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Mit Ängsten besser umgehen – das ist wirklich ein absoluter Schlüssel, wenn wir uns Weiterentwickeln wollen. Denn Veränderungen und Wachstum kann einem schon mal Angst machen. Sogar, wenn es eine total positiver Veränderung, wie zum Beispiel eine lang ersehnte Beförderung ist.

Angst? Ich auch!

Wer mich persönlich kennen lernt, wäre wahrscheinlich überrascht, was für irrationale Ängste mich schon heimgesucht haben. Jetzt könnte ich stundenlang philosophieren, wo das herkommt. Aber es sei soviel gesagt, ich gehöre nicht zu den “happy go lucky” Typen, die mit einem Augenaufschlag und einem Lächeln alles im Leben erreichen können. Im Gegenteil – in eine neue Gruppe von Menschen zu kommen, fühlt sich nach wie vor nicht so toll an. Und sogar berufliche Projekte fühlen sich manchmal eine Nummer zu groß an. So richtig wurde mir das in einer konkreten Situation klar: Ich war auf einer Führungskräfteschulung für neue Mitarbeiter. Und mir war richtig mulmig bevor ich den Raum mit den vielen neuen Menschen betrat. Erst Abends fasste ich langsam Vertrauen und kam mehr in meinerm Komfortzone an. Einer der neuen Kollegen erzählte mir freudestrahlend, wie sehr er sich auf die vielen neuen, interessanten Leute gefreut hatte. Ein absoluter AHA Moment! Nummer 1: Wow ich hatte Angst und andere nicht! Nummer 2: Ich kann die Geschichte, die ich mir selbst erzähle beeinflussen und sogar verändern!

Change the narrative!

Was meine ich damit, meine “Geschichte zu verändern”? Damit meine ich, dass ich Situationen jetzt viel mehr aus einer neutralen Position sehe. Statt darüber nachzugrübeln, wie unangenehm etwas werden wird, versuche ich jetzt das positive herauszustellen. Da kommt mir die Einstellung meines Kollegens genau recht: Vor großen Veranstaltungen sage ich mir: Du wist tolle, neue Leute kennen lernen! Und nicht mehr: Was ist wenn Du alleine in der Ecke stehst und niemand mit dir redet. Denn über die allermeisten Situationen, kann man auf unterschiedliche Weise denken und zu sich selbst sprechen. Der Kollege hatte das übrigens gar nicht nötig. Er war einfach eine menschenfreundliche Rampensau. Aber sei Dir sicher, dass auch dieser Kollege irgendwelche Themen hat, die ihm Angst machen. Und dass das wahrscheinlich Dingen sind, die Dir nicht mal in den Sinn gekommen wären. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt: der kognitiven Verzerrung, die Dich daran hindert zu erkennen, dass die vermeitliche Bedrohung in Realität viel kleiner ist.

Was die kognitive Verzerrung bewirkt

Die kongnitive Verzerrung ist ein Begriff aus der Verhaltenstherapie. Im Bezug auf Ängste bedeutet diese, dass wir unsere Angst in vier Dimensionen falsch einschätzen:

  • Die Gefahr an sich wird irrational vergrößert
  • Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird viel zu hoch eingestuft
  • Die eigenen Möglichkeiten und Ressourcen mit der Gefahr (im Fall, dass sie tatsächlich eintritt) umzugehen, wird unterschätzt
  • Die Möglichkeiten sich Hilfe/Ressourcen von Außen zu holen wird unterschätzt

Übersetzt heißt das, dass wir uns selbst nicht trauen können, wenn es um unsere Ängste geht. Unser Gehirn schaltet sozusagen auf Autopilot und unsere Gedanken kreisen. Daher hilft in solchen Situationen auf jeden Fall das Gespräch mit einer vertrauten Person. Da sie uns im Zweifel den Spiegel vorhalten kann, wo wir uns gerade verrennen.

