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Wenn ich meinen – mittlerweile sehr geölten “talentista” Pitch halte, höre ich immer wieder ähnliche Fragen. Und das, wie ich finde zu recht, denn es handelt sich immer um sehr valide Punkte, die hier auf den Tisch kommen. Daher möchte ich den heutigen Post nutzen, um diese frequently asked questions zu beantworten.

Aber first things first:

Was ist talentista eigentlich?

talentista ist ein Weiterbildungsanbieter, der Unternehmen dabei unterstützt Mentoring und Coaching für weibliche Mitarbeiterinnen zur Verfügung zu stellen. Natürlich dürfen, können und sollen Frauen unsere Angebote auch direkt und unabhängig von ihrem Arbeitgeber nutzen. Aber unsere große Vision ist es, dass Arbeitnehmer darum wissen, welchen Mehrwert es hat Mentoring schon sehr früh und dann kontinuierlich durch alle Phasen des Mitarbeiterlebens hindurch anzubieten. Und genau dazu wollen wir beitragen, in dem wir die entsprechenden Angebote schaffen und die Digitalisierung nutzen, um eine zeitgemäße Bereitstellung dieser Angebote zu ermöglichen.

Brauchen Frauen hier besondere Nachhilfe?

Klares Nein! Mentoring ist für beide Geschlechter gleichermaßen wichtig. talentista ist dennoch ein Anbieter für Frauen. Und zwar aus zwei wichtigen Gründen: Durch unsere Aktivitäten in der Gender und Diversity Forschung wissen, wir das Frauen sich in bestimmten Schlüsselsituationen anders verhalten als Männer. Dieses Wissen finden wir sehr wertvoll und wollen unsere Seminare und unser Angebot genau darauf ausrichten. Außerdem haben wir ein großes Netzwerk aus weiblichen Coaches, Mentoren und Rolemodels, das wir gezielt in das Programm einbringen. Weil wir wissen, dass es genau an diesen Vorbildern (mit all Ihren Storys, Erfahrungen und Werdegängen) in den Unternehmen oft fehlt. You can be it if you can see it!

Aber wir machen doch schon so viel…Brauchen wir das?

Es stimmt: der digitale Wandel hat die HR Bereiche erfasst und gerade im Recruiting passiert wahnsinnig viel. Social Recruiting, Mobile Recruiting, Recruitainement und das ganze begleitet von einer Employer Branding Kampagne. Und das ist auch gut so! Je mehr Kandidaten von ihren diversen Möglichkeiten wissen und von potentiellen Jobs und Arbeitgebern erfahren, desto besser. Und natürlich helfen auch hier Worthülsen nicht weiter und der Realitätscheck erfolgt am ersten Arbeitstag und an den hoffentlichen vielen Tagen danach. In vielen Firmen endet mit der Einstellung die “Aufgabe” von HR. Ab jetzt ist alles “Führungsaufgabe”. Was passiert aber wenn der Chef keine Zeit hat? Oder seine Prioriäten auf die Erfüllung seiner Fachaufgabe legt? Und genau diese Lücke kann ein Angebot wie Design your Career schließen.

So viele Möglichkeiten…Wie soll ich mich entscheiden?

Und auch in den Unternehmen, die ihren Mitarbeitern viel bieten, ist Mentoring dringend gefragt. Denn je mehr Möglichkeiten für Schulungen, Projekte und sonstige Angebote ich habe, desto mehr Entscheidungen muss ich treffen. Wie setze ich meine wertvolle Arbeitszeit so ein, dass ich meinen Job sehr gut machen kann und mich selbst nach meinen Wünschen weiterentwickle? Wie setze ich meine Prioritäten richtig? Wann muss ich nein sagen? Und wenn ich nein sage, wie mache ich das eigentlich? Auch hier hilft ein Angebot wie talentista  sich zu sortieren, sich selbst und das Umfeld besser kennen zu lernen und entsprechend zu handeln. Unser Motto: Talente in Taten transformieren (und nicht im Entscheidungsdilemma hängen bleiben).

