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1 – Das Mindset im Mitarbeitergespräch ist extrem wichtig. Mache Dir das auf jeden Fall vorher bewusst. Gehe nicht einfach in das Gespräch hinein und warte, was von deinem Chef kommt. Kommt nämlich wenig bis nichts, dann bist Du meist unvorbereitet, das Gespräch in deinem Sinne zu lenken. Dein Input ist mindestens genauso wichtig, wie der deines Chefs.

2 – Überlege dir vorher was Du aus dem Gespräch mitnehmen willst. In vielen Firmen ist das Mitarbeitergespräch nur einmal im Jahr vorgesehen. Das heißt es ist eine Chance, die Du nur selten bekommst. Daher solltest Du Dir vorher auf jeden Fall bewusst machen, was Deine Ziele sind. Schreibe diese am besten auf und priorisiere sie. Auch ist es wichtig, dass Du Ziele für verschiedene Bereiche hast: Feedback, Weiterentwicklung/Karriere, neue Inhalte/Projekte und natürlich die finanzielle Perspektive.

Mit dem richtigen Mindset im Mitarbeitergespräch gutes Feedback erhalten

3 – Wenn Dein Chef Dir fortlaufend Feedback gibt, ist das prima. Doch viele Chefs vergessen es schlicht ihren Mitarbeitern im Alltag Feedback zu geben. Daher sollte ein gutes Mitarbeitergespräch auf jeden Fall Feedback enthalten. Überlege Dir vorher zu welchen Themen (zum Beispiel bestimmte Projekte, Präsentationen, Kundentermine,….) Du besonders gerne Feedback hättest. Und frage konkret danach, wenn dein Chef kein Feedback gibt.

4 – Zu gutem Feedback gehört auch, dass man gemeinsam überlegt, wie man an Herausforderungen arbeiten kann. Das ist der Bereich der Weiterentwicklung. Wo hast Du Verbesserungspotential und wie kannst Du daran arbeiten. Dein Mindset im Mitarbeitergespräch sollte sein, so gut wie möglich zu verstehen, was Dein Chef von Dir erwartet. Denn nur dann kannst Du seine Maßstäbe, an denen Du mit deiner Leistung gemessen wirst nachvollziehen.

5 – Gehe immer mit konkreten Maßnahmen aus dem Mitarbeitergespräch. Welche Projekte wirst Du in Zukunft übernehmen? Welche Fortbildung besuchen? Welche zusätzliche oder neue Verantwortung kannst Du übernehmen. Schreibe dies auf jeden Fall auch mit, damit Du es später beispielsweise auch mit deiner schriftlichen Zielvereinbarung abgleichen kannst. Deckt sich diese mit deiner Dokumentation ist das ein gutes Zeichen, dass Du und Dein Chef das gleiche Verständnis der nächsten Schritte habt.

Neue Inhalte und Projekte definieren

6 – Das Mitarbeitergespräch ist auf jeden Fall auch der Moment, um über deine weitere Karriereentwicklung zu sprechen. Willst Du mehr Verantwortung oder größere Projekte übernehmen, oder geht es Dir eher um die inhaltliche Weiterentwicklung? Dann ist jetzt der Moment das konkret anzusprechen. Warte nicht darauf, dass dein Chef deine Gedanken liest.

7 – Mache konkrete Vorschläge, wie das aussehen kann. Du solltest möglichst konkret werden. Sage nicht einfach: „Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen“. Sondern schlage ein konkretes Thema, Event, Kunden, Projekt, etc. vor, in dem Du das tun kannst. Dein Mindset Im Mitarbeitergespräch sollte sein, sogar schon konkrete Vorschläge zur Umsetzung zu machen. Damit bekommt Dein Chef ein klareres Bild von deiner Vision und kann auf dieser Basis konkreter eine Entscheidung treffen.

Mit dem richtigen Money Mindset im Mitarbeitergespräch

8 – Du musst auch deine finanzielle Weiterentwicklung ansprechen. Lies dazu auf jeden Fall auch hier nach, wie Du eine Gehaltsverhandlung richtig vorbereitest. Wie immer denke daran, dass Du auch Alternativen anbieten kannst: Zum Beispiel mehr Urlaubstage oder eine teure Schulung. Diese Dinge solltest Du auf jeden Fall vorher schon überlegt haben, damit Du im Gespräch verhandlungsbereit bist.

