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Dein Chef ist ein absoluter Schlüsselfaktor in deinem Berufsleben. Daher solltest Du Dir nicht nur den Job, sondern auch den Chef gezielt auswählen. Es heißt nicht umsonst: Mitarbeiter verlassen Chefs nicht Unternehmen. Und auch meine persönliche Erfahrung sagt mir, dass da definitiv etwas dran ist.

Schlüsselfaktor Chef oder Chefin

In vielen Fällen ist Dein Chef oder Deine Chefin, das Bindeglied zwischen Dir und dem Unternehmen. Du bekommst viele Informationen und auch Deine Aufgaben ausschließlich oder zumindest in weiten Teilen über Deinen Chef. Das bedeutet, dass seine Art Dinge zu kommunizieren oder zu vermitteln, sehr ausschlaggebend ist, was Du in welcher Form vom Unternehmen „mitbekommst“. Will heißen, wenn er gerne und schnell kommuniziert wirst auch Du gut informiert sein. Wenn er gut darin ist, interessante Projekte innerhalb des Unternehmens an Land zu ziehen, wirst auch Du interessante Aufgaben haben. Umgekehrt ist das aber leider auch der Fall: Wenn Dein Chef kein großes Interessen an Kommunikation hat, oder es schlicht nicht als notwendig erachtet, wird dies leider auch Dich beeinflussen. Natürlich hast Du dann immer noch die Möglichkeit andere Kanäle und Netzwerke zu nutzen, aber das ist oft nicht der ideale Weg. Mittlerweile arbeiten viele Organisationen auch in agilen und/oder cross-funktionalen Teams. Auch das ist dann ein Weg sich dem direkten Einfluss des Chefs zu entziehen oder sich zumindest Alternativen zu schaffen. Dennoch bleibt die Rolle des Chefs wichtig.

Dein(e) Chef(in) und Deine Karriereentwicklung

Auch für deine Karriere bzw. auch Deine ganze Entwicklung im Unternehmen ist Dein Chef maßgeblich wichtig. Je größer das Unternehmen desto mehr wird dein Chef zu Deinem Führsprecher, wenn es um das Thema Gehalt oder Schulungen und Weiterbildung geht. Denn je größer dir Organisation, desto anonymer sind die Verteilungswege von Budgets für Gehälter oder Schulungen. Und hier kommt dann natürlich Deine Chefin ins Spiel die diese Leistungen dann für Dich beantragen muss. Manchmal auch gegen die Widerstände anderer (die wiederum für Ihre Mitarbeiter eintreten). Wenn Dein Chef hier wenig motiviert oder sehr konfliktscheu ist, kann das für Dich zum Nachteil werden. Nämlich dann wenn Du immer den Kürzeren ziehst, wenn es um diese „Goodies“ geht. Natürlich kannst Du auch hier versuchen, über die Grenzen Deines Teams hinweg, positiv aufzufallen. Vielleicht auch Den Chef Deiner Chefin kennen zu lernen oder in übergreifenden Projekten zu glänzen. All das sind Möglichkeiten, neue Fürsprecher zu gewinnen. Aber der Chef bleibt trotzdem extrem wichtig.

Wenn der Chef oder die Chefin schädlich für dich wird

Auch Chefs und Chefinnen haben ihre eigenen Ziele. Und das ist ja auch nur natürlich und richtig. Für Dich kann dies zum Problem werden, wenn die Ziele Deiner Vorgesetzten, Deinen Ziele widersprechen. Dies ist vor allem dann schwierig, wenn Dein Chef eher egoistisch und wenig unternehmerisch handelt. Zum Beispiel wenn er sich gegen jeden auch noch so kleine Investition wehrt, auch wenn diese einen großen positiven Einfluss haben würde. Oder wenn der Chef Deine Weiterentwicklung verhindert, weil Du so wichtig für das Team bist. Sprich er verhindert, dass Du neue Jobangebote bekommst oder Dich auf eine verantwortungsvollere Stelle weiterentwickelst, weil er Angst hat, dass er dann seine Aufgaben nicht mehr erledigen kann. Auch gefährlich sind sehr passive Chefs, die wenig aktiv oder sehr unmotiviert sind. Das kann zur Folge haben, dass sie keine interessanten Projekte annehmen und versuchen alle Aufgaben abzublocken. Das bedeutet natürlich, dass in der Folge auch keine interessanten Jobs bei Dir landen.

