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Rolemodels sind wichtig

Rolemodels oder Vorbilder können sehr wichtig für Deine ganze Karriereentwicklung sein. Aber nicht nur das. Idealerweise findest Du Rolemodels, die alle Bereiche Deines Lebens bereichern. Das kann natürlich auch weit über das Thema Job oder Karriere hinausgehen.

Mein Verhältnis zum „Networking“

Zunächst sei gesagt, dass ich sehr extrovertiert bin. Ich bin sehr gerne unter Leuten und tausche mich auch sehr gerne aus. Kurzum, ich werde meine 20.000 Worte pro Tag auf jeden Fall los – wenn man mich lässt. Das gilt aber nicht für alle Situationen. Auch ich habe, wenn ich einen Raum voller „fremder“ Menschen betrete einen Stein im Bauch. In diesen Momenten versuche ich immer an einen Kollegen zu erinnern, der zu mir sagte: „Jedes Mal, wenn ich auf eine Schulung gehe, freue ich mich auf die neuen Leute, die ich kennen lernen darf.“ Diese Perspektive spiegelte seine positive Grundhaltung zum Thema „neue“ und nicht „fremde“ Menschen wieder. Und allein durch diese Veränderung des „Wording“, fällt mir die Situation schon leichter. Dennoch bleibt auch bei mir eine gewisse Hemmschwelle, Leute einfach anzusprechen. Aber mit der Zeit habe ich einfach gelernt, dass aus diesen Zufallsbegegnungen so tolle Beziehungen und sogar Freundschaften entstanden sind. Vieler dieser Kontakte wären ohne meine Initiative nie zustande bekommen. Und so überwinde ich meine Ängste, versuche neuen Menschen freundlich und offen gegenüber zu treten, um so Raum für neue Kontakte zu ermöglichen.

Wichtige Rolemodels und Mentoren in meinem Leben

Ganz klar, es gibt Menschen, ohne die ich niemals da wäre, wo ich jetzt bin. Und ich glaube das ist eine sehr wichtige Erkenntnis in meinem (Berufs-)Leben. Denn zum einen erzeugt diese Einstellung eine gewisse „Bescheidenheit“ oder „Demut“ vor dem Zufallselement, dass jede Karriere in sich trägt. Natürlich sind Fleiß, Talent, Durchhaltevermögen, Mut, etc. wichtig. Aber manchmal muss man auch einfach zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, den richtigen Menschen über den Weg laufen. Bei mir, war es beispielsweise der Chef, der mir mit gerade einmal 26 zutraute Führungskraft zu werden. Viele andere wären das Risiko nicht eingegangen und hätte mir nicht diese Chance eingeräumt. Er tat es. Und nicht nur das. Er nahm sich auch die Zeit mir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, wenn ich mangels Erfahrung nicht weiterkam.

Aber wie gesagt, Rolemodels sind wichtig und das nicht nur für die Karriere. Es gibt viele Kolleginnen von denen ich mir über die Jahre bestimmte Aspekte abgeschaut habe. Sei es in Stilfragen, Verhaltens- und Charakterfragen. Und gerade hier fand ich es persönlich oft einfacher von anderen Frauen zu lernen, als von Männern.

Wichtig: Rolemodels zu haben bedeutet nicht sie zu kopieren

Ganz wichtig ist auch, dass ich mir genau den Aspekt von jemandem abschauen kann, den ich an dieser Person bewundere. Ich muss keine „kleine“ Kopie von jemandem werden, sondern aus vielen Vorbildern kann ich mir in kleinen Stücken Ideen und Inspiration zusammenpuzzeln, wie es zu mir passt. Bei Themen, die ich nicht so machen will wie ein Rolemodel, kann ich einfach die Einstellung „Good for her. Not for me“ walten lassen. Ich persönlich gehe auch soweit bestimmte Personen direkt um Rat oder Hilfe in einem bestimmten Thema zu bitten, bei dem ich weiß, dass sie mir helfen können. Ich persönlich freue mich auch immer, wenn ich positives Feedback zu meiner Arbeit bekomme und bin bereit Leute in Ihren Themen zu unterstützen, wenn ich das Gefühl habe, dass sich jemand auch wirklich damit beschäftigt hat und mich gezielt als Ansprechpartner ausgewählt hat.

Und last but not least: Beziehungen zu Vorbildern und Mentoren funktionieren meiner Meinung nach nur, wenn man diese auf echte und authentische Beziehungen aufbaut und nicht als Tauschhandel begreift. Vielleicht wird mehr aus einem Kontakt, vielleicht aber auch nicht. Wichtig ist, dass man auch den Kontakt selbst als interessant und bereichernd erlebt. Denn dann hat sich die Beziehung so oder so gelohnt.