9 – Wenn Du schon weißt, dass das Thema Gehalt ein kritischer Knackpunkt wird, solltest Du auch bereits vorab einen Plan B recherchiert haben. Was tust Du, wenn der Chef sich nicht bewegt und auf keines Deiner Angebote eingeht? Was ist deine letzte Konsequenz? Bleibst Du trotzdem oder wirst Du Dir etwas Neues suchen. Vorsicht vor leeren Drohungen. Diese schädigen deine Verhandlungsposition nachhaltig.

Dein generelles Mindset im Mitarbeitergespräch

10 – Insbesondere Frauen neigen dazu, im Gespräch nicht klar genug zu kommunizieren, was Sie wollen. Sie verstecken sich hinter Andeutungen und wundern sich, wenn die Botschaft bei Ihren männlichen Chefs nicht ankommt. (Und ja das weiß ich aus eigener Erfahrung 😉 Daher formuliere deine Botschaften klar: „Ich wünsche mir,….“ Oder „Ich schlage vor, dass…“

Viel Erfolg – mit diesem Mindset schaffst Du das mit links!

 

 

 

Photocredit: rawpixel

 

 

Enttäuscht vom Job

Warum sind eigentlich so viele junge Frauen enttäuscht vom Job? Ich glaube hier kommen einfach sehr viele Themen zusammen und ich möchte einmal versuchen das irgendwie aufdröseln. Und natürlich möchte ich Dir eine praktische Hilfestellung an die Hand geben, wie Du aus der Jobkrise rauskommen kannst.

Aber zuerst einmal: Woher kommt es eigentlich, dass wir oft so enttäuscht vom Job sind?

Aller Anfang ist das Studium – und danach ist man enttäuscht vom Job

Auch wenn man im Studium viel lernen muss und oft mit weniger Geld auskommen muss, trotzdem ist es für viele eine absolut geniale Zeit. Aber woran liegt das eigentlich? Für mich war es hauptsächlich die riesige Abwechslung, die das Studium so klasse gemacht hat. Ständig neue Fächer, Seminare, Praxisprojekte, Auslandssemester und neue Leute, Leute und Leute. Langeweile absolut Fehlanzeige. Und wenn doch mal etwas doof war – dann war es ja spätestens nach einem Semester vorbei. Im Job – gerade in vielen Einstiegsjobs – sieht das anders aus: Zunächst mal muss man die Routinen des Unternehmens kennenlernen. Das bedeutet oft 9 to 5. Die gleichen Kollegen. Die gleichen Abläufe. Wenn dann noch Unterforderung dazu kommt, oder die Inhalte einfach doof sind, kann der Job schnell zum Frustfaktor werden.

Der Chef – ein absolut kritischer Faktor für die Jobentwicklung

Man liest oft inspirational quotes, in denen es heißt, man solle sich für einen Chef entscheiden, nicht für einen Job. Oder lieber in einer schlechten Firma mit gutem Chef, als in einer guten Firma mit schlechten Chef arbeiten. Und da ist auf jeden Fall ein Funken Wahrheit dran. Es kann unfassbar demotivierend sein, z.B. kein Feedback zu bekommen oder viel zu wenig Feedback. Gerade am Anfang des Berufslebens, hat man oft so viel Potenzial, das noch ausgeschöpft werden will. Gleiches gilt für über- oder unterfordernde Aufgaben. Hier braucht ein Chef viel Gespür für das richtige Maß an Verantwortung und Vertrauen. Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit vielen Freiräumen klar, andere blühen erst richtig auf, wenn sie ganz viel selbst entscheiden dürfen. Ein guter Chef merkt das.

Das richtige Unternehmen – Was ist mein Purpose?