Was tun, wenn der Chef zum Problem wird?

Ich habe ja hier bereits geschrieben, was Du tun kannst, wenn Du von Deinem Job enttäuscht bist. Bzw. hier auch die Überlegungen geteilt, die Du anstellen solltest, wenn Du überlegst zu kündigen. Du solltest auf jeden Fall erst alle Optionen austesten, bevor Du drastische Schritte unternimmst. Auch Chefs können mal eine schlechte Phase haben, oder sie sind sich überhaupt nicht dessen bewusst, dass Du Dir mehr Kommunikation oder andere Aufgaben wünschst.

Verändert sich aber dauerhaft nichts an der Beziehung, solltest Du unbedingt handeln. Denn wie bereits beschrieben, hat der Chef einen großen Einfluss. In manchen Fällen, kannst Du trotzdem auf dem Job bleiben, nämlich dann, wenn es Dir gelingt außerhalb Deines Teams so gute Kontakte und Netzwerke aufzubauen, dass Du Deinen Chef für Projekte oder Weiterentwicklung nichts mehr brauchst. Ist das aber nicht machbar, zum Beispiel, weil Du alleine an einem Standort bist oder Dein Job Dir nicht die Möglichkeiten für Kontakte bietet, dann solltest Du nach einer gewissen Zeit überlegen, ob Du Dich innerhalb oder außerhalb des Unternehmens verändern solltest. Reflektiere diese Entscheidung aber unbedingt mit einem Coach, Mentor oder einem Vertrauten. Idealerweise einer Person außerhalb des Teams. Denn oft ist man auch festgefahren in seinem Blick auf die Situation und in diesen Fällen solltest Du sicherstellen, dass Du wirklich alles versucht hast.

Mit diesen Strategien habe ich Dir ein Survival Traning fürs Assessment Center zusammengestellt.  Mit dieser Vorbereitung kannst Du viel lockerer und entspannter in den Tag gehen. Denn gerade für neue Jobs als Professionals oder gar für die erste Führungsaufgabe, ist es immer noch üblich, Kandidaten in ein Assessment Center einzuladen. Daher gehört es meiner Meinung nach einfach zu den grundlegenden Fähigkeiten dazu, die Du Dir als Bewerber aneignen solltest.

Vorstellungsrunden – in 30 Sekunden überzeugen

In Vorstellungsrunden hat man oft nur sehr wenig Zeit, von sich zu überzeugen. You never get a second chance to make a first impression – Klar schon tausend Mal gehört, aber trotzdem ist sehr viel dran!

Da sich im Assessment Center normalerweise Fremde gegenüber sitzen, gibt es in aller Regel eine kleine Vorstellungsrunde. Dabei stellen sich sowohl die Kandidaten vor, aber natürlich auch die Assessoren. Es ist wichtig, sich zu merken, welche Assessoren aus welchem Bereich kommen (z.B. Personaler, Fachabteilung, externe Psychologen, etc.). Denn je nachdem was ihr Hintergrund ist, werden sie auf unterschiedliche Schwerpunkte wert legen. In der Gruppenarbeit teilen sich die Assessoren oft zwischen den Gruppen auf und es ist schon ein Unterschied, ob man durch einen fachlichen Spezialisten oder einen fachfremden Psychologen bewertet wird.
Für Deine eigene Vorstellung ist es wichtig, diese zu üben.

Sich souverän ohne Füllwörter (äh und ehm) und sympathisch vorzustellen. Vor dem Spiegel, vor Freunden – denn je lockerer Du bist, desto freundlicher wirkt man auch. Um die Vorstellungsrunde Abwechslungsreich zu gestalten, denken sich Personaler oft alternative „Vorstellungsthemen“ aus, d.h. statt Name und Wertegang soll man Name und Lieblingshobby vorstellen. Oder man soll zu seinem Namen eine Eselsbrücke bauen (z.B. Mario Schmidt – ich bin kein Italiener heiße aber trotzdem Mario). Hier sollte man natürlich unverfängliche Dinge auswählen und es hilft auch sich bei Stuhlkreisen in die Mitte zu setzen, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass man als erstes an die Reihe kommt geringer und ermöglicht einem, dass man länger Zeit zum Nachdenken und zurechtlegen der Vorstellung hat.

