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Mit Ängsten besser umgehen – das ist wirklich ein absoluter Schlüssel, wenn wir uns Weiterentwickeln wollen. Denn Veränderungen und Wachstum kann einem schon mal Angst machen. Sogar, wenn es eine total positiver Veränderung, wie zum Beispiel eine lang ersehnte Beförderung ist.

Angst? Ich auch!

Wer mich persönlich kennen lernt, wäre wahrscheinlich überrascht, was für irrationale Ängste mich schon heimgesucht haben. Jetzt könnte ich stundenlang philosophieren, wo das herkommt. Aber es sei soviel gesagt, ich gehöre nicht zu den “happy go lucky” Typen, die mit einem Augenaufschlag und einem Lächeln alles im Leben erreichen können. Im Gegenteil – in eine neue Gruppe von Menschen zu kommen, fühlt sich nach wie vor nicht so toll an. Und sogar berufliche Projekte fühlen sich manchmal eine Nummer zu groß an. So richtig wurde mir das in einer konkreten Situation klar: Ich war auf einer Führungskräfteschulung für neue Mitarbeiter. Und mir war richtig mulmig bevor ich den Raum mit den vielen neuen Menschen betrat. Erst Abends fasste ich langsam Vertrauen und kam mehr in meinerm Komfortzone an. Einer der neuen Kollegen erzählte mir freudestrahlend, wie sehr er sich auf die vielen neuen, interessanten Leute gefreut hatte. Ein absoluter AHA Moment! Nummer 1: Wow ich hatte Angst und andere nicht! Nummer 2: Ich kann die Geschichte, die ich mir selbst erzähle beeinflussen und sogar verändern!

Change the narrative!

Was meine ich damit, meine “Geschichte zu verändern”? Damit meine ich, dass ich Situationen jetzt viel mehr aus einer neutralen Position sehe. Statt darüber nachzugrübeln, wie unangenehm etwas werden wird, versuche ich jetzt das positive herauszustellen. Da kommt mir die Einstellung meines Kollegens genau recht: Vor großen Veranstaltungen sage ich mir: Du wist tolle, neue Leute kennen lernen! Und nicht mehr: Was ist wenn Du alleine in der Ecke stehst und niemand mit dir redet. Denn über die allermeisten Situationen, kann man auf unterschiedliche Weise denken und zu sich selbst sprechen. Der Kollege hatte das übrigens gar nicht nötig. Er war einfach eine menschenfreundliche Rampensau. Aber sei Dir sicher, dass auch dieser Kollege irgendwelche Themen hat, die ihm Angst machen. Und dass das wahrscheinlich Dingen sind, die Dir nicht mal in den Sinn gekommen wären. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt: der kognitiven Verzerrung, die Dich daran hindert zu erkennen, dass die vermeitliche Bedrohung in Realität viel kleiner ist.

Was die kognitive Verzerrung bewirkt

Die kongnitive Verzerrung ist ein Begriff aus der Verhaltenstherapie. Im Bezug auf Ängste bedeutet diese, dass wir unsere Angst in vier Dimensionen falsch einschätzen:

  • Die Gefahr an sich wird irrational vergrößert
  • Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird viel zu hoch eingestuft
  • Die eigenen Möglichkeiten und Ressourcen mit der Gefahr (im Fall, dass sie tatsächlich eintritt) umzugehen, wird unterschätzt
  • Die Möglichkeiten sich Hilfe/Ressourcen von Außen zu holen wird unterschätzt

Übersetzt heißt das, dass wir uns selbst nicht trauen können, wenn es um unsere Ängste geht. Unser Gehirn schaltet sozusagen auf Autopilot und unsere Gedanken kreisen. Daher hilft in solchen Situationen auf jeden Fall das Gespräch mit einer vertrauten Person. Da sie uns im Zweifel den Spiegel vorhalten kann, wo wir uns gerade verrennen.

Mit Ängsten besser umgehen

Mir persönlich hat es wahnsinnig viel geholfen, dass ich mit meinen Ängsten besser umgehen konnte. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass diese Fähigkeit eine Schlüsselfähigkeit in meiner Karriere war und ist. Und damit meine ich auf keinen Fall unnötige Risiken einzugehen. Oder auch einfach Ängst zu ignorieren. Aber ich lasse mich heute nicht mehr von Angst lähmen, bzw. wäge ab welche realistischen (nicht irrationalen) Risiken bestehen und betreibe dann gezielt Risikomanagement. Wenn die Angst dann wieder kommt, kann ich mir selbst wieder vor Augen führen, welche Maßnahmen ich ergriffen habe, um das Risiko abzufedern bzw. seine Auswirkungen einzudämmen. Das hilft meist schon, um mich schnell wieder von dem Gedanken zu lösen. Denn Risiko heißt auch Chance und daher kann es ohne gezielte Risiken keine Weiterentwicklung geben.

Wenn auch für Dich Stillstand keine Option ist, musst Du an Deine Änste und Glaubenssätze ran!

 

 

 

 

 

 

Photocredits: Arthur Brognoli

Work Life Balance

Im Moment ist das Thema Arbeitszeit vs. Freizeit ja viel diskutiert – #worklifeblanace.  Ist Zeit, in der man zwar frei hat, aber trotzdem für das Unternehmen erreichbar ist Arbeitszeit? Wenn man abends vom Smartphone aus noch eine E-Mail tippt, versaut einem das den Feierabend oder sorgt es dafür, dass man entspannter ist, weil man nichts unerledigt herumliegen lassen muss? Es hat auf jeden Fall den Vorteil, dass man am nächsten Tag nicht mehr dran denken muss. Dass diese Frage nicht pauschal zu beantworten ist, zeigt sich schon allein daran, wie die Unternehmen damit umgehen. Manche Unternehmen schalten ihren Mitarbeitern sogar den Server ab, um sie in der Freizeit zum “frei haben” zu zwingen. Manche Firmen bieten gar keine Homeofficeregelungen, während andere komplett auf ein Büro verzichten.