Dein Chef ist ein absoluter Schlüsselfaktor in deinem Berufsleben. Daher solltest Du Dir nicht nur den Job, sondern auch den Chef gezielt auswählen. Es heißt nicht umsonst: Mitarbeiter verlassen Chefs nicht Unternehmen. Und auch meine persönliche Erfahrung sagt mir, dass da definitiv etwas dran ist.

Schlüsselfaktor Chef oder Chefin

In vielen Fällen ist Dein Chef oder Deine Chefin, das Bindeglied zwischen Dir und dem Unternehmen. Du bekommst viele Informationen und auch Deine Aufgaben ausschließlich oder zumindest in weiten Teilen über Deinen Chef. Das bedeutet, dass seine Art Dinge zu kommunizieren oder zu vermitteln, sehr ausschlaggebend ist, was Du in welcher Form vom Unternehmen „mitbekommst“. Will heißen, wenn er gerne und schnell kommuniziert wirst auch Du gut informiert sein. Wenn er gut darin ist, interessante Projekte innerhalb des Unternehmens an Land zu ziehen, wirst auch Du interessante Aufgaben haben. Umgekehrt ist das aber leider auch der Fall: Wenn Dein Chef kein großes Interessen an Kommunikation hat, oder es schlicht nicht als notwendig erachtet, wird dies leider auch Dich beeinflussen. Natürlich hast Du dann immer noch die Möglichkeit andere Kanäle und Netzwerke zu nutzen, aber das ist oft nicht der ideale Weg. Mittlerweile arbeiten viele Organisationen auch in agilen und/oder cross-funktionalen Teams. Auch das ist dann ein Weg sich dem direkten Einfluss des Chefs zu entziehen oder sich zumindest Alternativen zu schaffen. Dennoch bleibt die Rolle des Chefs wichtig.

Dein(e) Chef(in) und Deine Karriereentwicklung

Auch für deine Karriere bzw. auch Deine ganze Entwicklung im Unternehmen ist Dein Chef maßgeblich wichtig. Je größer das Unternehmen desto mehr wird dein Chef zu Deinem Führsprecher, wenn es um das Thema Gehalt oder Schulungen und Weiterbildung geht. Denn je größer dir Organisation, desto anonymer sind die Verteilungswege von Budgets für Gehälter oder Schulungen. Und hier kommt dann natürlich Deine Chefin ins Spiel die diese Leistungen dann für Dich beantragen muss. Manchmal auch gegen die Widerstände anderer (die wiederum für Ihre Mitarbeiter eintreten). Wenn Dein Chef hier wenig motiviert oder sehr konfliktscheu ist, kann das für Dich zum Nachteil werden. Nämlich dann wenn Du immer den Kürzeren ziehst, wenn es um diese „Goodies“ geht. Natürlich kannst Du auch hier versuchen, über die Grenzen Deines Teams hinweg, positiv aufzufallen. Vielleicht auch Den Chef Deiner Chefin kennen zu lernen oder in übergreifenden Projekten zu glänzen. All das sind Möglichkeiten, neue Fürsprecher zu gewinnen. Aber der Chef bleibt trotzdem extrem wichtig.

Wenn der Chef oder die Chefin schädlich für dich wird

Auch Chefs und Chefinnen haben ihre eigenen Ziele. Und das ist ja auch nur natürlich und richtig. Für Dich kann dies zum Problem werden, wenn die Ziele Deiner Vorgesetzten, Deinen Ziele widersprechen. Dies ist vor allem dann schwierig, wenn Dein Chef eher egoistisch und wenig unternehmerisch handelt. Zum Beispiel wenn er sich gegen jeden auch noch so kleine Investition wehrt, auch wenn diese einen großen positiven Einfluss haben würde. Oder wenn der Chef Deine Weiterentwicklung verhindert, weil Du so wichtig für das Team bist. Sprich er verhindert, dass Du neue Jobangebote bekommst oder Dich auf eine verantwortungsvollere Stelle weiterentwickelst, weil er Angst hat, dass er dann seine Aufgaben nicht mehr erledigen kann. Auch gefährlich sind sehr passive Chefs, die wenig aktiv oder sehr unmotiviert sind. Das kann zur Folge haben, dass sie keine interessanten Projekte annehmen und versuchen alle Aufgaben abzublocken. Das bedeutet natürlich, dass in der Folge auch keine interessanten Jobs bei Dir landen.