Assessment Center Aufgaben bearbeiten

Im Assessment Center kann es Einzelaufgaben geben, die ich im nächsten Posts noch intensiver beschreiben werde. Bereite Dich auch innerlich darauf vor, mit verschiedenen Medien zu präsentieren. Dazu ist es wichtig, dass Du Dich mit gängigen Präsentationsmedien auskennst, z.B. Powerpoint, Overhead-Folien (seit Beamer-fähigen Projektoren wieder beliebter), Flipcharts, etc. Auch hier hilft Übung – zum Beispiel einfach mal das grobe Thema der Abschlussarbeit (Diplomarbeit) als Grafik auf ein Blatt bringen als Vorbereitung.

Bei Gruppenaufgaben steht natürlich neben der Qualität der Lösung vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Gruppenmitgliedern im Vordergrund. Leider ist das ein Punkt, den Du auch durch noch so gute Vorbereitung nicht kontrollieren kannst. Wenn man in einer Gruppe mit „schlechter“ Gruppendynamik landet, kann dies die Zusammenarbeit nachhaltig negativ beeinflussen (mehr dazu im nächsten Abschnitt).

Worauf es bei den Assessment Center Aufgabe wirklich ankommt

Bei Assessment Centern, bei denen auch die Führungsfähigkeit von potentiellen Mitarbeitern bewertet wird, wird normalerweise bei Gruppenarbeiten ein „Teamleiter“ bestimmt. Bei dieser Aufgabe solltest Du darauf achten, vor allem Deine Fähigkeiten zu strukturierter Arbeitsweise und Anleitung in den Fordergrund zu stellen. Sollte die Aufgabe zum Beispiel zeitkritisch sein, solltest Du selbst die Zeit im Auge behalten und regelmäßig die verfügbare Restzeit kommunizieren oder diese Aufgabe ggf. delegieren.

In den meisten modernen Unternehmen ist auf unteren Führungsebenen meist ein kollegialer Führungsstil gefragt, daher solltest Du Dich nicht in die Situation des „Anführers, der nicht mitarbeitet“ begeben. Überlege, ob es für die Aufgabe zweckdienlicher ist, dass Du aktiv mitarbeitest oder dass Du den Überblick behälst. Wenn es um eine Aufgabe geht, bei der unter Zeitdruck „einfachere“ Aufgaben bewältigt werden sollen, ist es sinnvoll selbst als Teil des Teams mitzuarbeiten (z.B. wenn unter Zeitdruck etwas gebaut werden muss, sortiert werden muss, eine Produktion simuliert wird, o.ä.). Müssen komplizierte Prozesse oder Aufgaben durchgeführt werden, macht es hingegen durchaus Sinn, dass Du den Überblick behälst, so dass die Koordination der Gruppe nicht gefährdet ist.

Survival Training für die Gruppendynamik im Assessment Center

Du solltest bedenken, dass Du automatisch derjenigen sein musst, der den Überblick behält. Sollte es in der Gruppe jemand geben, der fachlich besser für die Koordination geeignet ist (z.B. besseres räumliches Vorstellungsvermögen, Erfahrung in der fachlichen Aufgabe, etc.), wähle am besten diesen Mitarbeiter aus. Dank daran: Ein guter Chef oder Projektleiter zeichnet sich dadurch aus, dass er die Talente der Mitarbeiter möglichst gewinnbringend für das Teamergebnis einsetzt. Wichtig ist auch die Leistung der Gruppe zu würdigen. Lobe Deine Teammitglieder und sorge für gute Laune. Das macht  sympathisch und steigert die Leistung der Gruppe. Und ja, es könnte gut sein, dass ich diesen Punkt schon das ein oder andere mal vergessen habe….