Mittlerweile haben wir ja schon verstanden, dass das „warum“ ganz wichtig ist. Das heißt wir wollen verstehen, warum das Unternehmen und seine Produkte gut sind, was der Zweck des Unternehmens in der Welt ist. Idealerweise stimmt das mit unseren Werten überein. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen auch, dass wir einen Zweck für das Unternehmen erfüllen. Warum sind wir wichtig im großen Ganzen. Wofür ist unsere Arbeit gut? Klasse Unternehmen schaffen es, jedem Mitarbeiter zu vermitteln, warum er wichtig ist und honorieren dies auch. In viel zu vielen Unternehmen, sind Mitarbeiter weiterhin aber nur ein „Kostenfaktor in der Leistungserstellung“ wie in einem BWL Lehrbuch. Das ist nicht motivierend. Und bedeutet, auch wenn die Produkte einer Firma noch so toll sind, wenn ich mich nutzlos und nicht wertgeschätzt fühle, schlägt das auf die Motivation.

 

Du bist enttäuscht vom Job? 10 Dinge, die du tun kannst:

  • Versuche herauszufinden, was genau dich enttäuscht: Ist es die Tätigkeit (zu langweilig oder zu anspruchsvoll), der Chef oder das gesamte Unternehmen?
  • Wie lange bist Du schon im Job? Nach einem halben Jahr kannst Du noch kein gutes Urteil fällen, mit fünf Jahren Frust hingegen, solltest Du wahrscheinlich schnell etwas ändern.
  • Hast Du schon aktiv Maßnahmen zur Veränderung angestoßen? Zum Beispiel ein direktes Gespräch mit deinem Chef. Gerade Frauen belassen es oft bei Andeutungen und Chefs verstehen diese dann unter Umstände nicht. Du solltest unter vier Augen direkt ansprechen, was dich stört
  • Bringe konkrete Vorschläge für Veränderung mit, z.B. welches Projekt Du übernehmen möchtest oder welche Stelle du gerne übernehmen willst
  • Dir fehlen bestimmte Kenntnisse, schlage Schulungen oder Maßnahmen vor, mit denen Du diese erwerben kannst
  • Bringe ein wenig Geduld mit. Von einem auf den anderen Tag ändert sich gerade in großen Unternehmen wenig, aber warte auch nicht ewig auf Veränderungen.
  • Falls Dein Chef sehr passiv ist, kannst Du durch aktives Netzwerken versuchen an andere Förderer oder potenzielle Mentoren heranzukommen
  • Spiegele Deine Sichtweise mit Kollegen deines Vertrauens oder mit Freunden, die in Deiner Branche Erfahrung haben. Hole Dir ein ehrliches Fremdbild ein.
  • Schmeisse nicht alles hin, nur um einem Gespräch mit dem Chef aus dem Weg zu gehen. Bevor Du es nicht versucht hast, kannst Du schließlich nicht wissen, ob sich nicht doch etwas ändern kann.
  • Hast Du all diese Schritte (ernsthaft) unternommen und es tut sich immer noch nichts, dann ist es wahrscheinlich an der Zeit die Fühler auszustrecken. Stelle sicher, dass Du wirklich mit gutem Gewissen, alles getan hast, um an den Problemen zu arbeiten, dann kannst Du auch mit gutem Gewissen weiterziehen.

 

 

 

 

 

Foto von Jeffrey Czum

 

Geld Jahresgespräch Gehalt

Ich habe dich hoffentlich in meinem Post vor ein paar Tagen überzeugt habe, dass Gehaltsverhandlung ein „Muss“ ist. Daher möchte ich dir jetzt alle Tipps geben, wie Du die Gehaltsverhandlung perfekt vorbereiten kannst.

Eine Gehaltsverhandlung muss vorbereitet werden.

Viele Leute machen den Fehler, sich nicht auf die Frage nach dem Gehalt vorzubereiten. Klar, Du bist ja darauf fokussiert, einen möglichst guten Eindruck in deinem Vorstellungsgespräch zu machen. Oder auch, wenn es sich um ein Jahresgespräch handelt, bist Du vielleicht nervös vor dem Feedback Deines Chefs. Dennoch solltest Du darauf gefasst sein, dass die Frage nach dem Gehalt kommt. Oder zum Beispiel im Fall des Jahresgesprächs, musst Du vielleicht sogar selbst die Initiative ergreifen. So oder so Du darfst Dir die Chance nicht entgehen lassen.