Happy Networking!

Festgefahren im Job? Das kann Jeder passieren. Natürlich gibt es Dinge, auf die Du bereits im Vorstellungsgespräch achten kannst. Außerdem kannst Du die Beziehung zu Deinem Chef pflegen und selbst aktiv werden. Trotzdem kann es durch äusser Umstände, aber auch durch Dein eigenes Verhalten oder Deine Einstellung dazu kommen, dass Du festgefahren bist. Was kannst Du jetzt tun, um Deine Situation zu verbessern.

Aber zuerst einmal: Woher kommt es eigentlich, dass wir uns festgefahren im Job fühlen?

Aller Anfang ist das Studium – und danach landet man in der Sackgasse

Auch wenn man im Studium viel lernen muss und oft mit weniger Geld auskommen muss, trotzdem ist es für viele eine absolut geniale Zeit. Aber woran liegt das eigentlich? Für mich war es hauptsächlich die riesige Abwechslung, die das Studium so klasse gemacht hat. Ständig neue Fächer, Seminare, Praxisprojekte, Auslandssemester und neue Leute, Leute und Leute. Langeweile absolut Fehlanzeige. Und wenn doch mal etwas doof war – dann war es ja spätestens nach einem Semester vorbei. Im Job – gerade in vielen Einstiegsjobs – sieht das anders aus: Zunächst mal muss man die Routinen des Unternehmens kennenlernen. Das bedeutet oft 9 to 5. Die gleichen Kollegen. Die gleichen Abläufe. Wenn dann noch Unterforderung dazu kommt, oder die Inhalte einfach doof sind, kann der Job schnell zum Frustfaktor werden.

Der Chef – ein absolut kritischer Faktor für die Jobentwicklung

Man liest oft inspirational quotes, in denen es heißt, man solle sich für einen Chef entscheiden, nicht für einen Job. Oder lieber in einer schlechten Firma mit gutem Chef, als in einer guten Firma mit schlechten Chef arbeiten. Und da ist auf jeden Fall ein Funken Wahrheit dran. Es kann unfassbar demotivierend sein, z.B. kein Feedback zu bekommen oder viel zu wenig Feedback. Gerade am Anfang des Berufslebens, hat man oft so viel Potenzial, das noch ausgeschöpft werden will. Gleiches gilt für über- oder unterfordernde Aufgaben. Hier braucht ein Chef viel Gespür für das richtige Maß an Verantwortung und Vertrauen. Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit vielen Freiräumen klar, andere blühen erst richtig auf, wenn sie ganz viel selbst entscheiden dürfen. Ein guter Chef merkt das.

Das richtige Unternehmen – Was ist mein Purpose?

Mittlerweile haben wir ja schon verstanden, dass das „warum“ ganz wichtig ist. Das heißt wir wollen verstehen, warum das Unternehmen und seine Produkte gut sind, was der Zweck des Unternehmens in der Welt ist. Idealerweise stimmt das mit unseren Werten überein. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen auch, dass wir einen Zweck für das Unternehmen erfüllen. Warum sind wir wichtig im großen Ganzen. Wofür ist unsere Arbeit gut? Klasse Unternehmen schaffen es, jedem Mitarbeiter zu vermitteln, warum er wichtig ist und honorieren dies auch. In viel zu vielen Unternehmen, sind Mitarbeiter weiterhin aber nur ein „Kostenfaktor in der Leistungserstellung“ wie in einem BWL Lehrbuch. Das ist nicht motivierend. Und bedeutet, auch wenn die Produkte einer Firma noch so toll sind, wenn ich mich nutzlos und nicht wertgeschätzt fühle, schlägt das auf die Motivation.

 

Du bist festgefahren im Job? 10 Dinge, die du tun kannst:

  • Versuche herauszufinden, was genau dich enttäuscht: Ist es die Tätigkeit (zu langweilig oder zu anspruchsvoll), der Chef oder das gesamte Unternehmen?
  • Wie lange bist Du schon im Job? Nach einem halben Jahr kannst Du noch kein gutes Urteil fällen, mit fünf Jahren Frust hingegen, solltest Du wahrscheinlich schnell etwas ändern.
  • Hast Du schon aktiv Maßnahmen zur Veränderung angestoßen? Zum Beispiel ein direktes Gespräch mit deinem Chef. Gerade Frauen belassen es oft bei Andeutungen und Chefs verstehen diese dann unter Umstände nicht. Du solltest unter vier Augen direkt ansprechen, was dich stört
  • Bringe konkrete Vorschläge für Veränderung mit, z.B. welches Projekt Du übernehmen möchtest oder welche Stelle du gerne übernehmen willst
  • Dir fehlen bestimmte Kenntnisse, schlage Schulungen oder Maßnahmen vor, mit denen Du diese erwerben kannst
  • Bringe ein wenig Geduld mit. Von einem auf den anderen Tag ändert sich gerade in großen Unternehmen wenig, aber warte auch nicht ewig auf Veränderungen.
  • Falls Dein Chef sehr passiv ist, kannst Du durch aktives Netzwerken versuchen an andere Förderer oder potenzielle Mentoren heranzukommen
  • Spiegele Deine Sichtweise mit Kollegen deines Vertrauens oder mit Freunden, die in Deiner Branche Erfahrung haben. Hole Dir ein ehrliches Fremdbild ein. Hier kann natürlich auch ein professionelles Coaching helfen.
  • Schmeisse nicht alles hin, nur um einem Gespräch mit dem Chef aus dem Weg zu gehen. Bevor Du es nicht versucht hast, kannst Du schließlich nicht wissen, ob sich nicht doch etwas ändern kann.
  • Hast Du all diese Schritte (ernsthaft) unternommen und es tut sich immer noch nichts, dann ist es wahrscheinlich an der Zeit die Fühler auszustrecken. Stelle sicher, dass Du wirklich mit gutem Gewissen, alles getan hast, um an den Problemen zu arbeiten, dann kannst Du auch mit gutem Gewissen weiterziehen.

Dein Chef ist ein absoluter Schlüsselfaktor in deinem Berufsleben. Daher solltest Du Dir nicht nur den Job, sondern auch den Chef gezielt auswählen. Es heißt nicht umsonst: Mitarbeiter verlassen Chefs nicht Unternehmen. Und auch meine persönliche Erfahrung sagt mir, dass da definitiv etwas dran ist.

Schlüsselfaktor Chef oder Chefin

In vielen Fällen ist Dein Chef oder Deine Chefin, das Bindeglied zwischen Dir und dem Unternehmen. Du bekommst viele Informationen und auch Deine Aufgaben ausschließlich oder zumindest in weiten Teilen über Deinen Chef. Das bedeutet, dass seine Art Dinge zu kommunizieren oder zu vermitteln, sehr ausschlaggebend ist, was Du in welcher Form vom Unternehmen „mitbekommst“. Will heißen, wenn er gerne und schnell kommuniziert wirst auch Du gut informiert sein. Wenn er gut darin ist, interessante Projekte innerhalb des Unternehmens an Land zu ziehen, wirst auch Du interessante Aufgaben haben. Umgekehrt ist das aber leider auch der Fall: Wenn Dein Chef kein großes Interessen an Kommunikation hat, oder es schlicht nicht als notwendig erachtet, wird dies leider auch Dich beeinflussen. Natürlich hast Du dann immer noch die Möglichkeit andere Kanäle und Netzwerke zu nutzen, aber das ist oft nicht der ideale Weg. Mittlerweile arbeiten viele Organisationen auch in agilen und/oder cross-funktionalen Teams. Auch das ist dann ein Weg sich dem direkten Einfluss des Chefs zu entziehen oder sich zumindest Alternativen zu schaffen. Dennoch bleibt die Rolle des Chefs wichtig.

Dein(e) Chef(in) und Deine Karriereentwicklung

Auch für deine Karriere bzw. auch Deine ganze Entwicklung im Unternehmen ist Dein Chef maßgeblich wichtig. Je größer das Unternehmen desto mehr wird dein Chef zu Deinem Führsprecher, wenn es um das Thema Gehalt oder Schulungen und Weiterbildung geht. Denn je größer dir Organisation, desto anonymer sind die Verteilungswege von Budgets für Gehälter oder Schulungen. Und hier kommt dann natürlich Deine Chefin ins Spiel die diese Leistungen dann für Dich beantragen muss. Manchmal auch gegen die Widerstände anderer (die wiederum für Ihre Mitarbeiter eintreten). Wenn Dein Chef hier wenig motiviert oder sehr konfliktscheu ist, kann das für Dich zum Nachteil werden. Nämlich dann wenn Du immer den Kürzeren ziehst, wenn es um diese „Goodies“ geht. Natürlich kannst Du auch hier versuchen, über die Grenzen Deines Teams hinweg, positiv aufzufallen. Vielleicht auch Den Chef Deiner Chefin kennen zu lernen oder in übergreifenden Projekten zu glänzen. All das sind Möglichkeiten, neue Fürsprecher zu gewinnen. Aber der Chef bleibt trotzdem extrem wichtig.