Falls die Dynamik in der Gruppe nicht stimmt, ist es immer schwierig noch konstruktiv und gut zusammen zu arbeiten. Daher solltest Du Dich unbedingt auch auf diesen Fall vorbereiten und eine Strategie in petto haben, was Du dann tust. Meine Erfahrung zeigt, dass wenn Du Dich unwohl fühlst, die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es anderen genauso geht. Dann kannst du sogar überlegen etwaige schwierige Themen sogar anzusprechen. Natürlich gelassen und nicht als Angriff formuliert. Das kann souveräner wirken, als Konflikte auszusitzen, insbesondere, wenn es um Führungsfähigkeiten geht.

1 – Das Mindset im Mitarbeitergespräch ist extrem wichtig. Mache Dir das auf jeden Fall vorher bewusst. Gehe nicht einfach in das Gespräch hinein und warte, was von deinem Chef kommt. Kommt nämlich wenig bis nichts, dann bist Du meist unvorbereitet, das Gespräch in deinem Sinne zu lenken. Dein Input ist mindestens genauso wichtig, wie der deines Chefs.

2 – Überlege dir vorher was Du aus dem Gespräch mitnehmen willst. In vielen Firmen ist das Mitarbeitergespräch nur einmal im Jahr vorgesehen. Das heißt es ist eine Chance, die Du nur selten bekommst. Daher solltest Du Dir vorher auf jeden Fall bewusst machen, was Deine Ziele sind. Schreibe diese am besten auf und priorisiere sie. Auch ist es wichtig, dass Du Ziele für verschiedene Bereiche hast: Feedback, Weiterentwicklung/Karriere, neue Inhalte/Projekte und natürlich die finanzielle Perspektive.

Mit dem richtigen Mindset im Mitarbeitergespräch gutes Feedback erhalten

3 – Wenn Dein Chef Dir fortlaufend Feedback gibt, ist das prima. Doch viele Chefs vergessen es schlicht ihren Mitarbeitern im Alltag Feedback zu geben. Daher sollte ein gutes Mitarbeitergespräch auf jeden Fall Feedback enthalten. Überlege Dir vorher zu welchen Themen (zum Beispiel bestimmte Projekte, Präsentationen, Kundentermine,….) Du besonders gerne Feedback hättest. Und frage konkret danach, wenn dein Chef kein Feedback gibt.

4 – Zu gutem Feedback gehört auch, dass man gemeinsam überlegt, wie man an Herausforderungen arbeiten kann. Das ist der Bereich der Weiterentwicklung. Wo hast Du Verbesserungspotential und wie kannst Du daran arbeiten. Dein Mindset im Mitarbeitergespräch sollte sein, so gut wie möglich zu verstehen, was Dein Chef von Dir erwartet. Denn nur dann kannst Du seine Maßstäbe, an denen Du mit deiner Leistung gemessen wirst nachvollziehen.

5 – Gehe immer mit konkreten Maßnahmen aus dem Mitarbeitergespräch. Welche Projekte wirst Du in Zukunft übernehmen? Welche Fortbildung besuchen? Welche zusätzliche oder neue Verantwortung kannst Du übernehmen. Schreibe dies auf jeden Fall auch mit, damit Du es später beispielsweise auch mit deiner schriftlichen Zielvereinbarung abgleichen kannst. Deckt sich diese mit deiner Dokumentation ist das ein gutes Zeichen, dass Du und Dein Chef das gleiche Verständnis der nächsten Schritte habt.

Neue Inhalte und Projekte definieren

6 – Das Mitarbeitergespräch ist auf jeden Fall auch der Moment, um über deine weitere Karriereentwicklung zu sprechen. Willst Du mehr Verantwortung oder größere Projekte übernehmen, oder geht es Dir eher um die inhaltliche Weiterentwicklung? Dann ist jetzt der Moment das konkret anzusprechen. Warte nicht darauf, dass dein Chef deine Gedanken liest.