Natürlich gibt es eine Selbstverantwortung beim Thema #worklifebalance

Jetzt könnte man natürlich sagen: Ich bin doch schon groß und auch sehr klug und kann selbst entscheiden, ob ich ans Telefon gehen, wenn es klingelt oder nicht, bzw. ob ich abends noch eine E-Mail schreiben will oder nicht. Stimmt ja auch – im Prinzip. Aber wie das mit Prinzipien so ist: Jeder hat seine eigenen und nur weil man prinzipiell eines hat, heißt das noch lange nicht, dass man sich immer dran hält. (Im Prinzip brauche ich auch keine Schuhe mehr…anderes Thema).

In der Vergangenheit bin Ich selbst in Sachen Freizeit von einem Extrem ins andere gefallen. Als ich in der Beratung gearbeitet habe, hatte ich quasi eine Standleitung zu meinem Chef, der mich ständig (und damit meine ich nahezu jeden Abend) zwischen acht und neun Uhr abends angerufen hat. Abendliche Treffen im Büro, Meetings, die auf 22 Uhr angesetzt wurden, am Wochenende “noch schnell was fertig machen”, inclusive. Und ich hatte sowas von keinen Bock mehr auf diesen Arbeitsstil. Zumal das allermeiste davon deshalb notwendig war, weil mein Chef sich selbst nicht organisieren konnte. Er verbrachte ganze Arbeitstage mit Tramezzini und Espressi beim Nobelitaliener neben seinem Büro, um dann abends irgendwann in die Gänge zu kommen. Auf Kosten meiner Freizeit.

 

Ich sorge selbst für meine #worklifebalance aber lange mit schlechten Gewissen

Ein schlechtes Gewissen hatte ich aber trotzdem, als ich nach ca. 2 Jahren Zusammenarbeit anfing, seine abendlichen Panikanrufe nicht mehr zu beantworten. Danach im Konzernumfeld habe ich Kollegen, die sich mit ihrer ständigen Erreichbarkeit brüsten (was aber in einer Firma mit einer geregelten Kernarbeitszeit schlicht und ergreifend nicht notwendig ist). Ich ging abends nicht an mein Firmenhandy und nur meine eigenen Mitarbeiter und engsten Kollegen hatten meine Privatnummer, auf der ich immer erreichbar bin (gewählt hat sie bis jetzt keiner). Ich lebte gut damit und trauerte meinen around-the-clock Zeiten keine Träne nach. Ein schlechtes Gewissen hatte ich weitestgehend auch nicht mehr. Trotzdem gab es natürlich Momente, in denen meine Chefs mir versuchten ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn ich mir die Freiheit nahm erst am nächsten Morgen auf Ihre Mail zu antworten oder klar machte, dass ich während meines (einzigen) längeren Urlaubs im Jahr eine Vertreter habe, der alle Fragen beantworten kann und nicht selbst jede Mail beantwortete.

 

Für mich der Königsweg: Maximale Freiheit

Mittlerweile bin ich in einer neuen Phase angelangt. Ich bin an einer Hochschule tätig, habe nur noch wenige „feste“ Anwesenheitszeiten, dafür aber gefühlt 100 Projekte, die alle meine Aufmerksamkeit brauchen. Ich entscheide selbst frei, wann ich arbeite und wann nicht. Und witziger Weise ist auch das gar nicht so einfach, obwohl ich vermeintlich jetzt die volle Kontrolle über meine Zeit habe.

Wie geht es Dir mit der #worklifebalance? Wie sieht Dein Zeitmanagement aus? Welcher Stil liegt Dir am meisten?

Work Life Balance

Durch die Arbeit an meinem Buch und meiner Disseration, habe ich zwei große Projekte hinter mir. Heute möchte ich Dir meine top Tipps mitgehen, wie Du große Projekte besser angehen kannst.

Schneide den Elefant in Scheiben

Wenn etwas zu groß aussieht – oder in anderen Worten ein Elefant von einem Projekt ist – solltest Du es unbedingt in kleinere Pakete unterteilen. Und das hat ganz praktische, aber auch psychologischen Gründe. Warum? Praktisch kannst Du so kleinere und beherrschbare Schritte bearbeiten. Du hast schnell Erfolgserlebnisse und kannst To Dos von Deiner Liste streichen. Auch kannst Du kleinere Pakete besser einplanen und mit einer Zeitplanung versehen. Das bedeutet, dass Du auch einen besseren Überblick bekommst, was Du in welcher Zeit realistisch bearbeiten kannst. Das erspart Frust: Denn wenn Du an einem großen Berg arbeitest, bekommst Du schnell das Gefühl, dass Du „nichts“ erreichst hast, obwohl Du eine ganze Stunde investiert hast. Hast Du allerdings ein Paket vor Dir, das eine Stunde dauert, kannst Du es sehr wahrscheinlich erfolgreich abhaken. So hast Du schneller Erfolgserlebnisse und das Projekt wird positiv besetzt, anstatt Quelle von Unzufriedenheit zu sein.

 

Kenne Deinen Umsetzungstypen

Kennst Du die „vier Tendenzen“ von Gretchen Rubin? Ich bin total begeistert von dieser Einteilung. Im Gegensatz zu anderen Tests, sagt Gretchen nämlich nicht, „wer“ Du bist, sondern welche Rahmenbedingungen Du für eine erfolgreiche Umsetzung brauchst. Sie unterscheidet dabei zwischen Menschen, die eher intrinsisch oder extrinsisch motiviert sind. Du brauchst Druck von außen? Dann bist Du ein Teamplayer. Du kannst Dich super selbst motivieren, dann bist Du wahrscheinlich ein Hinterfrager. Dieser Typ kann Dinge nämlich erst umsetzen, wenn er sie für sich selbst hinterfragt und als sinnvoll eingestuft hat. Der Pflichterfüller kommt mit Druck von außen gut zurecht, kann sich aber auch selbst Druck machen. Der Rebell hingegen kann weder Druck von außen noch von innen akzeptieren. Wenn Du große Projekte angehst, solltest Du Deinen Typen unbedingt kennen und einbeziehen. Als Teamplayer musst Du Dir ein System schaffen, dem Du Rechenschaft ablegen musst. Zum Beispiel solltest Du Dich für das Projekt mit einer Freundin verabreden.

