielen Firmen ist das Mitarbeitergespräch nur einmal im Jahr vorgesehen. Das heißt es ist eine Chance, die Du nur selten bekommst. Daher solltest Du Dir vorher auf jeden Fall bewusst machen, was Deine Ziele sind. Schreibe diese am besten auf und priorisiere sie. Auch ist es wichtig, dass Du Ziele für verschiedene Bereiche hast: Feedback, Weiterentwicklung/Karriere, neue Inhalte/Projekte und natürlich die finanzielle Perspektive.

Mit dem richtigen Mindset im Mitarbeitergespräch gutes Feedback erhalten

3 – Wenn Dein Chef Dir fortlaufend Feedback gibt, ist das prima. Doch viele Chefs vergessen es schlicht ihren Mitarbeitern im Alltag Feedback zu geben. Daher sollte ein gutes Mitarbeitergespräch auf jeden Fall Feedback enthalten. Überlege Dir vorher zu welchen Themen (zum Beispiel bestimmte Projekte, Präsentationen, Kundentermine,….) Du besonders gerne Feedback hättest. Und frage konkret danach, wenn dein Chef kein Feedback gibt.

4 – Zu gutem Feedback gehört auch, dass man gemeinsam überlegt, wie man an Herausforderungen arbeiten kann. Das ist der Bereich der Weiterentwicklung. Wo hast Du Verbesserungspotential und wie kannst Du daran arbeiten. Dein Mindset im Mitarbeitergespräch sollte sein, so gut wie möglich zu verstehen, was Dein Chef von Dir erwartet. Denn nur dann kannst Du seine Maßstäbe, an denen Du mit deiner Leistung gemessen wirst nachvollziehen.

5 – Gehe immer mit konkreten Maßnahmen aus dem Mitarbeitergespräch. Welche Projekte wirst Du in Zukunft übernehmen? Welche Fortbildung besuchen? Welche zusätzliche oder neue Verantwortung kannst Du übernehmen. Schreibe dies auf jeden Fall auch mit, damit Du es später beispielsweise auch mit deiner schriftlichen Zielvereinbarung abgleichen kannst. Deckt sich diese mit deiner Dokumentation ist das ein gutes Zeichen, dass Du und Dein Chef das gleiche Verständnis der nächsten Schritte habt.

Neue Inhalte und Projekte definieren

6 – Das Mitarbeitergespräch ist auf jeden Fall auch der Moment, um über deine weitere Karriereentwicklung zu sprechen. Willst Du mehr Verantwortung oder größere Projekte übernehmen, oder geht es Dir eher um die inhaltliche Weiterentwicklung? Dann ist jetzt der Moment das konkret anzusprechen. Warte nicht darauf, dass dein Chef deine Gedanken liest.

7 – Mache konkrete Vorschläge, wie das aussehen kann. Du solltest möglichst konkret werden. Sage nicht einfach: „Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen“. Sondern schlage ein konkretes Thema, Event, Kunden, Projekt, etc. vor, in dem Du das tun kannst. Dein Mindset Im Mitarbeitergespräch sollte sein, sogar schon konkrete Vorschläge zur Umsetzung zu machen. Damit bekommt Dein Chef ein klareres Bild von deiner Vision und kann auf dieser Basis konkreter eine Entscheidung treffen.

Mit dem richtigen Money Mindset im Mitarbeitergespräch

8 – Du musst auch deine finanzielle Weiterentwicklung ansprechen. Lies dazu auf jeden Fall auch hier nach, wie Du eine Gehaltsverhandlung richtig vorbereitest. Wie immer denke daran, dass Du auch Alternativen anbieten kannst: Zum Beispiel mehr Urlaubstage oder eine teure Schulung. Diese Dinge solltest Du auf jeden Fall vorher schon überlegt haben, damit Du im Gespräch verhandlungsbereit bist.

9 – Wenn Du schon weißt, dass das Thema Gehalt ein kritischer Knackpunkt wird, solltest Du auch bereits vorab einen Plan B recherchiert haben. Was tust Du, wenn der Chef sich nicht bewegt und auf keines Deiner Angebote eingeht? Was ist deine letzte Konsequenz? Bleibst Du trotzdem oder wirst Du Dir etwas Neues suchen. Vorsicht vor leeren Drohungen. Diese schädigen deine Verhandlungsposition nachhaltig.