Wenn der Chef oder die Chefin schädlich für dich wird

Auch Chefs und Chefinnen haben ihre eigenen Ziele. Und das ist ja auch nur natürlich und richtig. Für Dich kann dies zum Problem werden, wenn die Ziele Deiner Vorgesetzten, Deinen Ziele widersprechen. Dies ist vor allem dann schwierig, wenn Dein Chef eher egoistisch und wenig unternehmerisch handelt. Zum Beispiel wenn er sich gegen jeden auch noch so kleine Investition wehrt, auch wenn diese einen großen positiven Einfluss haben würde. Oder wenn der Chef Deine Weiterentwicklung verhindert, weil Du so wichtig für das Team bist. Sprich er verhindert, dass Du neue Jobangebote bekommst oder Dich auf eine verantwortungsvollere Stelle weiterentwickelst, weil er Angst hat, dass er dann seine Aufgaben nicht mehr erledigen kann. Auch gefährlich sind sehr passive Chefs, die wenig aktiv oder sehr unmotiviert sind. Das kann zur Folge haben, dass sie keine interessanten Projekte annehmen und versuchen alle Aufgaben abzublocken. Das bedeutet natürlich, dass in der Folge auch keine interessanten Jobs bei Dir landen.

Was tun, wenn der Chef zum Problem wird?

Ich habe ja hier bereits geschrieben, was Du tun kannst, wenn Du von Deinem Job enttäuscht bist. Bzw. hier auch die Überlegungen geteilt, die Du anstellen solltest, wenn Du überlegst zu kündigen. Du solltest auf jeden Fall erst alle Optionen austesten, bevor Du drastische Schritte unternimmst. Auch Chefs können mal eine schlechte Phase haben, oder sie sind sich überhaupt nicht dessen bewusst, dass Du Dir mehr Kommunikation oder andere Aufgaben wünschst.

Verändert sich aber dauerhaft nichts an der Beziehung, solltest Du unbedingt handeln. Denn wie bereits beschrieben, hat der Chef einen großen Einfluss. In manchen Fällen, kannst Du trotzdem auf dem Job bleiben, nämlich dann, wenn es Dir gelingt außerhalb Deines Teams so gute Kontakte und Netzwerke aufzubauen, dass Du Deinen Chef für Projekte oder Weiterentwicklung nichts mehr brauchst. Ist das aber nicht machbar, zum Beispiel, weil Du alleine an einem Standort bist oder Dein Job Dir nicht die Möglichkeiten für Kontakte bietet, dann solltest Du nach einer gewissen Zeit überlegen, ob Du Dich innerhalb oder außerhalb des Unternehmens verändern solltest. Reflektiere diese Entscheidung aber unbedingt mit einem Coach, Mentor oder einem Vertrauten. Idealerweise einer Person außerhalb des Teams. Denn oft ist man auch festgefahren in seinem Blick auf die Situation und in diesen Fällen solltest Du sicherstellen, dass Du wirklich alles versucht hast.

Was eine „schlechte“ Firma ist, wird wahrscheinlich jeder für sich selbst definieren müssen. So unterschiedlich wie wir als Einzelpersonen sind, so unterschiedlich sind wahrscheinlich auch die Definitionen, welche Firma gut oder schlecht ist. Daher kommt hier meine subjektive Einschätzung.

Kontrollwahn statt Ergebnisorientierung

Ich persönlich schätze an einer Firma, wenn sie ihren Mitarbeitern Freiheitsgrade einräumt. Das bedeutet für mich konkret: Mitarbeiter werden an ihren Ergebnissen gemessen, nicht so sehr daran wie genau sie diese erreichen. Heißt wenn die Chefs mehr Wert darauf legen, wer wie lange im Büro ist, als darauf, wer welchen Beitrag zum Erfolg liefert, läuft meiner Meinung nach etwas verkehrt.