7 – Mache konkrete Vorschläge, wie das aussehen kann. Du solltest möglichst konkret werden. Sage nicht einfach: „Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen“. Sondern schlage ein konkretes Thema, Event, Kunden, Projekt, etc. vor, in dem Du das tun kannst. Dein Mindset Im Mitarbeitergespräch sollte sein, sogar schon konkrete Vorschläge zur Umsetzung zu machen. Damit bekommt Dein Chef ein klareres Bild von deiner Vision und kann auf dieser Basis konkreter eine Entscheidung treffen.

Mit dem richtigen Money Mindset im Mitarbeitergespräch

8 – Du musst auch deine finanzielle Weiterentwicklung ansprechen. Lies dazu auf jeden Fall auch hier nach, wie Du eine Gehaltsverhandlung richtig vorbereitest. Wie immer denke daran, dass Du auch Alternativen anbieten kannst: Zum Beispiel mehr Urlaubstage oder eine teure Schulung. Diese Dinge solltest Du auf jeden Fall vorher schon überlegt haben, damit Du im Gespräch verhandlungsbereit bist.

9 – Wenn Du schon weißt, dass das Thema Gehalt ein kritischer Knackpunkt wird, solltest Du auch bereits vorab einen Plan B recherchiert haben. Was tust Du, wenn der Chef sich nicht bewegt und auf keines Deiner Angebote eingeht? Was ist deine letzte Konsequenz? Bleibst Du trotzdem oder wirst Du Dir etwas Neues suchen. Vorsicht vor leeren Drohungen. Diese schädigen deine Verhandlungsposition nachhaltig.

Dein generelles Mindset im Mitarbeitergespräch

10 – Insbesondere Frauen neigen dazu, im Gespräch nicht klar genug zu kommunizieren, was Sie wollen. Sie verstecken sich hinter Andeutungen und wundern sich, wenn die Botschaft bei Ihren männlichen Chefs nicht ankommt. (Und ja das weiß ich aus eigener Erfahrung 😉 Daher formuliere deine Botschaften klar: „Ich wünsche mir,….“ Oder „Ich schlage vor, dass…“

Viel Erfolg – mit diesem Mindset schaffst Du das mit links!

 

 

 

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Geld Jahresgespräch Gehalt

Ich habe dich hoffentlich in meinem Post vor ein paar Tagen überzeugt habe, dass Gehaltsverhandlung ein „Muss“ ist. Daher möchte ich dir jetzt alle Tipps geben, wie Du die Gehaltsverhandlung perfekt vorbereiten kannst.

Eine Gehaltsverhandlung muss vorbereitet werden.

Viele Leute machen den Fehler, sich nicht auf die Frage nach dem Gehalt vorzubereiten. Klar, Du bist ja darauf fokussiert, einen möglichst guten Eindruck in deinem Vorstellungsgespräch zu machen. Oder auch, wenn es sich um ein Jahresgespräch handelt, bist Du vielleicht nervös vor dem Feedback Deines Chefs. Dennoch solltest Du darauf gefasst sein, dass die Frage nach dem Gehalt kommt. Oder zum Beispiel im Fall des Jahresgesprächs, musst Du vielleicht sogar selbst die Initiative ergreifen. So oder so Du darfst Dir die Chance nicht entgehen lassen.

Bei der Gehaltsverhandlung geht es um Geld – aber nicht nur um Geld.

Ein Arbeitsplatz ist so viel mehr als das Gehalt. Fixiere Dich deshalb nicht nur darauf, mehr Geld rauszuhandeln, sondern überlege Dir auch, was Die außer Geld wichtig ist. Eine interessante Schulung, auf die Du schon lange wolltest? Oder eine flexiblere Homeoffice Regelung? Auch zusätzliche Urlaubstage, Stundenreduzierung bei gleichem Gehalt oder ähnliches, können je nach Lebensmodell sehr interessant sein. Am besten Du steckst Dir selbst einen flexiblen Rahmen, was Dir wichtig ist. Ordne diese Liste dann nach deinen Prioritäten. Lehnt der Chef deine Top Priorität ab, kannst Du immer noch nach dem zweiten Punkt auf deiner Liste fragen. So bleibt auch eine vermeintlich geschlossene Tür weiter offen.

Die richtige Vorbereitung hilft Dir, gelassen zu bleiben.