Was tun, wenn der Chef zum Problem wird?

Ich habe ja hier bereits geschrieben, was Du tun kannst, wenn Du von Deinem Job enttäuscht bist. Bzw. hier auch die Überlegungen geteilt, die Du anstellen solltest, wenn Du überlegst zu kündigen. Du solltest auf jeden Fall erst alle Optionen austesten, bevor Du drastische Schritte unternimmst. Auch Chefs können mal eine schlechte Phase haben, oder sie sind sich überhaupt nicht dessen bewusst, dass Du Dir mehr Kommunikation oder andere Aufgaben wünschst.

Verändert sich aber dauerhaft nichts an der Beziehung, solltest Du unbedingt handeln. Denn wie bereits beschrieben, hat der Chef einen großen Einfluss. In manchen Fällen, kannst Du trotzdem auf dem Job bleiben, nämlich dann, wenn es Dir gelingt außerhalb Deines Teams so gute Kontakte und Netzwerke aufzubauen, dass Du Deinen Chef für Projekte oder Weiterentwicklung nichts mehr brauchst. Ist das aber nicht machbar, zum Beispiel, weil Du alleine an einem Standort bist oder Dein Job Dir nicht die Möglichkeiten für Kontakte bietet, dann solltest Du nach einer gewissen Zeit überlegen, ob Du Dich innerhalb oder außerhalb des Unternehmens verändern solltest. Reflektiere diese Entscheidung aber unbedingt mit einem Coach, Mentor oder einem Vertrauten. Idealerweise einer Person außerhalb des Teams. Denn oft ist man auch festgefahren in seinem Blick auf die Situation und in diesen Fällen solltest Du sicherstellen, dass Du wirklich alles versucht hast.

Assessment Center

Wieso ticken Frauen bei der Karriereplanung anders? Oder auch: warum gibt es Dein Angebot nicht für Männer? Diese oder ähnliche Fragen werden mir regelmäßig gestellt, wenn ich über talentista berichte.

Jeder junge Mensch kann von Mentoring profitieren

Zunächst mal ist mir eines dabei sehr wichtig: Jeder (junge) Mensch profitiert meiner Meinung nach, wenn er oder sie Unterstützung bei der Entwicklung eines gewissen Lebensplans oder auch einer gezielten Karriereplanung bekommt. Ob Mann oder Frau – das kann meiner Meinung nach fast jede(r) gebrauchen. Manche haben das Glück durch bestimmte Charaktereigenschaften und die Erziehung eine sehr gute Resilienz mitbekommen zu haben und quasi wie von selbst immer wieder auf den richtigen Kurs zu kommen. Aber wie ich hier auch schreibe, das ist Glück! Und so ein großes Glück über so eine gefestigte Persönlichkeitsstruktur zu verfügen, hat schlicht nicht jeder. Manche Menschen haben auch tolle Vorbilder in ihrem Leben, die es vielleicht sogar schaffen eine Mentorenrolle einzunehmen, ohne bewusst oder unbewusst emotionalen Druck aufzubauen. Aber auch hier hat der Zufall seine Finger im Spiel.

Insofern meine These: fast jeder profitiert von einem vernünftigen Mentoring – ob Mann oder Frau.

Warum talentista dennoch ein Angebot für Frauen ist

Trotzdem habe ich mich bewusst dazu entschieden, talentista gezielt als ein Angebot für Frauen aufzusetzen. Nochmal ganz wichtig: Nicht weil ich glaube, dass Frauen hier besondere Nachhilfe brauchen. Sondern weil ich mich in meinem Angebot genau auf diese Zielgruppe spezialisieren möchte. Denn in meinem Buch stecken 5 Jahre Forschung und Studienwälzen und daher weiß ich, an welchen Stellen die Knackpunkte liegen, die weibliche von männlicher Karriereplanung unterscheidet. Außerdem kann ich viel mehr von meinen persönlichen Erfahrungen als Frau berichten und dadurch viel mehr Authentizität und Emotionalität in das Programm einbringen. Und das gibt mir wiederum das Gefühl, etwas Sinnvolles in der Welt zu bewegen.

An welchen Stellen ticken Frauen bei der Karriereplanung anders?