 

Großer Wurf oder kleine Schritte – was liegt Dir mehr?

Auch hier gibt es zwei verschiedene Typen: Brauchst Du den großen Wurf? Oder reicht es Dir in kleinen aber stetigen Schritten voranzukommen. Dementsprechend solltest Du deine Zeit für das Projekt einplanen. Menschen, die mit kleinen aber stetigen Schritten zurechtkommen könnten zum Beispiel jeden Morgen eine Stunde früher aufstehen und diese dem Projekt widmen. Wenn Du hingegen eher das Gefühl brauchst etwas Großes geschafft zu haben, solltest Du stattdessen lieber in größeren Abständen einen ganzen Tag für Dein Projekt einplanen. Wichtig ist hier auch wieder sich selbst zu kennen. Brauchst Du viel Anlauf, um in die Arbeit hineinzukommen? Dann nutzt Dir wahrscheinlich ein großer Zeitblock mehr, als viele Kleine. Kannst Du Dich nicht lange konzentrieren. Dann sind mehrere kleine Zeiteinheiten für Dich geschickter. Wichtig ist, dass die Zeitplanung dann auch in Deinem Kalender landet und die gleiche Priorität, wie andere Termine bekommt.

 

An welchem großen Projekt arbeitest Du gerade? #beatalentista

 

Die drei Schlüssel zu finanzieller Unabhängigkeit? Wenn man so manchen Money Mindset Coach danach fragt kommt: Sparen, sparen, sparen. Bei mir tauch das Sparen gar nicht in der Liste auf. Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin gekennende Minimalistin und unverhältnismaßiger Konsum ist sicher nicht mein Hobby.

Was stört mich an der Diskussion rund ums Sparen?

Ich halte es für eine wichtige Fähigkeit, Deine Ausgaben (grob) zu kennen. Du solltest definitiv wissen, was Deine großen Kostenblöcke sind. Und Du solltest auch immer wissen, woran Du sparen könntest, sollte das mal notwendig werden. Aber ich finde, wer nur oder hauptsächlich übers Sparen redet, wenn es um finanzielle Unabhängigkeit geht, der hat das Thema nicht richtig verstanden. Warum? Weil Sparen geht immer nur von dem “Kuchen”, den ich einnehme. Daher arbeite ich lieber daran, dass der Kuchen größer wird. Denn dann werden (vernünftiger Umgang mit dem Geld vorausgesetzt) auch die Stücke, dich ich Sparen bzw. investieren kann immer größer. Also Schluss mit dem Knausern an kleinen Dingen und her mit der großen Kohle 😉

Schlüssel Nummer 1: Dein Einstiegsgehalt

Jedes Einstiegsgehalt, ob beim ersten, zweiten oder dritten Job, bietet einen Hebel zur Verhandlung. Und ja, Du solltest Dein Gehalt immer verhandeln. Die Studie einer amerikanischen Universtität hat herausgefunden, dass nur 7% der Akademikerinnen ihr erstes Gehalt verhandeln. Bei den Männern tun dies 57%. Der Jobwechsel oder Einstieg, bietet hier eine einmalige Gelegenheit, da Du eine bessere Verhandlungsposition hast, als wenn Du bereits in der Firma arbeitest.

Auch wenn Deine Firma ein großes, tarifgebundenes Unternehmen ist, solltest Du verhandeln. Denn auch innerhalb der Tarifstufen gibt es oft eine Spanne von ein paar tausend Euro Unterschied, die über Leistungspunkte zugeteilt wird. Und da kann es schon einen Unterschied machen, ob Du diese gleiche erhälst, oder erst später. Informiere Dich auf jeden Fall welche Leistungen üblich sind, damit Du einen Wissensvorsprung hast.

Schlüssel Nummer 2: Zügig Karriere machen

Mädels – es ist leider so. Ihr habt wenig Zeit. Insbesondere, wenn Du eine Familie gründen willst, solltest Du keine Zeit verlieren. Und damit meine ich nicht Selbstüberschätzung und Ungeduld. Sondern stetiges, gelassenes und fokusiertes Hinarbeiten auf klare Ziele. Überlege Dir welche Art von Position Dir Spaß machen würde und welche Fähigkeiten Du dafür brauchst. Suche Dir Projekte, in denen Du diese Fähigkeiten erwerben kannst. Knüpfe Netzwerke, die Dir Zugang zu dieser Art von Positionen verschaffen. Besuche Fachveranstaltungen und Weiterbildungen, die auf diese Stellen einzahlen. Sei motiviert und gehe die extra Meile. Sei klar in Deinen Wünschen ohne verbissen zu sein.

Verharre nicht zu lange in “schlechten” Jobs. Das sind Jobs, in denen Du keine (neuen) Fähigkeiten erlernen kannst, die auf Deine Wünsche einzahlen. Oder Jobs, die es Dir nicht ermöglichen Kontakte zu knüpfen oder “sichtbar” zu werden. Und auch in top Jobs ist die Lernkurve irgendwann vorbei. Nach spätestens vier Jahren solltest Du Dich auf jeden Fall umschauen.