An anderer Stelle habe ich ja schon erzählt, wie Du dich ideal auf die Gehaltsverhandlung vorbereitest. Sprich insbesondere wie Du Deinen Marktwert recherchieren kannst. Befindest Du Dich im Recruitingprozess für einen neuen Job, dann verkaufst Du dich ja sowieso schon mit allen Argumenten. Hier würdest Du beim Thema Gehalt keine neuen Argumente mehr vorbringen. Das schwächt deine Position, da es oft wie ein Rechtfertigungsversuch wirkt, warum Du das Geld auch wirklich verdienst. Das sollte aber nach einem Top Interview gar nicht mehr notwendig sein. Bei einem Jahresgespräch ist die Situation etwas anders. Hier hilft es auf jeden Fall aufzuzeigen, worin der eigene Beitrag besteht. Dabei nicht nur in die Vergangenheit blicken, sondern auch in die Zukunft. Was wirst Du künftig schaffen, welche Verantwortung wirst Du übernehmen? Je besser Du Dich vorbereitest, desto ruhiger und souveräner wirst Du wirken.

Der Moment der Verhandlung ist kurz.

Ok, Du hast die Gehaltsverhandlung perfekt vorbereitet. Was jetzt? Insbesondere im Jobinterview besteht die Verhandlung, bzw. deine Forderung meist nur aus einem Satz. Diesen bringst Du ruhig und gelassen vor und wartest dann. Auch wenn jetzt eine unangenehme Stille entsteht. Widerstehe der Versuchung dich irgendwie zu rechtfertigen. Gleiches gilt für das Jahresgespräch. Hier trägst Du deine Argumente kurz und prägnant vor und dann lässt Du das Gesagte einen Moment wirken. Erwarte keine sofortige Antwort.

Natürlich solltest Du das Gehalt auch unterjährig ansprechen.

Auch wenn in Deinem Unternehmen vielleicht nur einmal im Jahr die Möglichkeit zur eigentlichen Gehaltsanpassung besteht, solltest Du nicht bis zu deinem Jahresgespräch warten, um das Thema Gehalt und andere Konditionen mit Deinem Chef zu besprechen. Oft sind zum Jahresgespräch die Budgets nämlich bereits verteilt und Dein Chef hat vielleicht gar nicht mehr die Möglichkeit, Deine Forderung zu erfüllen. Daher solltest Du unbedingt bereits davor aktiv werden. Warte einen günstigen Moment ab. Es sollte ein ruhiger Moment sein und ein Moment, in dem dein Chef auch mit Dir zufrieden ist. Jetzt kannst Du gelassen anmerken, was Dir vorschwebt, dabei keine konkreten Zahlen nennen, aber klar machen, dass beim nächsten Jahresgespräch etwas passieren sollte. Insbesondere auch dann, wenn Du beispielsweise deine Arbeitsstunden verändern willst oder andere größere Anpassungen möchtest. So hat Dein Chef Zeit sich Gedanken zu machen, wie er deine Forderungen erfüllen kann. Du vermeidest es Ihn zu überrumpeln. Reagiert er genervt oder gar sofort ablehnend, hast du wenigstens Zeit gewonnen, in der Du weißt woran Du bist. Mache Dir schon vorher klar, wie Du damit umgehst. Das gehört auch dazu die Gehalstverhandlung perfekt vorzubereiten.

Was ist wenn mein Chef „nein“ sagt.

Auch hier solltest Du nicht sofort die Flinte ins Korn werfen. Gerade bei Sonderregelungen, die es in der Firma vielleicht so noch nicht gibt, tun sich viele erstmal schwer. Gib Deinem Chef Zeit, das Ganze sacken zu lassen. Vielleicht überdenkt er seine Meinung. Tut er das nicht und versucht er auch dem Thema aus dem Weg zu gehen, dann weißt Du woran Du bist. Und dann bleibt natürlich nur der Klassiker „love it or leave it“.