Dein generelles Mindset im Mitarbeitergespräch

10 – Insbesondere Frauen neigen dazu, im Gespräch nicht klar genug zu kommunizieren, was Sie wollen. Sie verstecken sich hinter Andeutungen und wundern sich, wenn die Botschaft bei Ihren männlichen Chefs nicht ankommt. (Und ja das weiß ich aus eigener Erfahrung 😉 Daher formuliere deine Botschaften klar: „Ich wünsche mir,….“ Oder „Ich schlage vor, dass…“

Viel Erfolg – mit diesem Mindset schaffst Du das mit links!

 

 

 

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Enttäuscht vom Job

Warum sind eigentlich so viele junge Frauen enttäuscht vom Job? Ich glaube hier kommen einfach sehr viele Themen zusammen und ich möchte einmal versuchen das irgendwie aufdröseln. Und natürlich möchte ich Dir eine praktische Hilfestellung an die Hand geben, wie Du aus der Jobkrise rauskommen kannst.

Aber zuerst einmal: Woher kommt es eigentlich, dass wir oft so enttäuscht vom Job sind?

Aller Anfang ist das Studium – und danach ist man enttäuscht vom Job

Auch wenn man im Studium viel lernen muss und oft mit weniger Geld auskommen muss, trotzdem ist es für viele eine absolut geniale Zeit. Aber woran liegt das eigentlich? Für mich war es hauptsächlich die riesige Abwechslung, die das Studium so klasse gemacht hat. Ständig neue Fächer, Seminare, Praxisprojekte, Auslandssemester und neue Leute, Leute und Leute. Langeweile absolut Fehlanzeige. Und wenn doch mal etwas doof war – dann war es ja spätestens nach einem Semester vorbei. Im Job – gerade in vielen Einstiegsjobs – sieht das anders aus: Zunächst mal muss man die Routinen des Unternehmens kennenlernen. Das bedeutet oft 9 to 5. Die gleichen Kollegen. Die gleichen Abläufe. Wenn dann noch Unterforderung dazu kommt, oder die Inhalte einfach doof sind, kann der Job schnell zum Frustfaktor werden.

Der Chef – ein absolut kritischer Faktor für die Jobentwicklung

Man liest oft inspirational quotes, in denen es heißt, man solle sich für einen Chef entscheiden, nicht für einen Job. Oder lieber in einer schlechten Firma mit gutem Chef, als in einer guten Firma mit schlechten Chef arbeiten. Und da ist auf jeden Fall ein Funken Wahrheit dran. Es kann unfassbar demotivierend sein, z.B. kein Feedback zu bekommen oder viel zu wenig Feedback. Gerade am Anfang des Berufslebens, hat man oft so viel Potenzial, das noch ausgeschöpft werden will. Gleiches gilt für über- oder unterfordernde Aufgaben. Hier braucht ein Chef viel Gespür für das richtige Maß an Verantwortung und Vertrauen. Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit vielen Freiräumen klar, andere blühen erst richtig auf, wenn sie ganz viel selbst entscheiden dürfen. Ein guter Chef merkt das.

Das richtige Unternehmen – Was ist mein Purpose?

Mittlerweile haben wir ja schon verstanden, dass das „warum“ ganz wichtig ist. Das heißt wir wollen verstehen, warum das Unternehmen und seine Produkte gut sind, was der Zweck des Unternehmens in der Welt ist. Idealerweise stimmt das mit unseren Werten überein. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen auch, dass wir einen Zweck für das Unternehmen erfüllen. Warum sind wir wichtig im großen Ganzen. Wofür ist unsere Arbeit gut? Klasse Unternehmen schaffen es, jedem Mitarbeiter zu vermitteln, warum er wichtig ist und honorieren dies auch. In viel zu vielen Unternehmen, sind Mitarbeiter weiterhin aber nur ein „Kostenfaktor in der Leistungserstellung“ wie in einem BWL Lehrbuch. Das ist nicht motivierend. Und bedeutet, auch wenn die Produkte einer Firma noch so toll sind, wenn ich mich nutzlos und nicht wertgeschätzt fühle, schlägt das auf die Motivation.