Mit Ängsten besser umgehen

Mir persönlich hat es wahnsinnig viel geholfen, dass ich mit meinen Ängsten besser umgehen konnte. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass diese Fähigkeit eine Schlüsselfähigkeit in meiner Karriere war und ist. Und damit meine ich auf keinen Fall unnötige Risiken einzugehen. Oder auch einfach Ängst zu ignorieren. Aber ich lasse mich heute nicht mehr von Angst lähmen, bzw. wäge ab welche realistischen (nicht irrationalen) Risiken bestehen und betreibe dann gezielt Risikomanagement. Wenn die Angst dann wieder kommt, kann ich mir selbst wieder vor Augen führen, welche Maßnahmen ich ergriffen habe, um das Risiko abzufedern bzw. seine Auswirkungen einzudämmen. Das hilft meist schon, um mich schnell wieder von dem Gedanken zu lösen. Denn Risiko heißt auch Chance und daher kann es ohne gezielte Risiken keine Weiterentwicklung geben.

Wenn auch für Dich Stillstand keine Option ist, musst Du an Deine Änste und Glaubenssätze ran!

 

 

 

 

 

 

Photocredits: Arthur Brognoli

Festgefahren im Job? Das kann Jeder passieren. Natürlich gibt es Dinge, auf die Du bereits im Vorstellungsgespräch achten kannst. Außerdem kannst Du die Beziehung zu Deinem Chef pflegen und selbst aktiv werden. Trotzdem kann es durch äusser Umstände, aber auch durch Dein eigenes Verhalten oder Deine Einstellung dazu kommen, dass Du festgefahren bist. Was kannst Du jetzt tun, um Deine Situation zu verbessern.

Aber zuerst einmal: Woher kommt es eigentlich, dass wir uns festgefahren im Job fühlen?

Aller Anfang ist das Studium – und danach landet man in der Sackgasse

Auch wenn man im Studium viel lernen muss und oft mit weniger Geld auskommen muss, trotzdem ist es für viele eine absolut geniale Zeit. Aber woran liegt das eigentlich? Für mich war es hauptsächlich die riesige Abwechslung, die das Studium so klasse gemacht hat. Ständig neue Fächer, Seminare, Praxisprojekte, Auslandssemester und neue Leute, Leute und Leute. Langeweile absolut Fehlanzeige. Und wenn doch mal etwas doof war – dann war es ja spätestens nach einem Semester vorbei. Im Job – gerade in vielen Einstiegsjobs – sieht das anders aus: Zunächst mal muss man die Routinen des Unternehmens kennenlernen. Das bedeutet oft 9 to 5. Die gleichen Kollegen. Die gleichen Abläufe. Wenn dann noch Unterforderung dazu kommt, oder die Inhalte einfach doof sind, kann der Job schnell zum Frustfaktor werden.

Der Chef – ein absolut kritischer Faktor für die Jobentwicklung

Man liest oft inspirational quotes, in denen es heißt, man solle sich für einen Chef entscheiden, nicht für einen Job. Oder lieber in einer schlechten Firma mit gutem Chef, als in einer guten Firma mit schlechten Chef arbeiten. Und da ist auf jeden Fall ein Funken Wahrheit dran. Es kann unfassbar demotivierend sein, z.B. kein Feedback zu bekommen oder viel zu wenig Feedback. Gerade am Anfang des Berufslebens, hat man oft so viel Potenzial, das noch ausgeschöpft werden will. Gleiches gilt für über- oder unterfordernde Aufgaben. Hier braucht ein Chef viel Gespür für das richtige Maß an Verantwortung und Vertrauen. Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit vielen Freiräumen klar, andere blühen erst richtig auf, wenn sie ganz viel selbst entscheiden dürfen. Ein guter Chef merkt das.

Das richtige Unternehmen – Was ist mein Purpose?

