Mit Ängsten besser umgehen – das ist wirklich ein absoluter Schlüssel, wenn wir uns Weiterentwickeln wollen. Denn Veränderungen und Wachstum kann einem schon mal Angst machen. Sogar, wenn es eine total positiver Veränderung, wie zum Beispiel eine lang ersehnte Beförderung ist.

Angst? Ich auch!

Wer mich persönlich kennen lernt, wäre wahrscheinlich überrascht, was für irrationale Ängste mich schon heimgesucht haben. Jetzt könnte ich stundenlang philosophieren, wo das herkommt. Aber es sei soviel gesagt, ich gehöre nicht zu den “happy go lucky” Typen, die mit einem Augenaufschlag und einem Lächeln alles im Leben erreichen können. Im Gegenteil – in eine neue Gruppe von Menschen zu kommen, fühlt sich nach wie vor nicht so toll an. Und sogar berufliche Projekte fühlen sich manchmal eine Nummer zu groß an. So richtig wurde mir das in einer konkreten Situation klar: Ich war auf einer Führungskräfteschulung für neue Mitarbeiter. Und mir war richtig mulmig bevor ich den Raum mit den vielen neuen Menschen betrat. Erst Abends fasste ich langsam Vertrauen und kam mehr in meinerm Komfortzone an. Einer der neuen Kollegen erzählte mir freudestrahlend, wie sehr er sich auf die vielen neuen, interessanten Leute gefreut hatte. Ein absoluter AHA Moment! Nummer 1: Wow ich hatte Angst und andere nicht! Nummer 2: Ich kann die Geschichte, die ich mir selbst erzähle beeinflussen und sogar verändern!

Change the narrative!

Was meine ich damit, meine “Geschichte zu verändern”? Damit meine ich, dass ich Situationen jetzt viel mehr aus einer neutralen Position sehe. Statt darüber nachzugrübeln, wie unangenehm etwas werden wird, versuche ich jetzt das positive herauszustellen. Da kommt mir die Einstellung meines Kollegens genau recht: Vor großen Veranstaltungen sage ich mir: Du wist tolle, neue Leute kennen lernen! Und nicht mehr: Was ist wenn Du alleine in der Ecke stehst und niemand mit dir redet. Denn über die allermeisten Situationen, kann man auf unterschiedliche Weise denken und zu sich selbst sprechen. Der Kollege hatte das übrigens gar nicht nötig. Er war einfach eine menschenfreundliche Rampensau. Aber sei Dir sicher, dass auch dieser Kollege irgendwelche Themen hat, die ihm Angst machen. Und dass das wahrscheinlich Dingen sind, die Dir nicht mal in den Sinn gekommen wären. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt: der kognitiven Verzerrung, die Dich daran hindert zu erkennen, dass die vermeitliche Bedrohung in Realität viel kleiner ist.

Was die kognitive Verzerrung bewirkt

Die kongnitive Verzerrung ist ein Begriff aus der Verhaltenstherapie. Im Bezug auf Ängste bedeutet diese, dass wir unsere Angst in vier Dimensionen falsch einschätzen:

  • Die Gefahr an sich wird irrational vergrößert
  • Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird viel zu hoch eingestuft
  • Die eigenen Möglichkeiten und Ressourcen mit der Gefahr (im Fall, dass sie tatsächlich eintritt) umzugehen, wird unterschätzt
  • Die Möglichkeiten sich Hilfe/Ressourcen von Außen zu holen wird unterschätzt

Übersetzt heißt das, dass wir uns selbst nicht trauen können, wenn es um unsere Ängste geht. Unser Gehirn schaltet sozusagen auf Autopilot und unsere Gedanken kreisen. Daher hilft in solchen Situationen auf jeden Fall das Gespräch mit einer vertrauten Person. Da sie uns im Zweifel den Spiegel vorhalten kann, wo wir uns gerade verrennen.

Mit Ängsten besser umgehen

Mir persönlich hat es wahnsinnig viel geholfen, dass ich mit meinen Ängsten besser umgehen konnte. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass diese Fähigkeit eine Schlüsselfähigkeit in meiner Karriere war und ist. Und damit meine ich auf keinen Fall unnötige Risiken einzugehen. Oder auch einfach Ängst zu ignorieren. Aber ich lasse mich heute nicht mehr von Angst lähmen, bzw. wäge ab welche realistischen (nicht irrationalen) Risiken bestehen und betreibe dann gezielt Risikomanagement. Wenn die Angst dann wieder kommt, kann ich mir selbst wieder vor Augen führen, welche Maßnahmen ich ergriffen habe, um das Risiko abzufedern bzw. seine Auswirkungen einzudämmen. Das hilft meist schon, um mich schnell wieder von dem Gedanken zu lösen. Denn Risiko heißt auch Chance und daher kann es ohne gezielte Risiken keine Weiterentwicklung geben.

Wenn auch für Dich Stillstand keine Option ist, musst Du an Deine Änste und Glaubenssätze ran!

 

 

 

 

 

 

Photocredits: Arthur Brognoli

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