 

Du bist enttäuscht vom Job? 10 Dinge, die du tun kannst:

  • Versuche herauszufinden, was genau dich enttäuscht: Ist es die Tätigkeit (zu langweilig oder zu anspruchsvoll), der Chef oder das gesamte Unternehmen?
  • Wie lange bist Du schon im Job? Nach einem halben Jahr kannst Du noch kein gutes Urteil fällen, mit fünf Jahren Frust hingegen, solltest Du wahrscheinlich schnell etwas ändern.
  • Hast Du schon aktiv Maßnahmen zur Veränderung angestoßen? Zum Beispiel ein direktes Gespräch mit deinem Chef. Gerade Frauen belassen es oft bei Andeutungen und Chefs verstehen diese dann unter Umstände nicht. Du solltest unter vier Augen direkt ansprechen, was dich stört
  • Bringe konkrete Vorschläge für Veränderung mit, z.B. welches Projekt Du übernehmen möchtest oder welche Stelle du gerne übernehmen willst
  • Dir fehlen bestimmte Kenntnisse, schlage Schulungen oder Maßnahmen vor, mit denen Du diese erwerben kannst
  • Bringe ein wenig Geduld mit. Von einem auf den anderen Tag ändert sich gerade in großen Unternehmen wenig, aber warte auch nicht ewig auf Veränderungen.
  • Falls Dein Chef sehr passiv ist, kannst Du durch aktives Netzwerken versuchen an andere Förderer oder potenzielle Mentoren heranzukommen
  • Spiegele Deine Sichtweise mit Kollegen deines Vertrauens oder mit Freunden, die in Deiner Branche Erfahrung haben. Hole Dir ein ehrliches Fremdbild ein.
  • Schmeisse nicht alles hin, nur um einem Gespräch mit dem Chef aus dem Weg zu gehen. Bevor Du es nicht versucht hast, kannst Du schließlich nicht wissen, ob sich nicht doch etwas ändern kann.
  • Hast Du all diese Schritte (ernsthaft) unternommen und es tut sich immer noch nichts, dann ist es wahrscheinlich an der Zeit die Fühler auszustrecken. Stelle sicher, dass Du wirklich mit gutem Gewissen, alles getan hast, um an den Problemen zu arbeiten, dann kannst Du auch mit gutem Gewissen weiterziehen.

 

 

 

 

 

Foto von Jeffrey Czum

 

Assessment Center

Da ist er „the Big Day“ – heute startet dein neuer Job. Klar ist, Du solltest wissen, wo du parken kannst, wo es rein geht und was Du anziehst. Aber ich finde es gibt noch viel Wichtigeres, was Du an deinem ersten Tag im neuen Job tun solltest.

Hier meine very personal Top 3:

3 – Finde heraus warum es deinen Job überhaupt gibt: Hört sich erstmal komisch an, aber ich persönlich finde das extrem spannend zu erfahren. Außerdem ist es wichtig zu wissen, was von Dir in deiner Rolle erwartet wird. Beispiel: Ist dein Job neu geschaffen worden, weil die Aufgabe plötzlich wichtig oder relevant geworden ist, musst Du sicher anders vorgehen, als wenn Du den Job von jemandem übernimmst, der diesen jahrelang bereits ausgeführt hat. Noch kniffeliger wird es, wenn der Job geteilt wurde, d.h. deine Aufgaben jemand anderem „weggenommen“ wurden, weil es zu viel wurde.

2 – Atme tief durch bevor Du eine Forderung stellst: Oft birgt der erste Tag auch Potential für Enttäuschung. Die Honeymoon Phase des „Bewerbens“ ist vorbei Du hast ja schließlich unterschrieben. Dein Sitzplatz ist am Flur und das Smartphone auch nicht mehr das Neuste? Die Kollegen haben die Urlaubstage bereits ohne Dich verteilt oder dein erstes Projekt wirkt auf den ersten Blick nicht wirklich spannend. Schalte nicht sofort in den Mecker-Modus, sondern warte erstmal ab. Spare dir deine geballte Verhandlungspower am besten für Themen auf, die wirklich wichtig sind und wo deine Forderungen auch erfolgsversprechend sind. Und welche Themen das sind kannst Du am ersten Tag noch nicht wissen. #Abwartenundteetrinken

1 – Finde deine Comfort Zone: Jeden Tag ein kleiner Glücksmoment – ohne das geht es einfach nicht. Denn ihr wisst ja Erfolg ohne Spaß ist einfach kein Erfolg. Daher finde ich es total wichtig schnell Dinge, die ich für die kleinen Glücksmomente des Tages brauche auch im neuen Job am Start zu haben. Für mich ist das, wo (verdammt nochmal) morgens ein leckerer Kaffee herkommt. Sei es aus der Kantine oder auf dem Arbeitsweg. Was es auch für dich ist: Finde es heraus und dann mache deinen täglichen Glücksmoment für Dich möglich.

Bildquelle des Titelbilds: https://www.pexels.com/photo/red-rose-flowers-bouquet-on-white-surface-beside-spring-book-with-click-pen-and-cup-of-cofffee-1410226