Effizienz und Effektivität sind für mich viel wichtiger, als wie viel Zeit jemand für eine Aufgabe verwendet. Finden im Büro Wettbewerbe statt, wer abends am längsten bleibt, finde ich das suspekt. Denn wer seine Zeit gut einteilen und planen kann, der muss nicht ständig länger bleiben. Und wer stundenlang hoch konzentriert arbeitet, der ist irgendwann einfach nicht mehr produktiv. Und dann noch im Büro „rumzuhängen“ nur um Anwesenheit zu demonstrieren, finde ich sinnlos. Dennoch hat natürlich auch die Anwesenheit im Büro ihre Vorteile: hier können Netzwerke gepflegt werden und nicht selten entspringen super Ideen aus dem informellen Gespräch aus der Kaffeeecke. Aber Anwesenheit nur um der Anwesenheit willen, ist für mich ein Symptom einer Firma, die nichts für mich ist.

Mitarbeiterentwicklung wird als überflüssig angesehen

Feedback Fehlanzeige? Schulungen oder Weiterbildung ist Geldverschwendung? Das sind für mich klare Zeichen, dass Mitarbeiterentwicklung als unwichtig angesehen wird. Und das ist für mich ein Symptom einer schlechten Firma. Wenn Dein Chef sich maximal einmal im Jahr zu einem Mitarbeitergespräch durchringen kann und dich dieses dann auch nicht wirklich weiterbringt, ist das ein Zeichen dafür, dass Deine Entwicklung keine wirkliche Priorität hat. Manchmal bieten solche Laissez-fair Firmen auch ihre Vorteile. Insbesondere dann, wenn Du gut darin bist Strategien und Wege für Dich selbst zu finden. Aber wenn Du auf aktive Unterstützung Deines Chefs angewiesen bist, dann kann so ein Unternehmen natürlich zum Problem werden. In diesen Fällen hilft es, bereits im Vorstellungsgespräch das Thema Mitarbeiterentwicklung anzusprechen. Zum Beispiel, in dem Du nachfragst, ob regelmäßige Feedbackgespräche geplant sind. Oder in dem Du nach Schulungen fragst. An der Reaktion kannst Du oft schon ablesen, ob das Thema in der Firma Prio hat oder nicht.

Unklare Zielsetzung und Strategie

Ich finde es wichtig zu wissen, wohin ein Unternehmen unterwegs ist. Und für welche Werte das Unternehmen steht. Welche Strategie wird verfolgt? Denn ich möchte ich mit der Strategie identifizieren können. Auch finde ich es ein Riesenplus, wenn die Produkte zumindest ein paar Emotionen wecken. Glaube ich an die Produkte und Ihre Wirkung? Machen wir das Leben unserer Kunden ein bisschen besser? Für den ein oder anderen mag das nicht so wichtig sein, aber letztendlich ist das ja das „warum“ ich jeden Morgen zur Arbeit gehe? Dabei muss nicht jedes Produkt alle Probleme der Menschheit lösen. Mir reicht es zu sehen, dass das Produkt einen gewissen Wert erfüllt und vor allem, dass das Unternehmen eine klare Strategie für die Zukunft hat. Denn das bedeutet ja auch wieder Weiterentwicklung und Zukunftsaussichten für mich als Mitarbeiter.

Überlege Dir vorher was Du willst

Wie hier bereits geschrieben, bedeutet Vorstellungsgespräch auch, dass ein Unternehmen sich bei Dir vorstellt. Daher finde ich persönlich es sehr wichtig, dass Du Dir gerade im Bewerbungsprozess klar machst, was für Dich ein „gutes“ Unternehmen ist. Welche Anzeichen deuten für Dich darauf hin, dass ein Unternehmen „gut“ ist und Deine Werte mit dem Unternehmen übereinstimmen. Denn nur dann kannst Du im Vorstellungsprozess darauf achten, ob diese Kriterien bei dem Unternehmen auch erfüllt sind.

1 – Das Mindset im Mitarbeitergespräch ist extrem wichtig. Mache Dir das auf jeden Fall vorher bewusst. Gehe nicht einfach in das Gespräch hinein und warte, was von deinem Chef kommt. Kommt nämlich wenig bis nichts, dann bist Du meist unvorbereitet, das Gespräch in deinem Sinne zu lenken. Dein Input ist mindestens genauso wichtig, wie der deines Chefs.

2 – Überlege dir vorher was Du aus dem Gespräch mitnehmen willst. In vielen Firmen ist das Mitarbeitergespräch nur einmal im Jahr vorgesehen. Das heißt es ist eine Chance, die Du nur selten bekommst. Daher solltest Du Dir vorher auf jeden Fall bewusst machen, was Deine Ziele sind. Schreibe diese am besten auf und priorisiere sie. Auch ist es wichtig, dass Du Ziele für verschiedene Bereiche hast: Feedback, Weiterentwicklung/Karriere, neue Inhalte/Projekte und natürlich die finanzielle Perspektive.