Schlüssel Nummer 3: Die finanzielle Balance in der Partnerschaft

Kein Faktor beeinflusst Deine Verdienstmöglichkeiten so sehr, wie lange Teilzeitphasen. In meinem Buch habe ich ettliche Studien analysiert und sogar Prof. Dr. Carsten Wippermann interviewt, der das Thema Gender Pay Gap u.a. für das Familienministerium untersucht. Und hier zeigt sich, dass sich Teilzeitgehälter schlechter entwickeln als Vollzeitgehälter. Das heißt, dass Du in Teilzeit nicht nur schlechter verdienst, nein, dein Gehalt entwickelt sich auch noch unterdurchschnittlich weiter. Daher ist es extrem wichtig, Teilzeitphasen kurz zu halten. Bzw. auch schnell wieder in einer vollzeitnahen Teilzeit zu arbeiten. Das geht natürlich dann am besten, wenn Du mit Deinem Partner ein Familienmodell vereinbaren kannst, in dem Ihr beide gleichermaßen für die Kinder da seid. Wann man dieses Gespräch am besten führt? Am besten bevor man überhaupt in die Familiengründung startet. Sollte der Moment verpasst sein, dann ist der zweitbeste Moment jetzt ;-).

Weiterhin solltest Du natürlich darauf achten, dass Dein Job so flexibel wie möglich verrichtet werden kann. Und vielleicht sogar eine erfolgsabhängige Bezahlung bietet, denn dann kannst Du durch Leistung punkten und nicht nur durch Präsenz, wie heute leider noch in in vielen Firmen üblich.

 

PS: Wie Du Deine Gehaltsverhandlung perfekt vorbereitest, erfährst Du hier.

Am letzten Dienstag war ich zu Besuch auf dem [F]empower Coworking Day und möchte Euch natürlich meinen Mini Rückblick nicht vorenthalten.

Ganz kurz nochmal: Was ist [F]empower überhaupt? [F]empower möchte Coworking für Frauen in Stuttgart anbieten und das ganze gezielt mit Events zur Vernetzung “unterfütten”. Diese Events finden im Moment jeden zweiten Dienstag im Monat als Netzwerkfrühstück mit Impulsvortrag statt. Und am Dienstag 6.8. war es dann soweit und ich durfte talentista vorstellen und einen kleinen Impuls zum Thema Umsetzungsstrategien für Projekte geben.

Mein Impulsvortag beim [F]empower Coworking Day

Als Thema habe ich mir das Thema der “Vier Tendenzen” von Gretchen Rubin ausgesucht, da ich es selbst dieses Jahr für mich entdeckt habe. Wer hier fleissig mitliest weiß, dass ich dem Thema Persönlichkeitstests nicht ganz unkritisch gegenüberstehe. Den ganzen Artikel dazu, kannst Du auch hier nochmals nachlesen. Die Umsetzungstendenzen von Gretchen Rubin, finde ich hier eine sehr schöne Ausnahme, da sie nicht versuchen Dich einzuordnen “wer Du bist”, sondern welche Rahmenbedingungen Du für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten brauchst.

Der meistvertretene Typus ist der der sogenannte Teamplayer. Übrigens outeten sich auch beim Coworking Frühstück die meisten als Teamplayer. Dieser Umsetzungstyp braucht Impulse bzw. Vorderungen von außen, um Aufgaben zu erledigen. Der Hinterfrager hingegen erledigt Aufgaben dann am besten, wenn er sie für sich selbst als wichtig erkannt hat und sich selbst etwas vorgenommen hat. Der Pflichterfüller kann Impulse von außen und von innen umsetzen. Und der Rebell sträubt sich gegen Impulse und Vorgaben von außen und von innen. Für alle die jetzt neugierig geworden sind – hier geht es zum Buch von Gretchen Rubin.

Welche Tipps habe ich für Teamplayer?

Der meistvertretene Typus (der Teamplayer), wird dann am wahrscheinlichsten Erfolg haben, wenn er von außen Forderungen bekommt, die er erfüllen muss. Das bedeutet, es fällt diesem Typus schwer, Dinge aus eigenem Antrieb zu tun, selbst dann wenn er eigentlich weiß, dass es gut oder sinnvoll wäre. Und das gilt nicht nur für die Arbeit, sondern auch für Hobbys. Das bedeutet, selbst wenn sich ein Teamplayer vorgenommen hat, ein interessantes Buch zu lesen, schafft er es nicht, obwohl es ja genau genommen ein Vergnügen bzw. Freizeit wäre. Daher sollte der Teamplayer nicht versuchen sich selbst zu überzeugen, dass etwas gut für ihn wäre. Der Teamplayer sollte lieber seine Energie darauf verwenden, zu Überlegen, wie er sich ein System schaffen kann, dem er “Rechenschaft” schuldig ist.

Das können so einfache Dinge sein, wie eine To Do im Kalender oder ein Bullet Journal. Oder eine Belohnung (z.B. der erste Kaffee am Morgen), die man erst bekommen, wenn etwas bestimmtes erledigt ist. Wenn auch das noch nicht genügend Anreize gibt, müssen andere Menschen her. Zum Beispiel eine Freundin oder Kollegin, der man Rückmelden muss, dass etwas Bestimmtes erledigt ist.

 

Fragen aus der [F]empower Gruppe

Ich erkenne mich selbst als Teamplayer wieder. Gerade meine Buchhaltung, Rechnungen schreiben, etc. schiebe ich immer weiter hinaus und treibe sogar meine Steuerberaterin damit in den Wahnsinn. Dabei ist sie ja eigentlich “ein Impuls von außen” oder?

Wenn wir mit Leuten eine sehr enge Beziehung haben, kann es passieren, dass wir sie mit der Zeit nicht mehr “zum Außen” sondern zum “Innen” zählen. Beispielsweise der Partner. Sprich auch reinrassige Teamplayer lassen Leute “hängen”, bei denen sie das Gefühl haben, dass die Beziehung so gut, eng und belastbar ist, dass es “ok” ist. In diesem Fall stimmte mir die Teilnehmerin zu, dass sie mittlerweilge ein freundschaftliches Verhältnis mit der Steuerberaterin hat. Ich gabe den Tipp, dass wenn die Buchhaltung zum Problem wird (zum Beispiel weil Rechnungen zu spät bezahlt werden und kein Geld mehr vorhanden ist) den Steuerberater innerhalb der gleichen Kanzlei zu wechseln, einfach damit wieder ein “richtiger Druck” von außen da ist.

 

Der Vormittag war wirklich eine tolle Gelegenheit zum Netzwerken und Austauschen! Vielen Dank nochmal an [F]empower für die Einladung!