 

 

Bildquelle: Lucas Pezeta

 

 

Gehaltsverhandlung

Immer wieder erreicht mich die Frage: „Soll ich mein Gehalt verhandeln?“. Für mich ist die Antwort auf die Frage nach der Gehaltsverhandlung klar. ABER tatsächlich höre ich auch immer wieder von Teilnehmern meiner Kurse kontroverse Aussagen. Zum Beispiel, dass sie an anderer Stelle von Coaches gehört haben, dass Gehaltsverhandlung unwichtig sei bzw. dass es sowieso nichts „bringe“ das Gehalt zu verhandelt. Die Begründung für solche Aussagen war dann, dass ja in großen Unternehmen sowieso alles durch Gehaltsstufen bzw. Tarifvertrag geregelt sei.

Ehrlich gesagt, bin ich immer geschockt wenn ich sowas höre. Denn erstens schadet es auf keinen Fall es zu versuchen. Zweitens stimmt es in den meisten Fällen schlicht nicht, dass es keinen Spielraum gibt. Was sind also die Schritte für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung beim Job Einstieg.

Der meines Erachtens wichtigste Schritt ist, Euren Marktwert zu kennen.

Das kannst Du auf verschiedene Wege tun, bzw. Du solltest auch versuchen verschiedene Quellen heranzuziehen. Ein Anhaltspunkt sind Statistiken von Jobportalen, die regelmäßig Erhebungen bei Ihren Mitgliedern machen oder ähnliche Studien. Außerdem kannst Du in Deinem Netzwerk fragen. Wichtig dabei, frage nicht „Was verdienst Du?“ denn es gibt Leute, die mit so einer direkten Frage ein Problem haben. Fragst Du hingegen: „Wie würdest Du als Experte die Gehaltsrange von einer solchen Position abschätzen?“ ist die Chance, eine hilfreiche Antwort zu erhalten, sehr groß. Eine weitere Quelle für Informationen können Stellenbeschreibungen sein, die eine Gehaltsspanne angeben.

Dann solltest Du natürlich Faktoren miteinbeziehen, die deinen Marktwert steigern oder mindern können. Das könnten zum einen deine Qualifikationen sein. Bist Du beispielsweise besonders gut qualifiziert und waren die Interviewpartner enthusiastisch? Oder aber auch, ob die Stelle mit einem hohen Maß an Verantwortung daher kommt, z.B. Budgetverantwortung oder Projektleitungsverantwortung. So kannst Du dann entscheiden, ob du dich eher am oberen oder unteren Ende der Gehaltsspanne siehst.

Auch in großen Firmen lohnt sich Gehaltsverhandlung.

Und wichtig ist auch, dass es sich auch in großen Firmen mit vermeintlich geregelten Gehaltsstrukturen immer lohnt, zu verhandeln. Du musst wissen, dass deine Stelle zwar einer bestimmten Gehaltsklasse, z.B. Tarifstufe zugeordnet ist, aber innerhalb der Tarifstufen auch eine Gehaltsspanne hinterlegt ist. Innerhalb dieser Gehaltsspanne kann man sich zum Beispiel mit sogenannten Leistungspunkten nach oben bewegen kann. Und hier macht es natürlich sehr wohl einen Unterschied, ob du gleich im oberen Bereich der Tarifspanne einsteigst oder nicht. Auch gibt es für Unternehmen die Möglichkeit dich auf eine Stelle „zu setzen“ die eine höhere Eingruppierung hat, als Du zunächst erhältst.

Bis Du dann deine Eigentliche Eingruppierung erreichst können Jahre vergehen. Auch sind diese Beförderungsprozesse leider oft auch nicht direkt von deiner Leistung abhängig. Dadurch kannst Du meist wenig tun, um Umgruppierungen zu beschleunigen. Dein Ziel sollte es also sein – natürlich in Abhängigkeit wie qualifiziert Du für die Stelle bist – direkt in der richtigen Eingruppierung eingestuft zu werden. Und dafür musst Du meist – richtig geraten – verhandeln.

Dein Einstiegsgehalt in einem Unternehmen bildet immer die Absprungbasis, von der aus Du dich weiterentwickeln kannst.

Anpassungen, die das Unternehmen freiwillig gewährt sind dann oft prozentuale Steigerungen dieses Gehalts. D.h. wer hoch einsteigt, bekommt auch absolut die größeren Gehaltserhöhungen, weil der prozentuale Anteil zwar gleich ist, der Absolutbetrag aber größer.