Mit dem richtigen Mindset im Mitarbeitergespräch gutes Feedback erhalten

3 – Wenn Dein Chef Dir fortlaufend Feedback gibt, ist das prima. Doch viele Chefs vergessen es schlicht ihren Mitarbeitern im Alltag Feedback zu geben. Daher sollte ein gutes Mitarbeitergespräch auf jeden Fall Feedback enthalten. Überlege Dir vorher zu welchen Themen (zum Beispiel bestimmte Projekte, Präsentationen, Kundentermine,….) Du besonders gerne Feedback hättest. Und frage konkret danach, wenn dein Chef kein Feedback gibt.

4 – Zu gutem Feedback gehört auch, dass man gemeinsam überlegt, wie man an Herausforderungen arbeiten kann. Das ist der Bereich der Weiterentwicklung. Wo hast Du Verbesserungspotential und wie kannst Du daran arbeiten. Dein Mindset im Mitarbeitergespräch sollte sein, so gut wie möglich zu verstehen, was Dein Chef von Dir erwartet. Denn nur dann kannst Du seine Maßstäbe, an denen Du mit deiner Leistung gemessen wirst nachvollziehen.

5 – Gehe immer mit konkreten Maßnahmen aus dem Mitarbeitergespräch. Welche Projekte wirst Du in Zukunft übernehmen? Welche Fortbildung besuchen? Welche zusätzliche oder neue Verantwortung kannst Du übernehmen. Schreibe dies auf jeden Fall auch mit, damit Du es später beispielsweise auch mit deiner schriftlichen Zielvereinbarung abgleichen kannst. Deckt sich diese mit deiner Dokumentation ist das ein gutes Zeichen, dass Du und Dein Chef das gleiche Verständnis der nächsten Schritte habt.

Neue Inhalte und Projekte definieren

6 – Das Mitarbeitergespräch ist auf jeden Fall auch der Moment, um über deine weitere Karriereentwicklung zu sprechen. Willst Du mehr Verantwortung oder größere Projekte übernehmen, oder geht es Dir eher um die inhaltliche Weiterentwicklung? Dann ist jetzt der Moment das konkret anzusprechen. Warte nicht darauf, dass dein Chef deine Gedanken liest.

7 – Mache konkrete Vorschläge, wie das aussehen kann. Du solltest möglichst konkret werden. Sage nicht einfach: „Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen“. Sondern schlage ein konkretes Thema, Event, Kunden, Projekt, etc. vor, in dem Du das tun kannst. Dein Mindset Im Mitarbeitergespräch sollte sein, sogar schon konkrete Vorschläge zur Umsetzung zu machen. Damit bekommt Dein Chef ein klareres Bild von deiner Vision und kann auf dieser Basis konkreter eine Entscheidung treffen.

Mit dem richtigen Money Mindset im Mitarbeitergespräch

8 – Du musst auch deine finanzielle Weiterentwicklung ansprechen. Lies dazu auf jeden Fall auch hier nach, wie Du eine Gehaltsverhandlung richtig vorbereitest. Wie immer denke daran, dass Du auch Alternativen anbieten kannst: Zum Beispiel mehr Urlaubstage oder eine teure Schulung. Diese Dinge solltest Du auf jeden Fall vorher schon überlegt haben, damit Du im Gespräch verhandlungsbereit bist.

9 – Wenn Du schon weißt, dass das Thema Gehalt ein kritischer Knackpunkt wird, solltest Du auch bereits vorab einen Plan B recherchiert haben. Was tust Du, wenn der Chef sich nicht bewegt und auf keines Deiner Angebote eingeht? Was ist deine letzte Konsequenz? Bleibst Du trotzdem oder wirst Du Dir etwas Neues suchen. Vorsicht vor leeren Drohungen. Diese schädigen deine Verhandlungsposition nachhaltig.

Dein generelles Mindset im Mitarbeitergespräch

10 – Insbesondere Frauen neigen dazu, im Gespräch nicht klar genug zu kommunizieren, was Sie wollen. Sie verstecken sich hinter Andeutungen und wundern sich, wenn die Botschaft bei Ihren männlichen Chefs nicht ankommt. (Und ja das weiß ich aus eigener Erfahrung 😉 Daher formuliere deine Botschaften klar: „Ich wünsche mir,….“ Oder „Ich schlage vor, dass…“

Viel Erfolg – mit diesem Mindset schaffst Du das mit links!