Heute möchte ich über ein Thema sprechen, das mir sehr am Herzen liegt. Nämlich wo genau liegt der Unterschied zwischen einem Coach vs. einer Personen, die Dir einen Rat gibt.

Warum ich mich für Coaching entschieden habe

Wer mich persönlich kennt, weiß, ich bin extrovertiert. Ich rede gerne und viel und das mit lieben Menschen, Freunden, Arbeitskollegen…. kurzum: Ich habe keine Probleme, meine 20.000 Worte am Tag loszuwerden. Und auch wenn es mir nicht gut geht oder ich vor einer Herausforderung stehe, hatte ich nie Probleme damit, mich meinen Freunden und meiner Familie zu öffnen.

Aber gerade bei beruflichen Fragestellungen half mir das meistens nicht. Während so mancher Liebeskummer schnell vergessen war, wenn ich die Situation erstmal mit meinen Freundinnen seziert hatte, in Sachen Job blieb dieser positive Effekt oft aus. Im Gegenteil, oft erhielt ich hier frustrierende Antworten. Entweder, weil keiner Rat wusste oder weil mein Umfeld teilweise kein Verständnis für meine Probleme hatte. Und das nicht, weil ich ihnen nicht wichtig bin. Sondern, weil sie zu weit weg von meiner Situation waren. Und das frustriert ja meistens beide Seiten.

Was bringt ein Coach vs. jemand, der einen Rat gibt

Seit ich einen professionellen Coach habe, gehe ich mit haarigen Situationen direkt zu ihr. Ich weiß genau, was ich bei ihr bekomme. Sie ist nicht meine Mutter. Sie ist nicht meine Freundin. Sie ist ausschließlich mein Coach, die mir bei beruflichen Fragestellungen hilft. Das Wichtigste ist: ich habe mir einen Coach gesucht, die weiß, wovon ich spreche. Meine Eltern beispielsweise arbeiten beide nicht in der Wirtschaft oder Industrie. Komplexe Bewerbungsverfahren und Beförderungsprozesse? Davon haben sie noch nie etwas gehört. Langatmige und ineffiziente Meetings – kennen sie nicht. Mein Coach hingegen kommt auch aus einer Fürhungsposition in der Corporate Welt und versteht daher sofort, was ich meine, wenn ich bestimmte Situationen schildere.

Außerdem hat mein Coach keine Historie mit mir. Sie arbeitet mit mir dort, wo ich gerade stehe. Sie ist nicht gleichzeitig meine beste Freundin, die mich in- und auswendig kennt, aber ihren Fokus auch eher auf mir als Privatperson hat. Mein Coach kennt mich in der für das berufliche Coaching ausschlaggebenden Rolle als Führungskraft. Und das ist in diesem Zusammenhang ja viel relevanter.

Emotionale Unabhängigkeit

Mein Coach hat keine Emotionen im Spiel. Ihr Ziel ist, dass ich mit meiner Herausforderung weiterkomme. Danach gehen wird getrennte Wege. Ihre Gefühle und ihr Leben sind nicht von meinen beruflichen Entscheidungen abhängig. Daher ist mein Coach wirklich neutral. Was meine Eltern beispielsweise ja niemals sind oder sein werden. Bis vor wenigen Jahren, waren sie stets von der Angst geprägt, ich könnte alles hinschmeißen und mittellos bei ihnen vor der Tür stehen. Unrealistisch?! Ja auf jeden Fall – aber so tickt Angst nunmal. Sie ist nicht realistisch. Und aus Angst heraus geben wir keine neutralen Ratschläge. Kein Wunder, dass meine Eltern immer dafür plädierten, dass ich vermeintlich sichere Jobs behalte und wenig (am liebsten keine) Risiken eingehe. So kann man sich aber nicht weiterentwicklen.

Erst durch Gespräche mit meinem Coach habe ich erkannt, was wirklich in mir steckt. Dass ich mir deutlich mehr zutrauen darf und auch mehr Risiken eingehen darf.

Ein Coach sollte Dir einen Schritt voraus sein

Ich glaube fest daran, dass unser Mindset sich besonders gut weiterentwickeln kann, wenn wir uns mit Menschen umgeben, die dort sind wo wir hinwollen. Klar ist es toll eine Peer Group von Leute um sich zu haben, welche die selben Probleme hat. Wir können uns austauschen und sind wir ehrlich – oft auch ausheulen. Das tut gut, bringt uns aber schlussendlich der Lösung nicht unbedingt näher. Wenn jemand aber schon durch die Situationen durchgegangen ist und sie erfolgreich gemeistert hat, dann hat er den Erfahrungsschatz und das Werkzeug, das Du noch nicht hast. Davon kannst Du sehr profitieren! So hilft Dir der Coach dabei den Weg zu definieren. Eine Peer Group kann dann helfen, diesen Weg zu gehen.

 

 

 

 

 

 

Photocredits: Asadphotography

Nun ist er also da – der letzte Tag im alten Job. Hier kommen meine top 3 To Dos, was Du tun solltest, um diesen Tag optimal zu nutzen. Einer der ersten Posts auf diesem Blog, war ja meine top 3 für den ersten Tag im neuen Job. Dies ist jetzt also das Gegenstück dazu.

Ich habe ja vor ein paar Tagen schon recht ausführlich berichtet, dass die Entscheidung für (oder gegen) eine Kündigung oft recht emotional ausfallen kann. Daher ist es meiner Meinung nach total normal, dass auch der letzte Tag im alten Job Emotionen mit sich bringt. Bei mir kam dann sogar oft nochmal eine Art Wehmut auf. So nach dem Motto “war doch alles so schön”. Gleichzeitig kann es aber auch sein, dass Du bereits innerlich mit dem Job abgeschlossen hast, dann kann es oft sehr erleichternd sein, wenn es dann auch wirklich vorbei ist.

