Mein verrücktestes Vorstellungsgespräch

Manche Gespräche bleiben einem einfach in Erinnerung. Heute möchte ich Euch mein verrücktestes Vorgestellungsgespräch erzählen. Bzw. von den beiden Verrücktesten – Einmal war ich Bewerber und einmal Recruiter.

 

Mein verrücktesten Vorstellungsgespräch und ich als Bewerberin mittendrin

Das merkwürdigste Gespräch, bei dem ich selbst Bewerber war, war bei einem spanischen Familienbetrieb, der in Deutschland eine Niederlassung eröffnen wollte, in der ich einen Teilbereich der Aufgaben als Manager übernehmen sollte (nebst Aufbau des entsprechenden Teams). Das Ganze war über einen Headhunter eingefädelt worden und schon in der Anbahnung gab es Merkwürdigkeiten (z.B. sehr lange Wartezeiten, kurzfristige Terminan- und Absagen etc.). Die Stelle klang aber unheimlich attraktiv und deshalb ignorierte ich alle Warnzeichen. Als das Gespräch dann tatsächlich stattfand, stellte ich mich pünktlich und umfassend zum Thema vorbereitet zum Termin ein. Ich ging davon aus, dass bei der Besetzung einer so wichtigen Stelle insbesondere Fachkenntnisse, Managementkompetenz, Branchen Know-How, etc. im Vordergrund stehen würden. Aber weit gefehlt. Mir gegenüber im Gespräch saß der Junior-Chef – geschätzte Anfang 20. Er fing an mir Fragen zu stellen, allerdings benutzte er nur sogenannte öffnende Fragen, d.h. Fragen bei denen Abschätzungen, Einschätzungen, Meinungen, etc. abgefragt werden. Meine persönlichen Highlights: Wenn Sie ein Tier wären, was für ein Tier wären Sie und warum? Sie laufen in einem Marathon, neben Ihnen stürzt ein Läufer. Helfen Sie auch wenn Sie den Sieg verpassen? Sie möchten ein Haus bauen. Wie viele Stockwerke bauen Sie?

 

Die komischen Fragen wollten nicht aufhören

Mit jeder Frage (das ganze lief auch noch komplett in Englisch) wurde ich irritierter. Ich finde es ja ganz witzig, wenn in einem Vorstellungsgespräch mal eine solche Frage gestellt wird. Schließlich lockern solche öffnenden Fragen das Gespräch auch auf, bzw. man kann etwas zu seiner Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Aber das ganze Gespräch bestand nur aus solchen Fragen. Irgendwann wurde mir klar, dass er die Fragen von einem Blatt ablas und den Fragekatalog scheinbar aus dem Internet heruntergeladen hatte. Auch der Headhunter schaute recht irritiert in der Gegend herum. Am Ende des Gesprächs konnte ich meine Überraschung fast nicht mehr verstecken und mir schwirrte der Kopf vor lauter Rumgelaber. Den Job habe ich übrigens nicht bekommen. Ob es am Löwen gelegen ist oder den drei Stockwerken, habe ich nie erfahren aber das Gespräch wird mir immer als mein verrücktestes Vorstellungsgespräch in Erinnerung bleiben.

 

Mein verrücktestes Vorstellungsgespräch als Chefin

Mein verrücktestes Vorstellungsgespräch, in dem ich auf der Recruiter Seite saß, fing eigentlich ganz normal an. Der Bewerber war gut gekleidet und vorbereitet. Einzig, dass er eine große Tasche dabei hatte, die er sehr auffällig und vorsichtig auf den Stuhl neben sich legte, stach mir ins Auge. Das Gespräch selbst verlief völlig normal und sympathisch. Zum Schluss des Gesprächs wurde er dann sichtlich nervös und kramte umständlich aus seiner Tasche einen Tupper hervor. Darin fein säuberlich aufgereiht: Sushi. Seine Erklärung: Er habe bei Xing gesehen, dass ich mich für Sushi interessiere und da seine Freundin dieses herstellen kann, hätte er mir welches mitgebracht. Ich wusste nicht, was ich Erwidern soll. Aufmerksam sein ist das eine, selbstgemachtes Sushi mitbringen das andere….

 

Ich glaube diese beiden Beispiele illustrieren sehr deutlich, dass bei aller Liebe zu Kreativität manchmal die konventionellere Vorgehensweise die Beste ist. Du kennst den anderen nicht und kannst nicht einschätzen, wie er bestimmte Vorgehensweisen aufnehmen wird. Insofern rate ich eigentlich immer, zwar authentisch aber nicht crazy zu sein. Was ist das Verrückteste, was Dir in einem Vorstellungsgespräch passiert ist?

 

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