 

 

 

Photocredit: rawpixel

 

 

Enttäuscht vom Job

Warum sind eigentlich so viele junge Frauen enttäuscht vom Job? Ich glaube hier kommen einfach sehr viele Themen zusammen und ich möchte einmal versuchen das irgendwie aufdröseln. Und natürlich möchte ich Dir eine praktische Hilfestellung an die Hand geben, wie Du aus der Jobkrise rauskommen kannst.

Aber zuerst einmal: Woher kommt es eigentlich, dass wir oft so enttäuscht vom Job sind?

Aller Anfang ist das Studium – und danach ist man enttäuscht vom Job

Auch wenn man im Studium viel lernen muss und oft mit weniger Geld auskommen muss, trotzdem ist es für viele eine absolut geniale Zeit. Aber woran liegt das eigentlich? Für mich war es hauptsächlich die riesige Abwechslung, die das Studium so klasse gemacht hat. Ständig neue Fächer, Seminare, Praxisprojekte, Auslandssemester und neue Leute, Leute und Leute. Langeweile absolut Fehlanzeige. Und wenn doch mal etwas doof war – dann war es ja spätestens nach einem Semester vorbei. Im Job – gerade in vielen Einstiegsjobs – sieht das anders aus: Zunächst mal muss man die Routinen des Unternehmens kennenlernen. Das bedeutet oft 9 to 5. Die gleichen Kollegen. Die gleichen Abläufe. Wenn dann noch Unterforderung dazu kommt, oder die Inhalte einfach doof sind, kann der Job schnell zum Frustfaktor werden.

Der Chef – ein absolut kritischer Faktor für die Jobentwicklung

Man liest oft inspirational quotes, in denen es heißt, man solle sich für einen Chef entscheiden, nicht für einen Job. Oder lieber in einer schlechten Firma mit gutem Chef, als in einer guten Firma mit schlechten Chef arbeiten. Und da ist auf jeden Fall ein Funken Wahrheit dran. Es kann unfassbar demotivierend sein, z.B. kein Feedback zu bekommen oder viel zu wenig Feedback. Gerade am Anfang des Berufslebens, hat man oft so viel Potenzial, das noch ausgeschöpft werden will. Gleiches gilt für über- oder unterfordernde Aufgaben. Hier braucht ein Chef viel Gespür für das richtige Maß an Verantwortung und Vertrauen. Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit vielen Freiräumen klar, andere blühen erst richtig auf, wenn sie ganz viel selbst entscheiden dürfen. Ein guter Chef merkt das.

Das richtige Unternehmen – Was ist mein Purpose?

Mittlerweile haben wir ja schon verstanden, dass das „warum“ ganz wichtig ist. Das heißt wir wollen verstehen, warum das Unternehmen und seine Produkte gut sind, was der Zweck des Unternehmens in der Welt ist. Idealerweise stimmt das mit unseren Werten überein. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen auch, dass wir einen Zweck für das Unternehmen erfüllen. Warum sind wir wichtig im großen Ganzen. Wofür ist unsere Arbeit gut? Klasse Unternehmen schaffen es, jedem Mitarbeiter zu vermitteln, warum er wichtig ist und honorieren dies auch. In viel zu vielen Unternehmen, sind Mitarbeiter weiterhin aber nur ein „Kostenfaktor in der Leistungserstellung“ wie in einem BWL Lehrbuch. Das ist nicht motivierend. Und bedeutet, auch wenn die Produkte einer Firma noch so toll sind, wenn ich mich nutzlos und nicht wertgeschätzt fühle, schlägt das auf die Motivation.

 

Du bist enttäuscht vom Job? 10 Dinge, die du tun kannst:

  • Versuche herauszufinden, was genau dich enttäuscht: Ist es die Tätigkeit (zu langweilig oder zu anspruchsvoll), der Chef oder das gesamte Unternehmen?
  • Wie lange bist Du schon im Job? Nach einem halben Jahr kannst Du noch kein gutes Urteil fällen, mit fünf Jahren Frust hingegen, solltest Du wahrscheinlich schnell etwas ändern.
  • Hast Du schon aktiv Maßnahmen zur Veränderung angestoßen? Zum Beispiel ein direktes Gespräch mit deinem Chef. Gerade Frauen belassen es oft bei Andeutungen und Chefs verstehen diese dann unter Umstände nicht. Du solltest unter vier Augen direkt ansprechen, was dich stört
  • Bringe konkrete Vorschläge für Veränderung mit, z.B. welches Projekt Du übernehmen möchtest oder welche Stelle du gerne übernehmen willst
  • Dir fehlen bestimmte Kenntnisse, schlage Schulungen oder Maßnahmen vor, mit denen Du diese erwerben kannst
  • Bringe ein wenig Geduld mit. Von einem auf den anderen Tag ändert sich gerade in großen Unternehmen wenig, aber warte auch nicht ewig auf Veränderungen.
  • Falls Dein Chef sehr passiv ist, kannst Du durch aktives Netzwerken versuchen an andere Förderer oder potenzielle Mentoren heranzukommen
  • Spiegele Deine Sichtweise mit Kollegen deines Vertrauens oder mit Freunden, die in Deiner Branche Erfahrung haben. Hole Dir ein ehrliches Fremdbild ein.
  • Schmeisse nicht alles hin, nur um einem Gespräch mit dem Chef aus dem Weg zu gehen. Bevor Du es nicht versucht hast, kannst Du schließlich nicht wissen, ob sich nicht doch etwas ändern kann.
  • Hast Du all diese Schritte (ernsthaft) unternommen und es tut sich immer noch nichts, dann ist es wahrscheinlich an der Zeit die Fühler auszustrecken. Stelle sicher, dass Du wirklich mit gutem Gewissen, alles getan hast, um an den Problemen zu arbeiten, dann kannst Du auch mit gutem Gewissen weiterziehen.

 

 

 

 

 

Foto von Jeffrey Czum

 

Das Neue Jahr hat angefangen und wahrscheinlich stehen in vielen Firmen jetzt die Mitarbeitergespräche an. Und insbesondere in großen Firmen gibt es natürlich für alles Deckel oder in anderen Worten feste Obergrenzen, wie viel verteilt werden kann – oder eben nicht. Deckel für Gehaltserhöhungen, Deckel für Schulungen, Deckel für Weiterentwicklungen. Und damit wird gefeilscht. Die Chefs schlagen sich die Köpfe ein, wer seinen Mitarbeiter auf eine Schulung schicken darf, wer Geld verteilen darf und wer einen Mitarbeiter eine Stufe „höher schalten“ darf, auf der Treppe der Weiterentwicklung zur Führungskraft.

Zum Beispiel kann ein zentraler Bestandteil sein, wer auf das konzerneigene Assessment Center geschickt werden darf. Oder eben nicht. Ohne AC keine Weiterentwicklung und wieder Warten für ein Jahr. In meinem alten Bereich in meinem Konzernjob hatten wir damals viele junge, talentierte Mitarbeiter, die Potenzial hatten in naher Zukunft gute Führungskräfte abzugeben. Umso mehr balgten sich meine Kollegen um die begehrten und gedeckelten Plätze für das AC. Und dabei ertappte ich meine (ausschließlich männlichen) Kollegen immer wieder bei folgender Argumentation. Wer möglichst klar, hart und verbindlich zeigt und verbal kommuniziert: „ich will jetzt aufs AC“ hat wesentlich bessere Chancen, als jemand der einfach hervorragend seinen Job macht, aber vielleicht nicht das Bedürfniss hat, dies ständig zu kommunizieren. Folglich fielen dann Kolleginnen hinten runter mit dem Argument: „Sie hat doch gesagt, es wäre ok für sie noch ein Jahr zu warten“. Die Frau machte einen top Job, leitete ein Strategieprojekt, arbeitet bis mitten in die Nacht, zeigte Führungsqualitäten. Aber sie was sie eben nicht getan hat, ist über den Flur zu laufen und laut zu verkünden: „Ich will jetzt aufs AC“. Wie viele Frauen wartete sie wahrscheinlich darauf, dass sie gefragt wird, dass jemand kommt der ihr Talent entdeckt und belohnt. Nur so tickt das System einfach nicht. Ich hatte damals versucht das meinen Kollegen deutlich zu machen, dass eine Frau eher nicht dazu tendiert zu sagen: „Ich will jetzt, sonst schmeiss ich euch hier den Laden hin.“ Ich habe sie gebeten zu verstehen, dass weibliche Kommunikationsmuster andere seien. Daraufhin argumentierten meine Kollegen, dass sie es ja dann scheinbar nicht genug wollen kann, dass sie ja dann wohl nicht genug brennen würde eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Sie vom Gegenteil zu überzeugen, fiel mir mehr als schwer und erwies sich an der ein oder anderen Stelle sogar als unmöglich.

Warum ich diese Geschichte hier zum besten gebe?

Mädels – nicht warten, bis ihr gefragt werdet. Eure Chefs sind froh um jedes Jahr, dass ihr ihnen mit eurer Bescheidenheit schenkt. Aber das Jahr gibt euch nachher keine zurück.