Gefühle sind Gefühle

Und damit sind Sie keine objektiven Gründe, von denen Du Dich leiten lassen solltest. Wenn Du also rational an Deine Entscheidung herangegangen bist. Idealerweise mit einer Liste an Zielen bzw. Anforderungen, die Du künftig suchst. Dann kannst Du genau diese Liste jetzt wieder hervorkramen und Dir klar machen, dass Du verdammt gute Gründe hattest zu kündigen. Auch wenn Dich jetzt vielleicht Gefühle von Veränderungsangst und Wehmut plagen. Mach Dir klar, dass du eine Entscheidung getroffen hast und dass Du alles versucht hast, um Deine Ziele in diesem Job umzusetzen. Wenn Du Deine Veränderung vielleicht sogar mit einem Coach besprochen hast, umso besser. Dann weisst Du, dass auch eine neutrale und emotionl nicht beteiligte Person Dich begleitet hat. Und hoffentlich sichergestellt hast, dass Du zu einer runden Entscheidung kommst.

Genieße das, was gut war

Heute ist wahrscheinlich Dein letztes Mal in dieser Firma, diesem Büro mit diesen Kollegen. Zumindest in dieser engen Form der Zusammenarbeit, werdet ihr nicht mehr zusammenkommen. Daher solltest Du unbedingt diesen Tag nutzen, das, was gut war auszukosten und bewusst zu erleben. Ich versuche zum Beispiel mich auf jeden Fall persönlich von allen zu verabschieden, die mir wichtig sind. Egal, was es in Deinem Fall ist, nutze es aus. Der Ausblick von der Büroterrasse? Der leckere Kaffee in der Kantine? Jetzt oder nie! Egal, unter welchen Umständen Deine Kündigung erfolgt ist, es gibt immer Dinge, auf die Du trotzdem positiv zurückschauen solltest. Daher #Dankbarkeit!

Schlage nie eine Tür zu, die Du auch angelehnt lassen kannst

In den letzten 12 Monaten sind folgende Dinge passiert: Einer meiner Ex-Chefs wurde mein erster Kunde in meiner Selbstständigkeit als Strategieberaterin. Ein Mitglied des Management Teams meiner ersten Firma, rettete mir den Popo, in dem er bei einem Event als Speaker einsprang. So verhinderte er, dass das ganze Event (für das ich verantwortlich war) abgesagt werden musste. Und ein weiterer Ex-Chef ludt mich zur Weihnachtsfeier ein, obwohl ich seit 7 Monaten nicht mehr in der Firma arbeitete. Nicht zu vergessen der Pförtner, der mir einen Parkausweis für einen Parkplatz besorgte, auf dem ich eigentlich nicht hätte parken dürfen, Monate, nachdem ich nicht mehr dort arbeitete.

Was ich damit sagen will? Es lohnt sich immer, (wenn es irgendwie geht) einen positiven Abschluss zu finden. Und es lohnt sich immer, mit guten Menschen in Kontakt zu bleiben. Freundlich zu sein, menschlich, ehrlich und offen. Deine Frustration ist verständlich und ja, wahrscheinlich ist nicht alles perfekt gelaufen, aber das nun in den Vordergrund zu stellen ist kleinlich. Du hast gekündigt. Du hast für Dich die Weichen neu gestellt. Das ist was zählt. Nachtragen oder Nachtreten ist in den meisten Fällen kleinlich. Der letzte Tab im alten Job ist nicht der Tag der großen Abrechnung. Außer bei Arschlöchern 😉

 

 

 

 

 

Photocredits: Jeremy Bishop

Das wichtigste auf dem Weg zum Traumjob Mindset? Die Fähigkeit ganz oft “nein” zu sagen. Vielleicht ist das für Dich ein “nein” zum Angestellten Verhältnis. Ein “nein” zu einem Jobangebot. Oder ein “nein” zum Chef, der Dir ein Projekt aufdrücken will, das Dich nicht interessiert oder voran bringt.

Es ist sehr wichtig zu erkennen, wann Du nein sagen musst 

Du solltest auf keinen Fall Warnzeichen ignorieren. Andere würden es vielleicht auch ein schlechtes Bauchgefühl nennen. Egal wie Du es nennst, nimm es ernst.

Hier mal eine kleine Geschichte zu meinen Warnzeichen. Um mein Traumjob Mindset zu entwickeln, musste ich lernen diese wahrzunehmen und dann entsprechend zu reagieren. Jede muss hier selbst entscheiden, ob es solche Warnzeichen für sie gibt. Gerade die Entscheidung einen Job anzutreten oder nicht, ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Du kannst sie oft nur schlecht revidieren und im schlimmsten Fall musst Du jahrelang in einem Job arbeiten, der dir eigentlich schon von Anfang an nicht gepasst hat. Daher solltest Du dich nicht verleiten lassen, eine Stelle anzunehmen, bei der das Bauchgefühl nicht stimmt, oder eines der eigenen Warnzeichen auftaucht.

 

Welche Warnzeichen gibt es in meinem Traumjob Mindset

Ein absolutes “no go” ist für mich, wenn mir der potentielle Chef unsympathisch ist oder man kann ihn aus irgendwelchen Gründen nicht persönlich kennenlernen kenn. Der Chef prägt und beeinflusst deinen Job und letztlich deine Karriere wie keine andere Person. Hier muss die Chemie stimmen.
Es wird gezielt nach “einer Frau” für den Job gesucht – meist um irgendwelche Quoten, die das Unternehmen sich gesetzt hat zu erfüllen. Wenn solche Überlegungen im Vordergrund stehen, geht es nicht um Dich. Du sollst nur eine Rolle erfüllen. Das kann natürlich gut gehen, aber es kann auch sein, dass Du für immer Strohfrau bleibst.
Du bist die vierte oder fünfte Person, die sich innerhalb von wenigen Jahren an der Position versucht. Keine scheint es hier wirklich lange auszuhalten? Dann hat das bestimmt einen Grund. Klar, kannst Du den Job antreten und den Grund herausfinden? Aber Du kannst Deine Zeit auch bestimmt besser einsetzen, oder?