Und immer daran denken, dass schlimmste das passieren kann ist ein kurzes „Nein“. Sollte eine Firma wirklich überrascht reagieren, wenn Ihr maßvoll und nach guter Recherche versucht Euer Gehalt zu verhandeln, dann sollte dies für Euch eher ein Warnsignal sein, dass die Firma vielleicht nicht zu Euch passt. Besser Ihr stellt solche unterschiedlichen Vorstellungen vor dem Start fest, als wenn Ihr bereits seit einem Jahr in einem Unternehmen arbeitet und Energie und Motivation investiert habt. Und das bringt uns auch wieder zurück zu diesem Thema  – Das Unternehmen stellt sich auch bei Dir vor.

Solltest Du dein Gehalt verhandeln? JA!

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: rawpixel.com

 

Das Neue Jahr hat angefangen und wahrscheinlich stehen in vielen Firmen jetzt die Mitarbeitergespräche an. Und insbesondere in großen Firmen gibt es natürlich für alles Deckel oder in anderen Worten feste Obergrenzen, wie viel verteilt werden kann – oder eben nicht. Deckel für Gehaltserhöhungen, Deckel für Schulungen, Deckel für Weiterentwicklungen. Und damit wird gefeilscht. Die Chefs schlagen sich die Köpfe ein, wer seinen Mitarbeiter auf eine Schulung schicken darf, wer Geld verteilen darf und wer einen Mitarbeiter eine Stufe „höher schalten“ darf, auf der Treppe der Weiterentwicklung zur Führungskraft.

Zum Beispiel kann ein zentraler Bestandteil sein, wer auf das konzerneigene Assessment Center geschickt werden darf. Oder eben nicht. Ohne AC keine Weiterentwicklung und wieder Warten für ein Jahr. In meinem alten Bereich in meinem Konzernjob hatten wir damals viele junge, talentierte Mitarbeiter, die Potenzial hatten in naher Zukunft gute Führungskräfte abzugeben. Umso mehr balgten sich meine Kollegen um die begehrten und gedeckelten Plätze für das AC. Und dabei ertappte ich meine (ausschließlich männlichen) Kollegen immer wieder bei folgender Argumentation. Wer möglichst klar, hart und verbindlich zeigt und verbal kommuniziert: „ich will jetzt aufs AC“ hat wesentlich bessere Chancen, als jemand der einfach hervorragend seinen Job macht, aber vielleicht nicht das Bedürfniss hat, dies ständig zu kommunizieren. Folglich fielen dann Kolleginnen hinten runter mit dem Argument: „Sie hat doch gesagt, es wäre ok für sie noch ein Jahr zu warten“. Die Frau machte einen top Job, leitete ein Strategieprojekt, arbeitet bis mitten in die Nacht, zeigte Führungsqualitäten. Aber sie was sie eben nicht getan hat, ist über den Flur zu laufen und laut zu verkünden: „Ich will jetzt aufs AC“. Wie viele Frauen wartete sie wahrscheinlich darauf, dass sie gefragt wird, dass jemand kommt der ihr Talent entdeckt und belohnt. Nur so tickt das System einfach nicht. Ich hatte damals versucht das meinen Kollegen deutlich zu machen, dass eine Frau eher nicht dazu tendiert zu sagen: „Ich will jetzt, sonst schmeiss ich euch hier den Laden hin.“ Ich habe sie gebeten zu verstehen, dass weibliche Kommunikationsmuster andere seien. Daraufhin argumentierten meine Kollegen, dass sie es ja dann scheinbar nicht genug wollen kann, dass sie ja dann wohl nicht genug brennen würde eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Sie vom Gegenteil zu überzeugen, fiel mir mehr als schwer und erwies sich an der ein oder anderen Stelle sogar als unmöglich.

Warum ich diese Geschichte hier zum besten gebe?

Mädels – nicht warten, bis ihr gefragt werdet. Eure Chefs sind froh um jedes Jahr, dass ihr ihnen mit eurer Bescheidenheit schenkt. Aber das Jahr gibt euch nachher keine zurück.