Mittlerweile haben wir ja schon verstanden, dass das „warum“ ganz wichtig ist. Das heißt wir wollen verstehen, warum das Unternehmen und seine Produkte gut sind, was der Zweck des Unternehmens in der Welt ist. Idealerweise stimmt das mit unseren Werten überein. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen auch, dass wir einen Zweck für das Unternehmen erfüllen. Warum sind wir wichtig im großen Ganzen. Wofür ist unsere Arbeit gut? Klasse Unternehmen schaffen es, jedem Mitarbeiter zu vermitteln, warum er wichtig ist und honorieren dies auch. In viel zu vielen Unternehmen, sind Mitarbeiter weiterhin aber nur ein „Kostenfaktor in der Leistungserstellung“ wie in einem BWL Lehrbuch. Das ist nicht motivierend. Und bedeutet, auch wenn die Produkte einer Firma noch so toll sind, wenn ich mich nutzlos und nicht wertgeschätzt fühle, schlägt das auf die Motivation.

 

Du bist festgefahren im Job? 10 Dinge, die du tun kannst:

  • Versuche herauszufinden, was genau dich enttäuscht: Ist es die Tätigkeit (zu langweilig oder zu anspruchsvoll), der Chef oder das gesamte Unternehmen?
  • Wie lange bist Du schon im Job? Nach einem halben Jahr kannst Du noch kein gutes Urteil fällen, mit fünf Jahren Frust hingegen, solltest Du wahrscheinlich schnell etwas ändern.
  • Hast Du schon aktiv Maßnahmen zur Veränderung angestoßen? Zum Beispiel ein direktes Gespräch mit deinem Chef. Gerade Frauen belassen es oft bei Andeutungen und Chefs verstehen diese dann unter Umstände nicht. Du solltest unter vier Augen direkt ansprechen, was dich stört
  • Bringe konkrete Vorschläge für Veränderung mit, z.B. welches Projekt Du übernehmen möchtest oder welche Stelle du gerne übernehmen willst
  • Dir fehlen bestimmte Kenntnisse, schlage Schulungen oder Maßnahmen vor, mit denen Du diese erwerben kannst
  • Bringe ein wenig Geduld mit. Von einem auf den anderen Tag ändert sich gerade in großen Unternehmen wenig, aber warte auch nicht ewig auf Veränderungen.
  • Falls Dein Chef sehr passiv ist, kannst Du durch aktives Netzwerken versuchen an andere Förderer oder potenzielle Mentoren heranzukommen
  • Spiegele Deine Sichtweise mit Kollegen deines Vertrauens oder mit Freunden, die in Deiner Branche Erfahrung haben. Hole Dir ein ehrliches Fremdbild ein. Hier kann natürlich auch ein professionelles Coaching helfen.
  • Schmeisse nicht alles hin, nur um einem Gespräch mit dem Chef aus dem Weg zu gehen. Bevor Du es nicht versucht hast, kannst Du schließlich nicht wissen, ob sich nicht doch etwas ändern kann.
  • Hast Du all diese Schritte (ernsthaft) unternommen und es tut sich immer noch nichts, dann ist es wahrscheinlich an der Zeit die Fühler auszustrecken. Stelle sicher, dass Du wirklich mit gutem Gewissen, alles getan hast, um an den Problemen zu arbeiten, dann kannst Du auch mit gutem Gewissen weiterziehen.

Was eine „schlechte“ Firma ist, wird wahrscheinlich jeder für sich selbst definieren müssen. So unterschiedlich wie wir als Einzelpersonen sind, so unterschiedlich sind wahrscheinlich auch die Definitionen, welche Firma gut oder schlecht ist. Daher kommt hier meine subjektive Einschätzung.

Kontrollwahn statt Ergebnisorientierung

Ich persönlich schätze an einer Firma, wenn sie ihren Mitarbeitern Freiheitsgrade einräumt. Das bedeutet für mich konkret: Mitarbeiter werden an ihren Ergebnissen gemessen, nicht so sehr daran wie genau sie diese erreichen. Heißt wenn die Chefs mehr Wert darauf legen, wer wie lange im Büro ist, als darauf, wer welchen Beitrag zum Erfolg liefert, läuft meiner Meinung nach etwas verkehrt.