Bei der Gehaltsverhandlung geht es um Geld – aber nicht nur um Geld.

Ein Arbeitsplatz ist so viel mehr als das Gehalt. Fixiere Dich deshalb nicht nur darauf, mehr Geld rauszuhandeln, sondern überlege Dir auch, was Die außer Geld wichtig ist. Eine interessante Schulung, auf die Du schon lange wolltest? Oder eine flexiblere Homeoffice Regelung? Auch zusätzliche Urlaubstage, Stundenreduzierung bei gleichem Gehalt oder ähnliches, können je nach Lebensmodell sehr interessant sein. Am besten Du steckst Dir selbst einen flexiblen Rahmen, was Dir wichtig ist. Ordne diese Liste dann nach deinen Prioritäten. Lehnt der Chef deine Top Priorität ab, kannst Du immer noch nach dem zweiten Punkt auf deiner Liste fragen. So bleibt auch eine vermeintlich geschlossene Tür weiter offen.

Die richtige Vorbereitung hilft Dir, gelassen zu bleiben.

An anderer Stelle habe ich ja schon erzählt, wie Du dich ideal auf die Gehaltsverhandlung vorbereitest. Sprich insbesondere wie Du Deinen Marktwert recherchieren kannst. Befindest Du Dich im Recruitingprozess für einen neuen Job, dann verkaufst Du dich ja sowieso schon mit allen Argumenten. Hier würdest Du beim Thema Gehalt keine neuen Argumente mehr vorbringen. Das schwächt deine Position, da es oft wie ein Rechtfertigungsversuch wirkt, warum Du das Geld auch wirklich verdienst. Das sollte aber nach einem Top Interview gar nicht mehr notwendig sein. Bei einem Jahresgespräch ist die Situation etwas anders. Hier hilft es auf jeden Fall aufzuzeigen, worin der eigene Beitrag besteht. Dabei nicht nur in die Vergangenheit blicken, sondern auch in die Zukunft. Was wirst Du künftig schaffen, welche Verantwortung wirst Du übernehmen? Je besser Du Dich vorbereitest, desto ruhiger und souveräner wirst Du wirken.

Der Moment der Verhandlung ist kurz.

Ok, Du hast die Gehaltsverhandlung perfekt vorbereitet. Was jetzt? Insbesondere im Jobinterview besteht die Verhandlung, bzw. deine Forderung meist nur aus einem Satz. Diesen bringst Du ruhig und gelassen vor und wartest dann. Auch wenn jetzt eine unangenehme Stille entsteht. Widerstehe der Versuchung dich irgendwie zu rechtfertigen. Gleiches gilt für das Jahresgespräch. Hier trägst Du deine Argumente kurz und prägnant vor und dann lässt Du das Gesagte einen Moment wirken. Erwarte keine sofortige Antwort.

Natürlich solltest Du das Gehalt auch unterjährig ansprechen.

Auch wenn in Deinem Unternehmen vielleicht nur einmal im Jahr die Möglichkeit zur eigentlichen Gehaltsanpassung besteht, solltest Du nicht bis zu deinem Jahresgespräch warten, um das Thema Gehalt und andere Konditionen mit Deinem Chef zu besprechen. Oft sind zum Jahresgespräch die Budgets nämlich bereits verteilt und Dein Chef hat vielleicht gar nicht mehr die Möglichkeit, Deine Forderung zu erfüllen. Daher solltest Du unbedingt bereits davor aktiv werden. Warte einen günstigen Moment ab. Es sollte ein ruhiger Moment sein und ein Moment, in dem dein Chef auch mit Dir zufrieden ist. Jetzt kannst Du gelassen anmerken, was Dir vorschwebt, dabei keine konkreten Zahlen nennen, aber klar machen, dass beim nächsten Jahresgespräch etwas passieren sollte. Insbesondere auch dann, wenn Du beispielsweise deine Arbeitsstunden verändern willst oder andere größere Anpassungen möchtest. So hat Dein Chef Zeit sich Gedanken zu machen, wie er deine Forderungen erfüllen kann. Du vermeidest es Ihn zu überrumpeln. Reagiert er genervt oder gar sofort ablehnend, hast du wenigstens Zeit gewonnen, in der Du weißt woran Du bist. Mache Dir schon vorher klar, wie Du damit umgehst. Das gehört auch dazu die Gehalstverhandlung perfekt vorzubereiten.