Kann Dir dein Chef die Stelle plausibel erklären?

Die Stelle wird neu geschaffen und es gibt noch in keinster Weise ein Ziel oder Konzept, was man sich von der Stelle verspricht. Ich liebe normalerweise ja Aufgaben, die Gestaltungsspielraum haben. Aber wenn es gar keinen Plan und keine Ziele gibt kann das schwierig werden. Getoppt wird das dann noch, wenn Du das Gefühl hast, dass Dir niemand die Stelle plausibel erklären kann.
Wenn man zügig Karriere machen möchte, rate ich außerdem von Stellen ab, die sehr weit von der Hierarchie (z.B. der Firmenzentrale) weg sind. Zum Beispiel ist es kritisch zu sehen, wenn es sich um eine kleine Tochterniederlassung eines ausländischen Mutterkonzerns handelt. Flache Hierarchien bringen zwar oft viel Verantwortung, aber eben wenig Positionen im Management mit sich. Wenn man weit weg vom “Topmanagement Geschehen” ist, wird man schnell als kleiner Außenposten betrachtet und kann bei Beförderungen leicht übersehen werden. Nach dem Motto: Wer nicht täglich bei der Arbeit gesehen wird, arbeitet auch nichts. Das heißt ich würde in einem solchen Fall sicherstellen, dass man genug Kontakt zu Chef und Kollegen hat.

Was bringt mir ein Traumjob Mindset?

Dein Traumjob Mindset führt idealerweise dazu, dass Du Dir Ziele steckst. Und an Strategien arbeitest, wie Du diese Ziele auch erreichen kannst. Sollte Dir dann auf dem Weg zu deinem Ziel eines deiner Warnzeichnen begegnen, sorgt dein Traumjob Mindset dafür, dass Du trotzdem auf Kurs bleibst. Nehme keine Stelle an, nur weil Du geschmeichelt bist, dass man sie Dir angeboten hat. Langfristig wirst Du nur glücklich, wenn Du auf Deinem Weg bleibst.

Photocredits: Pixabay

Traumjob Mindset

Im Moment ist das Thema Arbeitszeit vs. Freizeit ja viel diskutiert – #worklifeblanace.  Ist Zeit, in der man zwar frei hat, aber trotzdem für das Unternehmen erreichbar ist Arbeitszeit? Wenn man abends vom Smartphone aus noch eine E-Mail tippt, versaut einem das den Feierabend oder sorgt es dafür, dass man entspannter ist, weil man nichts unerledigt herumliegen lassen muss? Es hat auf jeden Fall den Vorteil, dass man am nächsten Tag nicht mehr dran denken muss. Dass diese Frage nicht pauschal zu beantworten ist, zeigt sich schon allein daran, wie die Unternehmen damit umgehen. Manche Unternehmen schalten ihren Mitarbeitern sogar den Server ab, um sie in der Freizeit zum “frei haben” zu zwingen. Manche Firmen bieten gar keine Homeofficeregelungen, während andere komplett auf ein Büro verzichten.

Natürlich gibt es eine Selbstverantwortung beim Thema #worklifebalance

Jetzt könnte man natürlich sagen: Ich bin doch schon groß und auch sehr klug und kann selbst entscheiden, ob ich ans Telefon gehen, wenn es klingelt oder nicht, bzw. ob ich abends noch eine E-Mail schreiben will oder nicht. Stimmt ja auch – im Prinzip. Aber wie das mit Prinzipien so ist: Jeder hat seine eigenen und nur weil man prinzipiell eines hat, heißt das noch lange nicht, dass man sich immer dran hält. (Im Prinzip brauche ich auch keine Schuhe mehr…anderes Thema).

In der Vergangenheit bin Ich selbst in Sachen Freizeit von einem Extrem ins andere gefallen. Als ich in der Beratung gearbeitet habe, hatte ich quasi eine Standleitung zu meinem Chef, der mich ständig (und damit meine ich nahezu jeden Abend) zwischen acht und neun Uhr abends angerufen hat. Abendliche Treffen im Büro, Meetings, die auf 22 Uhr angesetzt wurden, am Wochenende “noch schnell was fertig machen”, inclusive. Und ich hatte sowas von keinen Bock mehr auf diesen Arbeitsstil. Zumal das allermeiste davon deshalb notwendig war, weil mein Chef sich selbst nicht organisieren konnte. Er verbrachte ganze Arbeitstage mit Tramezzini und Espressi beim Nobelitaliener neben seinem Büro, um dann abends irgendwann in die Gänge zu kommen. Auf Kosten meiner Freizeit.

 

Ich sorge selbst für meine #worklifebalance aber lange mit schlechten Gewissen

Ein schlechtes Gewissen hatte ich aber trotzdem, als ich nach ca. 2 Jahren Zusammenarbeit anfing, seine abendlichen Panikanrufe nicht mehr zu beantworten. Danach im Konzernumfeld habe ich Kollegen, die sich mit ihrer ständigen Erreichbarkeit brüsten (was aber in einer Firma mit einer geregelten Kernarbeitszeit schlicht und ergreifend nicht notwendig ist). Ich ging abends nicht an mein Firmenhandy und nur meine eigenen Mitarbeiter und engsten Kollegen hatten meine Privatnummer, auf der ich immer erreichbar bin (gewählt hat sie bis jetzt keiner). Ich lebte gut damit und trauerte meinen around-the-clock Zeiten keine Träne nach. Ein schlechtes Gewissen hatte ich weitestgehend auch nicht mehr. Trotzdem gab es natürlich Momente, in denen meine Chefs mir versuchten ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn ich mir die Freiheit nahm erst am nächsten Morgen auf Ihre Mail zu antworten oder klar machte, dass ich während meines (einzigen) längeren Urlaubs im Jahr eine Vertreter habe, der alle Fragen beantworten kann und nicht selbst jede Mail beantwortete.