Effizienz und Effektivität sind für mich viel wichtiger, als wie viel Zeit jemand für eine Aufgabe verwendet. Finden im Büro Wettbewerbe statt, wer abends am längsten bleibt, finde ich das suspekt. Denn wer seine Zeit gut einteilen und planen kann, der muss nicht ständig länger bleiben. Und wer stundenlang hoch konzentriert arbeitet, der ist irgendwann einfach nicht mehr produktiv. Und dann noch im Büro „rumzuhängen“ nur um Anwesenheit zu demonstrieren, finde ich sinnlos. Dennoch hat natürlich auch die Anwesenheit im Büro ihre Vorteile: hier können Netzwerke gepflegt werden und nicht selten entspringen super Ideen aus dem informellen Gespräch aus der Kaffeeecke. Aber Anwesenheit nur um der Anwesenheit willen, ist für mich ein Symptom einer Firma, die nichts für mich ist.

Mitarbeiterentwicklung wird als überflüssig angesehen

Feedback Fehlanzeige? Schulungen oder Weiterbildung ist Geldverschwendung? Das sind für mich klare Zeichen, dass Mitarbeiterentwicklung als unwichtig angesehen wird. Und das ist für mich ein Symptom einer schlechten Firma. Wenn Dein Chef sich maximal einmal im Jahr zu einem Mitarbeitergespräch durchringen kann und dich dieses dann auch nicht wirklich weiterbringt, ist das ein Zeichen dafür, dass Deine Entwicklung keine wirkliche Priorität hat. Manchmal bieten solche Laissez-fair Firmen auch ihre Vorteile. Insbesondere dann, wenn Du gut darin bist Strategien und Wege für Dich selbst zu finden. Aber wenn Du auf aktive Unterstützung Deines Chefs angewiesen bist, dann kann so ein Unternehmen natürlich zum Problem werden. In diesen Fällen hilft es, bereits im Vorstellungsgespräch das Thema Mitarbeiterentwicklung anzusprechen. Zum Beispiel, in dem Du nachfragst, ob regelmäßige Feedbackgespräche geplant sind. Oder in dem Du nach Schulungen fragst. An der Reaktion kannst Du oft schon ablesen, ob das Thema in der Firma Prio hat oder nicht.

Unklare Zielsetzung und Strategie

Ich finde es wichtig zu wissen, wohin ein Unternehmen unterwegs ist. Und für welche Werte das Unternehmen steht. Welche Strategie wird verfolgt? Denn ich möchte ich mit der Strategie identifizieren können. Auch finde ich es ein Riesenplus, wenn die Produkte zumindest ein paar Emotionen wecken. Glaube ich an die Produkte und Ihre Wirkung? Machen wir das Leben unserer Kunden ein bisschen besser? Für den ein oder anderen mag das nicht so wichtig sein, aber letztendlich ist das ja das „warum“ ich jeden Morgen zur Arbeit gehe? Dabei muss nicht jedes Produkt alle Probleme der Menschheit lösen. Mir reicht es zu sehen, dass das Produkt einen gewissen Wert erfüllt und vor allem, dass das Unternehmen eine klare Strategie für die Zukunft hat. Denn das bedeutet ja auch wieder Weiterentwicklung und Zukunftsaussichten für mich als Mitarbeiter.

Überlege Dir vorher was Du willst

Wie hier bereits geschrieben, bedeutet Vorstellungsgespräch auch, dass ein Unternehmen sich bei Dir vorstellt. Daher finde ich persönlich es sehr wichtig, dass Du Dir gerade im Bewerbungsprozess klar machst, was für Dich ein „gutes“ Unternehmen ist. Welche Anzeichen deuten für Dich darauf hin, dass ein Unternehmen „gut“ ist und Deine Werte mit dem Unternehmen übereinstimmen. Denn nur dann kannst Du im Vorstellungsprozess darauf achten, ob diese Kriterien bei dem Unternehmen auch erfüllt sind.

Nun ist er also da – der letzte Tag im alten Job. Hier kommen meine top 3 To Dos, was Du tun solltest, um diesen Tag optimal zu nutzen. Einer der ersten Posts auf diesem Blog, war ja meine top 3 für den ersten Tag im neuen Job. Dies ist jetzt also das Gegenstück dazu.