Was ist wenn mein Chef „nein“ sagt.

Auch hier solltest Du nicht sofort die Flinte ins Korn werfen. Gerade bei Sonderregelungen, die es in der Firma vielleicht so noch nicht gibt, tun sich viele erstmal schwer. Gib Deinem Chef Zeit, das Ganze sacken zu lassen. Vielleicht überdenkt er seine Meinung. Tut er das nicht und versucht er auch dem Thema aus dem Weg zu gehen, dann weißt Du woran Du bist. Und dann bleibt natürlich nur der Klassiker „love it or leave it“.

 

 

Bildquelle: Lucas Pezeta

 

 

Das Neue Jahr hat angefangen und wahrscheinlich stehen in vielen Firmen jetzt die Mitarbeitergespräche an. Und insbesondere in großen Firmen gibt es natürlich für alles Deckel oder in anderen Worten feste Obergrenzen, wie viel verteilt werden kann – oder eben nicht. Deckel für Gehaltserhöhungen, Deckel für Schulungen, Deckel für Weiterentwicklungen. Und damit wird gefeilscht. Die Chefs schlagen sich die Köpfe ein, wer seinen Mitarbeiter auf eine Schulung schicken darf, wer Geld verteilen darf und wer einen Mitarbeiter eine Stufe „höher schalten“ darf, auf der Treppe der Weiterentwicklung zur Führungskraft.

Zum Beispiel kann ein zentraler Bestandteil sein, wer auf das konzerneigene Assessment Center geschickt werden darf. Oder eben nicht. Ohne AC keine Weiterentwicklung und wieder Warten für ein Jahr. In meinem alten Bereich in meinem Konzernjob hatten wir damals viele junge, talentierte Mitarbeiter, die Potenzial hatten in naher Zukunft gute Führungskräfte abzugeben. Umso mehr balgten sich meine Kollegen um die begehrten und gedeckelten Plätze für das AC. Und dabei ertappte ich meine (ausschließlich männlichen) Kollegen immer wieder bei folgender Argumentation. Wer möglichst klar, hart und verbindlich zeigt und verbal kommuniziert: „ich will jetzt aufs AC“ hat wesentlich bessere Chancen, als jemand der einfach hervorragend seinen Job macht, aber vielleicht nicht das Bedürfniss hat, dies ständig zu kommunizieren. Folglich fielen dann Kolleginnen hinten runter mit dem Argument: „Sie hat doch gesagt, es wäre ok für sie noch ein Jahr zu warten“. Die Frau machte einen top Job, leitete ein Strategieprojekt, arbeitet bis mitten in die Nacht, zeigte Führungsqualitäten. Aber sie was sie eben nicht getan hat, ist über den Flur zu laufen und laut zu verkünden: „Ich will jetzt aufs AC“. Wie viele Frauen wartete sie wahrscheinlich darauf, dass sie gefragt wird, dass jemand kommt der ihr Talent entdeckt und belohnt. Nur so tickt das System einfach nicht. Ich hatte damals versucht das meinen Kollegen deutlich zu machen, dass eine Frau eher nicht dazu tendiert zu sagen: „Ich will jetzt, sonst schmeiss ich euch hier den Laden hin.“ Ich habe sie gebeten zu verstehen, dass weibliche Kommunikationsmuster andere seien. Daraufhin argumentierten meine Kollegen, dass sie es ja dann scheinbar nicht genug wollen kann, dass sie ja dann wohl nicht genug brennen würde eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Sie vom Gegenteil zu überzeugen, fiel mir mehr als schwer und erwies sich an der ein oder anderen Stelle sogar als unmöglich.

Warum ich diese Geschichte hier zum besten gebe?

Mädels – nicht warten, bis ihr gefragt werdet. Eure Chefs sind froh um jedes Jahr, dass ihr ihnen mit eurer Bescheidenheit schenkt. Aber das Jahr gibt euch nachher keine zurück.