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Geld Jahresgespräch Gehalt

Ich habe dich hoffentlich in meinem Post vor ein paar Tagen überzeugt habe, dass Gehaltsverhandlung ein „Muss“ ist. Daher möchte ich dir jetzt alle Tipps geben, wie Du die Gehaltsverhandlung perfekt vorbereiten kannst.

Eine Gehaltsverhandlung muss vorbereitet werden.

Viele Leute machen den Fehler, sich nicht auf die Frage nach dem Gehalt vorzubereiten. Klar, Du bist ja darauf fokussiert, einen möglichst guten Eindruck in deinem Vorstellungsgespräch zu machen. Oder auch, wenn es sich um ein Jahresgespräch handelt, bist Du vielleicht nervös vor dem Feedback Deines Chefs. Dennoch solltest Du darauf gefasst sein, dass die Frage nach dem Gehalt kommt. Oder zum Beispiel im Fall des Jahresgesprächs, musst Du vielleicht sogar selbst die Initiative ergreifen. So oder so Du darfst Dir die Chance nicht entgehen lassen.

Bei der Gehaltsverhandlung geht es um Geld – aber nicht nur um Geld.

Ein Arbeitsplatz ist so viel mehr als das Gehalt. Fixiere Dich deshalb nicht nur darauf, mehr Geld rauszuhandeln, sondern überlege Dir auch, was Die außer Geld wichtig ist. Eine interessante Schulung, auf die Du schon lange wolltest? Oder eine flexiblere Homeoffice Regelung? Auch zusätzliche Urlaubstage, Stundenreduzierung bei gleichem Gehalt oder ähnliches, können je nach Lebensmodell sehr interessant sein. Am besten Du steckst Dir selbst einen flexiblen Rahmen, was Dir wichtig ist. Ordne diese Liste dann nach deinen Prioritäten. Lehnt der Chef deine Top Priorität ab, kannst Du immer noch nach dem zweiten Punkt auf deiner Liste fragen. So bleibt auch eine vermeintlich geschlossene Tür weiter offen.

Die richtige Vorbereitung hilft Dir, gelassen zu bleiben.

An anderer Stelle habe ich ja schon erzählt, wie Du dich ideal auf die Gehaltsverhandlung vorbereitest. Sprich insbesondere wie Du Deinen Marktwert recherchieren kannst. Befindest Du Dich im Recruitingprozess für einen neuen Job, dann verkaufst Du dich ja sowieso schon mit allen Argumenten. Hier würdest Du beim Thema Gehalt keine neuen Argumente mehr vorbringen. Das schwächt deine Position, da es oft wie ein Rechtfertigungsversuch wirkt, warum Du das Geld auch wirklich verdienst. Das sollte aber nach einem Top Interview gar nicht mehr notwendig sein. Bei einem Jahresgespräch ist die Situation etwas anders. Hier hilft es auf jeden Fall aufzuzeigen, worin der eigene Beitrag besteht. Dabei nicht nur in die Vergangenheit blicken, sondern auch in die Zukunft. Was wirst Du künftig schaffen, welche Verantwortung wirst Du übernehmen? Je besser Du Dich vorbereitest, desto ruhiger und souveräner wirst Du wirken.

Der Moment der Verhandlung ist kurz.

Ok, Du hast die Gehaltsverhandlung perfekt vorbereitet. Was jetzt? Insbesondere im Jobinterview besteht die Verhandlung, bzw. deine Forderung meist nur aus einem Satz. Diesen bringst Du ruhig und gelassen vor und wartest dann. Auch wenn jetzt eine unangenehme Stille entsteht. Widerstehe der Versuchung dich irgendwie zu rechtfertigen. Gleiches gilt für das Jahresgespräch. Hier trägst Du deine Argumente kurz und prägnant vor und dann lässt Du das Gesagte einen Moment wirken. Erwarte keine sofortige Antwort.

Natürlich solltest Du das Gehalt auch unterjährig ansprechen.

Auch wenn in Deinem Unternehmen vielleicht nur einmal im Jahr die Möglichkeit zur eigentlichen Gehaltsanpassung besteht, solltest Du nicht bis zu deinem Jahresgespräch warten, um das Thema Gehalt und andere Konditionen mit Deinem Chef zu besprechen. Oft sind zum Jahresgespräch die Budgets nämlich bereits verteilt und Dein Chef hat vielleicht gar nicht mehr die Möglichkeit, Deine Forderung zu erfüllen. Daher solltest Du unbedingt bereits davor aktiv werden. Warte einen günstigen Moment ab. Es sollte ein ruhiger Moment sein und ein Moment, in dem dein Chef auch mit Dir zufrieden ist. Jetzt kannst Du gelassen anmerken, was Dir vorschwebt, dabei keine konkreten Zahlen nennen, aber klar machen, dass beim nächsten Jahresgespräch etwas passieren sollte. Insbesondere auch dann, wenn Du beispielsweise deine Arbeitsstunden verändern willst oder andere größere Anpassungen möchtest. So hat Dein Chef Zeit sich Gedanken zu machen, wie er deine Forderungen erfüllen kann. Du vermeidest es Ihn zu überrumpeln. Reagiert er genervt oder gar sofort ablehnend, hast du wenigstens Zeit gewonnen, in der Du weißt woran Du bist. Mache Dir schon vorher klar, wie Du damit umgehst. Das gehört auch dazu die Gehalstverhandlung perfekt vorzubereiten.