Ich habe ja vor ein paar Tagen schon recht ausführlich berichtet, dass die Entscheidung für (oder gegen) eine Kündigung oft recht emotional ausfallen kann. Daher ist es meiner Meinung nach total normal, dass auch der letzte Tag im alten Job Emotionen mit sich bringt. Bei mir kam dann sogar oft nochmal eine Art Wehmut auf. So nach dem Motto “war doch alles so schön”. Gleichzeitig kann es aber auch sein, dass Du bereits innerlich mit dem Job abgeschlossen hast, dann kann es oft sehr erleichternd sein, wenn es dann auch wirklich vorbei ist.

Gefühle sind Gefühle

Und damit sind Sie keine objektiven Gründe, von denen Du Dich leiten lassen solltest. Wenn Du also rational an Deine Entscheidung herangegangen bist. Idealerweise mit einer Liste an Zielen bzw. Anforderungen, die Du künftig suchst. Dann kannst Du genau diese Liste jetzt wieder hervorkramen und Dir klar machen, dass Du verdammt gute Gründe hattest zu kündigen. Auch wenn Dich jetzt vielleicht Gefühle von Veränderungsangst und Wehmut plagen. Mach Dir klar, dass du eine Entscheidung getroffen hast und dass Du alles versucht hast, um Deine Ziele in diesem Job umzusetzen. Wenn Du Deine Veränderung vielleicht sogar mit einem Coach besprochen hast, umso besser. Dann weisst Du, dass auch eine neutrale und emotionl nicht beteiligte Person Dich begleitet hat. Und hoffentlich sichergestellt hast, dass Du zu einer runden Entscheidung kommst.

Genieße das, was gut war

Heute ist wahrscheinlich Dein letztes Mal in dieser Firma, diesem Büro mit diesen Kollegen. Zumindest in dieser engen Form der Zusammenarbeit, werdet ihr nicht mehr zusammenkommen. Daher solltest Du unbedingt diesen Tag nutzen, das, was gut war auszukosten und bewusst zu erleben. Ich versuche zum Beispiel mich auf jeden Fall persönlich von allen zu verabschieden, die mir wichtig sind. Egal, was es in Deinem Fall ist, nutze es aus. Der Ausblick von der Büroterrasse? Der leckere Kaffee in der Kantine? Jetzt oder nie! Egal, unter welchen Umständen Deine Kündigung erfolgt ist, es gibt immer Dinge, auf die Du trotzdem positiv zurückschauen solltest. Daher #Dankbarkeit!

Schlage nie eine Tür zu, die Du auch angelehnt lassen kannst

In den letzten 12 Monaten sind folgende Dinge passiert: Einer meiner Ex-Chefs wurde mein erster Kunde in meiner Selbstständigkeit als Strategieberaterin. Ein Mitglied des Management Teams meiner ersten Firma, rettete mir den Popo, in dem er bei einem Event als Speaker einsprang. So verhinderte er, dass das ganze Event (für das ich verantwortlich war) abgesagt werden musste. Und ein weiterer Ex-Chef ludt mich zur Weihnachtsfeier ein, obwohl ich seit 7 Monaten nicht mehr in der Firma arbeitete. Nicht zu vergessen der Pförtner, der mir einen Parkausweis für einen Parkplatz besorgte, auf dem ich eigentlich nicht hätte parken dürfen, Monate, nachdem ich nicht mehr dort arbeitete.

Was ich damit sagen will? Es lohnt sich immer, (wenn es irgendwie geht) einen positiven Abschluss zu finden. Und es lohnt sich immer, mit guten Menschen in Kontakt zu bleiben. Freundlich zu sein, menschlich, ehrlich und offen. Deine Frustration ist verständlich und ja, wahrscheinlich ist nicht alles perfekt gelaufen, aber das nun in den Vordergrund zu stellen ist kleinlich. Du hast gekündigt. Du hast für Dich die Weichen neu gestellt. Das ist was zählt. Nachtragen oder Nachtreten ist in den meisten Fällen kleinlich. Der letzte Tab im alten Job ist nicht der Tag der großen Abrechnung. Außer bei Arschlöchern 😉

 

 

 

 

 

