Recruiting vs. Retention- in was soll das Unternehmen mehr investieren – eine spannende Frage. Für mich gibt es hier nur eine Antwort…

Recruiting vs. Retention

Fragt man mich, was ich wichtiger finde, kann ich sofort antworten: Retention! Denn ich glaube, dass nur ein Unternehmen, dass weiß, wie es Mitarbeiter langfristig bindet und motiviert auch gut im Recruiting sein kann. Das heißt für mich: gutes Recruiting ohne gute Retention gibt es eigentlich gar nicht. Oder, ich will es noch einmal differenzierter ausdrücken: authentisches Recruiting mit richtigen Inhalten und ohne leere Versprechen, das gibt es ohne gute Retention nicht. Denn nur wenn ich eine Story habe, was mir bei wichtigen Themen wie Führung, Culture und Work Life Integration wichtig ist, kann ich auch im Storytelling damit nach außen gehen. Daher ist es für mich immer wieder spannend zu sehen, wie Recruiter manchmal völlig entkoppelt vom Unternehmensalltag, über Bewerbermessen und durch Instagram tingeln. Im Gepäck ist nicht viel mehr, als eine auf Hochglanz polierte und bitte Agentur erstellte Employer Branding Strategie nebst Social Media Redaktionsplan.

Die Enttarnung des Recruiting Rausch

Die Enttarnung des Recruiting Rausch kommt dann spätestens nach den ersten Wochen im Job. Wenn das Onboarding maximal prozesslastig und alles andere als agil ist. Wenn der Chef einen Führungsstil wie vor 20 Jahren pflegt. und wenn unter Kultur verstanden wird, dass reihum jeder freitags mal Brezeln mitbringt. Nichts gegen Brezeln, aber echtes “Wir” Gefühl braucht soviel mehr. Die tollsten Blüten treibt natürlich auch hier die Digitalisierung. Der Schein auf Instagram, Linkedin und Co. lässt grüßen und kann hier das Sein der Realität überstrahlen. Und irgendwie scheint es auch unfassbar viel leichter zu sein, ein Bewerbermanagement System einzuführen, als einen vernünftigen IT-gestützten Kompetenz- und Bewertungsprozess für die Mitarbeiter einzuführen, die man schon hat. Also die Menschen die man kennt. Die bereits loyal für einen arbeiten und die man nicht erst mühsaml da draußen am Markt anwerben muss. Aber das Gras ist natürlich immer viel grüner auf der anderen Seite. Und so bevorzugen wir völlige Blackboxen, die wir maximal aus drei Stunden Vorstellungsgespräch kennen, über Mitarbeiter, die nunmal ihre Schwächen haben. Aber diese Schwächen kenne ich als Chef doch wenigstens bereits.

Natürlich ist Recruiting auch wichtig

Ohne Recruiting kann ein Unternehmen nicht wachsen, sich nicht schnell neue Skills besorgen und natürlich bringen neue Mitarbeiter einen ganz frischen Blick auf alte Probleme. Und genau das hat auch einen großen Wert. Aber die Überbetonung von Recruiting, insbesondere in der medialen Darstellung der Unternehmen wirkt auf mich oft nicht authentisch. Wobei es auch hier ganz tolle Ausnahmen gibt. Bei den top Firmen, habe ich im Recruiting das Geühl, dass für mich der Vorhang gelüftet wird. Und dass ich sehen kann, wie es wirklich und in echt in dieser Firma zugeht. Bei diesen Firmen erlebe ich nämlich keine Entkopplung von Realität und Recruiting. Sondern das Recruiting zeigt mir lediglich den Blickwinkel auf das real exisitierende Unternehmen mit all seinen Besondernheiten. Aber eben durch die Linse des Bewerbers. Und genau diese Recruitingstrategien gehen hoffentlich auch auf! Denn Recruiting ohne echte Inhalte ist wie Werbung ohne ein Produkt dahinter.

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