Was ist wenn mein Chef „nein“ sagt.

Auch hier solltest Du nicht sofort die Flinte ins Korn werfen. Gerade bei Sonderregelungen, die es in der Firma vielleicht so noch nicht gibt, tun sich viele erstmal schwer. Gib Deinem Chef Zeit, das Ganze sacken zu lassen. Vielleicht überdenkt er seine Meinung. Tut er das nicht und versucht er auch dem Thema aus dem Weg zu gehen, dann weißt Du woran Du bist. Und dann bleibt natürlich nur der Klassiker „love it or leave it“.

 

 

Bildquelle: Lucas Pezeta

 

 

Heute ist das Interview für deinen vermeintlichen Traumjob. Und klar, Du bist wahrscheinlich nervös. Egal wie routiniert Du bist oder auch wie gut vorbereitet, fast jede kennt die Schmetterlinge im Bauch, die einen auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch begleiten.

Und schwups ist dein Kopf mehr als beschäftigt:

  • Welche Fragen könnten gestellt werden und wie beantworte ich diese?
  • Welche Fragen könnte ich noch stellen, damit ich möglichst gut vorbereitet und motiviert wirke?
  • Hab ich die richtigen Schuhe an 😉

Und plötzlich ist im Obergeschoss gar keine Kapazität mehr vorhanden für die wirklich wichtige Fragen: Will ich dort eigentlich arbeiten? Passt dieser Job wirklich so gut zu mir?

Und selbst wenn Du es voll auf dem Radar hast, dass die Passung des Jobs zu Dir genauso wichtig ist, wie deine Passung zum Job, wie findest Du es dann innerhalb eines oder zwei Gesprächen heraus.

Wie Du bereits im Vorstellungsgespräch merken kannst, ob der Job zu Dir passt

Der offensichtliche Weg ist natürlich: Fragen stellen. Hier brauchst Du natürlich zum einen richtig gute Fragen, zum anderen musst Du erkennen können, ob Du gerade eine aufrichtige Antwort bekommst. Und wie merke ich das:

  • Die Antwort kommt frei heraus ohne zu stocken und um Wort zu ringen
  • Der Gesprächspartner wird konkret und bleibt nicht generisch auf Floskelebene
  • Es werden idealerweise sogar konkrete Beispiele angeführt

Der weniger direkte Weg sind natürlich Symptome, die Du indirekt beobachten musst. #Dedektivarbeit. Dazu steht aber an erster Stelle die Selbstanalyse. Nur wer weiß, was er sucht, kann auch nach positiven oder negativen Symptomen Ausschau halten. Ich beispielsweise bin wirklich genervt von respektlosem Umfang mit (meiner) Zeit. Unpünktlichkeit kann sicher mal vorkommen, aber im Berufsleben, will ich nicht den halben Tag darauf warten müssen, dass mein Chef zu einem Termin kommt, der vielleicht schon vor Stunden war. Mein Number One Symptom in Vorstellungsgesprächen ist also Pünktlichkeit. Schneit der potenzielle Chef bereits im Erstgespräch eine halbe Stunde zu spät und dann völlig gestresst in das Gespräch, ist das ein no go. Insbesondere wenn Du den Eindruck hast, dass das so nicht geplant war. Hier musst Du jetzt natürlich die Reaktion beispielsweise der Sekretärin oder des zweiten Gesprächspartners beobachten. Wenn diese ruhig sind und der Eindruck entsteht, dass die Teilnahme sowieso nur für einen Teil des Gesprächs geplant war, ist das etwas anderes, als wenn Du das Gefühl hast, dass die auch nicht so richtig im Bilde sind, ob und wann der andere Gesprächspartner endlich auftaucht. Und ich erspar Dir jetzt mal einfach die Geschichte mit dem abgerockten Büro und der flackernden Neonröhre. #ohneWorte.

Was sind deine Erfahrungen? Welche Symptome hast Du schon beobachtet, auf die Du achtest?

Bildquelle Titelbild: https://www.pexels.com/photo/background-close-up-day-daytime-1036843/