Photocredits: Jeremy Bishop

Leider ist die Frage: “Soll ich kündigen?” wirklich eine harte Nuss. Daher ist es auch nicht selten, dass man sich monatelang und manchmal sogar jahrelang mir ihr quält. Zumindest ging es mir so. Kaum hatte ich den Entschluss gefasst, endlich etwas zu verändern, da kam irgendwoher das sprichwörtliche Lichtlein. Oder mit anderen Worten irgendetwas passierte, dass mir doch kurzfristig wieder Hoffnung machte, dass sich was ändert. Oder, dass ich mich ändere. Oder beides…

Und auch in diesem Post, habe ich bereits berichtet, dass es gar nicht so selten vorkommt, dass wir – insbesondere nach dem Studium – enttäuscht vom Job sind.

Schuldgefühle sind Quatsch

Was mich bislang am meisten quälte, war die Frage: Bin ich schuld? Passe ich einfach “niergendwo hin”? Habe ich übersteigerte Vorstellungen? Sind meine Erwartungen einfach zu hoch? Rückblickend muss ich sagen – nein, wenn es einfach nicht passt, passt es nicht und dann ist keiner Schuld. Dennoch bin ich der Meinung, dass man die Entscheidung, ob man kündigt, sehr (sehr) gründlich überdenken sollte. Überstürzte Entscheidungen führen meiner Meinung nach häufig nur dazu, dass man sich zu schnell in etwas Neues stürzt und sich leider schnell wieder mit der Frage: “Soll ich kündigen?” konfrontiert sieht.

Die rosarote Vorstellungsgesprächsbrille

Letzte Woche hatte ich ein ziemlich unangenehmes Telefonat mit einer sehr guten Freundin. Mittlerweile versuche ich eigentlich Freunde möglichst nicht zu coachen. Genau aus dem gleichen Grund, warum ich auch meinen Klienten ein professionelles Coaching empfehle und nicht etwa Freunde und Eltern. Warum? Weil professionelle Distanz für beide Seiten das A und O sind. Zurück zu dem Telefonat: meine Freundin ist seit längerem verzweifelt in ihrem Job. Nun hat sie (den gleichen Job) bei einer Konkurrenzfirma angeboten bekommen. Und nach dem ersten Gespräch war sie nur begeistert. Alles war fantastisch: den neue Chef, die neuen Kollegen, die neue Stelle. Bei mir klingelten jedoch die Alamrglocken. Ist es realistisch, dass bei der neuen Stellen alles fantastisch ist? Oder hat meine Freundin die rosarote Brille auf. Die einen alles positiv sehen lässt, was einem erlaubt den gehassten Job zu verlassen? In einer solchen Situation würde ich unbedingt kritisch bleiben. Nur weil es ein neuer Job ist, sind nicht alle Probleme weg. Und vielleicht kommen sogar Neue hinzu. Ruhig, gelassen und kritisch bleiben!

Soll ich kündigen? Bitte erst alle Optionen ausschöpfen

Bei mir endeten vielen Kündigen damit, dass die andere Seite (sprich mein Chef) überrascht waren. Rückblickend ist das eigentlich meiner Meinung nach ein schlechtes Zeichen. Es bedeutet nämlich, dass Du nicht klar genug kommuniziert hast, dass Du etwas verändern möchtest. Denn sonst wüsste Dein Chef ja, was Du suchst und wäre auch nicht überrascht. Daher ist mein Tipp immer, zunächst sehr, sehr klar das Gespräch zu suchen und das nicht nur einmal und konstruktiv Änderungen vorzuschlagen. Sei es Flexibilität der Arbeit, die Inhalte, Verantwortungsumfang oder was auch immer Dir auf der Seele brennt. Dafür solltest Du genau diese Wünsche auch sehr konkret ausformuliert haben. Was genau suchst Du? Wie lässt sich das operativ umsetzen. Sollten diese Versuche nicht fruchten, hast Du automatisch auch schon Deine Wunschliste für die nächste Stelle und Du läufst nicht Gefahr, dass Du vorschnell die rosarote Brille aufziehst ohne genau zu schauen, ob der neue Job auch Deine Wünsche erfüllt.