 

Für mich der Königsweg: Maximale Freiheit

Mittlerweile bin ich in einer neuen Phase angelangt. Ich bin an einer Hochschule tätig, habe nur noch wenige „feste“ Anwesenheitszeiten, dafür aber gefühlt 100 Projekte, die alle meine Aufmerksamkeit brauchen. Ich entscheide selbst frei, wann ich arbeite und wann nicht. Und witziger Weise ist auch das gar nicht so einfach, obwohl ich vermeintlich jetzt die volle Kontrolle über meine Zeit habe.

Wie geht es Dir mit der #worklifebalance? Wie sieht Dein Zeitmanagement aus? Welcher Stil liegt Dir am meisten?

 

 

 

Photocredits: Snapwire

In beruflichen Fragen bessere Entscheidungen zu treffen, kann sich wie eine sehr erdrückende Last anfühlen. Ich erinnere mich noch gut, dass ich gerade vor, im und nach dem Studium riesige Probleme mit Entscheidungen hatte. Teilweise versuchte ich diese hinauszuzögern oder haderte hinterher mit bereits getroffenen Entscheidungen.

Sich zu entscheiden und das auch in einer angemessenen Zeit zu tun, ist aber definitiv ein Schlüssel zum Erfolg. Daher möchte ich heute meine 5 Tipps für bessere Entscheidungen mit Dir teilen.

 

Tipp 1: Nichts ist für immer

Es gibt nur ganz, ganz wenige Entscheidungen, die irreversibel sind. Aber oft kommt es uns auch bei kleinen und mittelgroßen Entscheidungen so vor, als würden wir damit UNSER GANZES LEBEN festzementieren. Fragen wie: Studiere ich jetzt internationale BWL oder Marketing, halten uns nächtelang wach. Ich würde gerne meinem jüngeren Selbst zurufen: Es ist total egal, Hauptsache es geht ganz grob in die richtige Richtung. Man kann so viele Entscheidungen später noch beeinflussen zum Beispiel durch Praktika, Weiterbildung (oder gar ein neues Studium). Ich kenne sogar Professoren, die nochmal nebenher ein Medizinstudium anfangen (!)

Tipp 2: Versuche nicht um jeden Preis Risiken zu vermeiden

Eine ganz wichtige Lernerfahrung für bessere Entscheidungen ist zu akzeptieren, dass Risiken Teil des Lebens sind. Und das ist auch gut so! Denn ohne Risiken können wir nie Chancen haben. Denn ein Risiko ist nichts anderes als, die Unsicherheit, ob sich etwas positiv, neutral oder negativ entwickeln wird. Und wenn wir diese Unsicherheit nicht eingehen, kann sich per Definition nichts positiv entwickeln. Und auch ganz wichtig: Nichts tun ist auch eine Aktion, die mit Risiko behaftet ist. Denn auch wenn Du nichts tust gehst Du das Risiko ein, dass sich etwas zum Schlechten entwickelt.

Tipp 3: Mehr Informationen helfen Dir nicht bessere Entscheidungen zu treffen

Es ist nur natürlich, dass wir versuchen Risiken abzufedern, in dem wir uns besser informieren. Und das ist auch super. Nichts nervt mich mehr, als die Leute, die immer die Schuld bei anderen suchen, wenn sie letztendlich alle Informationen gehabt haben, etwas richtig zu machen. Aber ab einem bestimmten Punkt hilft Dir der elfte Erfahrungsbericht nicht mehr als der zehnte oder neunte. Spätestens, wenn Du mehr Zeit in die Informationssuche gesteckt hast, als Du investiert hättest wenn Du es einfach gemacht hättest, bist Du auf dem falschen Dampfer unterwegs.

Tipp 4: Versuche Dinge so viel wie möglich zu testen, bevor Du Dich entscheidest

Es gibt so viele Möglichkeiten mit kleinen Experimenten zu testen, ob etwas „Deins“ ist oder nicht. Du musst nicht gleich Jura studieren, um herauszufinden, ob der Beruf als Anwalt etwas für Dich ist. Und Du musst nicht morgen kündigen, um herauszufinden mit was Du dich selbstständig machen willst. Manchmal können solche radikalen Schritte notwendig sein, z.B. weil Du dich dringend aus einer schlechten Situation befreien musst. Aber wenn Du „ohne“ Not etwas verändern willst, dann starte lieber risikoarme Experimente. Gehe auf Veranstaltungen und pitche Fremden deine Business Idee, schreibe den Draft für dein Traumbuch am Wochenende oder Schnuppere einfach in deinen Traumjob hinein. Setze dich in eine Vorlesung rein, die dich interessiert. Sprich auf Linkedin Leute an, die bereits in dem Beruf arbeiten,…… die Liste lässt sich unbegrenzt fortführen. Und das Beste: Bei Experimenten kannst Du nicht scheitern. Sondern nur Erfahrungen für bessere Entscheidungen gewinnen.

Tipp 5: Hell yes or No funktioniert nicht immer

Es predigen ja viele, dass eine Entscheidung entweder ein Hell Yes oder ein No sein muss. Aus meiner Erfahrung stimmt das aber sicher nicht immer. Im täglichen Zeitmanagement würde ich sagen, dass es schon ein guter Anhaltspunkt ist. Aber bei vielen langfristigen Entscheidungen finde ich, dass die Tragweite der Entscheidung oft so groß ist, dass wir das gar nicht wissen können. Und wenn man sich hier „Bürde“ auferlegt, dass es immer gleich ein „hell yes“ sein muss, dann kommt man unter Umständen schnell in einen Entscheidungsstau. Ich würde euch definitiv davon abraten euch für Dinge zu entscheiden, bei denen der Bauch nein sagt. Intuition ist ein verdammt guter Ratgeber. Aber ob es immer gleich das große „hell yes“ sein muss, das bezweifele ich.

 

Wenn es eine berufliche Entscheidung gibt, bei der ich Dir helfen kann, dann melde Dich per Mail bei mir. Ich Verschenke im Juni ein kostenloses 1 stündiges Mentoring mit mir!

 

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