Der richtige Zeitpunkt für eine Kündigung

Mal davon abgesehen, dass es einen perfekten Zeitpunkt sowieso nie gibt, gibt es meiner Meinung nach einen guten Zeitpunkt. Und der ist nicht dann, wenn Du schon völlig verzweifelt bist. Ich kenne es aus eigener Erfahrung. Man will dringend weg, steckt fest in einer Mühle und fühlt sich gefangen. Aber genau dann, bekommt man nur absagen. Denn natürlich spüren andere auch, dass du gerade nicht in Höchstform bist. Daher empfehle ich eigentlich zum einen, die Bewerbungsunterlagen immer aktuell zu halten. Warte nicht mit einem Fototermin für neue Fotos bist Du völlig feritg ist, denn guess what: das sieht man auf den Fotos. Lass einfach mal zwischendrin Fotos machen. Einfach so, völlig unverbindlich aber dafür mit einem entspannten Lächeln. Das gleiche gilt für den Lebenslauf. Du hast gerade ein cooles Projekt abeschlossen? Ab damit in den Lebenslauf. Deine Erinnerung ist frisch und der Stolz schwingt noch mit. Krampfig Bewerbung schreiben, wenn Du eigentlich nur heulten willst. Das wird schwierig. Daher lieber auf dem Höhepunkt deiner Lernkurve nach neuen Herausforderungen suchen, als wenn Du gerade am Boden liegst.

Soll ich kündigen? Lass Dir bei der Entscheidung helfen

Auf mir hat diese Entscheidung oft wie eine drückende Last gelegen und ich war heilfroh, dass ich einen guten Coach an meiner Seite hatte, mit der ich meine Gedanken sortieren konnte. Du bist emotional. Du hast Angst. Du willst die Weichen für die Zukunft richtig stellen. Du machst dir Druck. All das ist völlig normal, trübt aber auch deinen Blick für rationale Entscheidungen. Aber genau diese solltest Du jetzt treffen. Genau diese Situationen sind aus meiner Sicht ein Paradebeispiel dafür, wo ein professioneller und erfahrener Coach helfen kann.

Und denk immer daran: Nichts ist irreversibel, auch wenn es oft so scheint. Das Leben uns voller zweiter, dritter und vierter Chancen. Du schaffst das!

 

 

 

 

 

 

 

Photocredits: Chris Brenner

Enttäuscht vom Job

Warum sind eigentlich so viele junge Frauen enttäuscht vom Job? Ich glaube hier kommen einfach sehr viele Themen zusammen und ich möchte einmal versuchen das irgendwie aufdröseln. Und natürlich möchte ich Dir eine praktische Hilfestellung an die Hand geben, wie Du aus der Jobkrise rauskommen kannst.

Aber zuerst einmal: Woher kommt es eigentlich, dass wir oft so enttäuscht vom Job sind?

Aller Anfang ist das Studium – und danach ist man enttäuscht vom Job

Auch wenn man im Studium viel lernen muss und oft mit weniger Geld auskommen muss, trotzdem ist es für viele eine absolut geniale Zeit. Aber woran liegt das eigentlich? Für mich war es hauptsächlich die riesige Abwechslung, die das Studium so klasse gemacht hat. Ständig neue Fächer, Seminare, Praxisprojekte, Auslandssemester und neue Leute, Leute und Leute. Langeweile absolut Fehlanzeige. Und wenn doch mal etwas doof war – dann war es ja spätestens nach einem Semester vorbei. Im Job – gerade in vielen Einstiegsjobs – sieht das anders aus: Zunächst mal muss man die Routinen des Unternehmens kennenlernen. Das bedeutet oft 9 to 5. Die gleichen Kollegen. Die gleichen Abläufe. Wenn dann noch Unterforderung dazu kommt, oder die Inhalte einfach doof sind, kann der Job schnell zum Frustfaktor werden.

Der Chef – ein absolut kritischer Faktor für die Jobentwicklung

Man liest oft inspirational quotes, in denen es heißt, man solle sich für einen Chef entscheiden, nicht für einen Job. Oder lieber in einer schlechten Firma mit gutem Chef, als in einer guten Firma mit schlechten Chef arbeiten. Und da ist auf jeden Fall ein Funken Wahrheit dran. Es kann unfassbar demotivierend sein, z.B. kein Feedback zu bekommen oder viel zu wenig Feedback. Gerade am Anfang des Berufslebens, hat man oft so viel Potenzial, das noch ausgeschöpft werden will. Gleiches gilt für über- oder unterfordernde Aufgaben. Hier braucht ein Chef viel Gespür für das richtige Maß an Verantwortung und Vertrauen. Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit vielen Freiräumen klar, andere blühen erst richtig auf, wenn sie ganz viel selbst entscheiden dürfen. Ein guter Chef merkt das.

Das richtige Unternehmen – Was ist mein Purpose?

Mittlerweile haben wir ja schon verstanden, dass das „warum“ ganz wichtig ist. Das heißt wir wollen verstehen, warum das Unternehmen und seine Produkte gut sind, was der Zweck des Unternehmens in der Welt ist. Idealerweise stimmt das mit unseren Werten überein. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen auch, dass wir einen Zweck für das Unternehmen erfüllen. Warum sind wir wichtig im großen Ganzen. Wofür ist unsere Arbeit gut? Klasse Unternehmen schaffen es, jedem Mitarbeiter zu vermitteln, warum er wichtig ist und honorieren dies auch. In viel zu vielen Unternehmen, sind Mitarbeiter weiterhin aber nur ein „Kostenfaktor in der Leistungserstellung“ wie in einem BWL Lehrbuch. Das ist nicht motivierend. Und bedeutet, auch wenn die Produkte einer Firma noch so toll sind, wenn ich mich nutzlos und nicht wertgeschätzt fühle, schlägt das auf die Motivation.

 

Du bist enttäuscht vom Job? 10 Dinge, die du tun kannst:

  • Versuche herauszufinden, was genau dich enttäuscht: Ist es die Tätigkeit (zu langweilig oder zu anspruchsvoll), der Chef oder das gesamte Unternehmen?
  • Wie lange bist Du schon im Job? Nach einem halben Jahr kannst Du noch kein gutes Urteil fällen, mit fünf Jahren Frust hingegen, solltest Du wahrscheinlich schnell etwas ändern.
  • Hast Du schon aktiv Maßnahmen zur Veränderung angestoßen? Zum Beispiel ein direktes Gespräch mit deinem Chef. Gerade Frauen belassen es oft bei Andeutungen und Chefs verstehen diese dann unter Umstände nicht. Du solltest unter vier Augen direkt ansprechen, was dich stört
  • Bringe konkrete Vorschläge für Veränderung mit, z.B. welches Projekt Du übernehmen möchtest oder welche Stelle du gerne übernehmen willst
  • Dir fehlen bestimmte Kenntnisse, schlage Schulungen oder Maßnahmen vor, mit denen Du diese erwerben kannst
  • Bringe ein wenig Geduld mit. Von einem auf den anderen Tag ändert sich gerade in großen Unternehmen wenig, aber warte auch nicht ewig auf Veränderungen.
  • Falls Dein Chef sehr passiv ist, kannst Du durch aktives Netzwerken versuchen an andere Förderer oder potenzielle Mentoren heranzukommen
  • Spiegele Deine Sichtweise mit Kollegen deines Vertrauens oder mit Freunden, die in Deiner Branche Erfahrung haben. Hole Dir ein ehrliches Fremdbild ein.
  • Schmeisse nicht alles hin, nur um einem Gespräch mit dem Chef aus dem Weg zu gehen. Bevor Du es nicht versucht hast, kannst Du schließlich nicht wissen, ob sich nicht doch etwas ändern kann.
  • Hast Du all diese Schritte (ernsthaft) unternommen und es tut sich immer noch nichts, dann ist es wahrscheinlich an der Zeit die Fühler auszustrecken. Stelle sicher, dass Du wirklich mit gutem Gewissen, alles getan hast, um an den Problemen zu arbeiten, dann kannst Du auch mit gutem Gewissen weiterziehen.

 

 

 

 

 

Foto von Jeffrey Czum