Zunächst einmal lässt sich natürlich auch die Gruppe der Frauen nicht über einen Kamm scheren. Auch innerhalb dieser sehr großen Gruppe gibt es selbstverständlich noch viele weitere differenzierende Merkmale neben dem Geschlecht. Ich treffe introvertierte und extrovertierte Kundinnen mit unterschiedlichsten Charaktereigenschaften. Das heißt mit dem Thema Frau ist es noch lange nicht getan, da fängt meine Arbeit erst richtig an. Dennoch kann ich drei Punkte festnageln, an denen ich bei den meisten Frauen Handlungsbedarfe sehe. Und das bestätigen nicht nur die Studien, die ich für mein Buch gewälzt habe sondern auch meine Coachingpraxis.

Knackpunkt 1: Unconcious Bias

Der Unconcious Bias oder die unbewusste Ungleichbehandlung sorgt dafür, dass Mädchen von Geburt an anders behandelt werden als Jungs. Oder umgekehrt. Auch unter dem klingenden Namen „die blau-rosa Falle“ bekannt. Und natürlich müssen wir in Deutschland gar nicht auf die unbewusste Ungleichbehandlung schauen. Denn es gibt auch noch weite Teile der Gesellschaft, die sogar bewusst einen Unterschied zwischen Männern und Frauen machen. Zum Beispiel, indem völlig unterschiedliche Erwartungen an die Geschlechter gerichtet werden. 35% aller Deutschen glauben auch heute noch, dass Frauen ihren Berufswunsch der Familie unterordnen sollten. Und eine Befragung von jungen Erwachsenen bestätigte ebenfalls, dass 21% der jungen Frauen angaben, dass Verwandte ihnen aktiv vom Besuch einer weiterführenden Schule oder einem Studium abgeraten hätten. Bei den Jungen in der Vergleichsgruppe waren es deutlich weniger.

Was Frauen aus diesen bewussten oder unbewussten Ungleichbehandlungen machen ist sehr unterschiedlich. Einige leiden lange unter mangelndem Selbstwert, andere versuchen besonders forsch und hart aufzutreten.

Knackpunkt 2: Weibliche Motivatoren sind oft andere

Auch heute noch wird in vielen Firmen erwartet, dass potenzielle Führungskräfte bestimmte Verhaltensmuster an den Tag legen. Tun sie dies nicht, werden sie oft gar nicht erst als solche erkannt. Ein großes Beispiel dafür ist die sogenannte Machtmotivation: wie deutlich zeigst Du, dass Du Karriere machen willst und wie selbstverständlich zeigst Du die Zeichen der Macht und nutzt diese, um Deine Interessen durchzusetzen? Und genau in den Antworten auf diese Fragen unterscheiden sich viele Frauen von Männern. Sie sind anders motiviert. Nämlich eher dadurch, Wertschätzung und Anerkennung aus der Gruppe zu bekommen. Oder die Möglichkeit zu haben, eine sehr sinnhafte Tätigkeit zu übernehmen, bei der sie auch Empathie und Intuition einsetzen können. In der Leistungsmotivation hingegen gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Doch das wird oft verkannt, wenn das offensichtliche Streben nach Macht verhaltener ist.

Knackpunkt 3: Torschlusspanik

Durch das Thema Familienplanung aber auch das Altern im Allgemeinen, setzen sich Frauen viel stärker selbst unter Druck als Männer. Gerade die 30 üben hier auf viele junge Frauen einen großen Druck aus. Unrealistische Erwartungshaltungen an sich selbst, sind die Folge solcher Glaubenssätze wie: „Wenn ich ein Kind habe, kann ich sowieso nichts mehr erreichen“. Oder wenn ich bis Mitte Dreißig nicht meinen Traumjob gefunden habe, kann ich sowieso nie wieder etwas verändern. Solche oder ähnliche Sätze begegnen mir in meiner Coachingpraxis oft. Ambitionen schnell etwas erreichen zu wollen, sind ja auch per se nicht schlecht, aber wenn diese zu schädlichen und zwanghaften Denkmustern führen, werden sie Dich definitiv behindern.

 

Dies sind nur drei Gründe oder Themengebiete, in denen sich jungen Frauen schlicht andere Fragen stellen als jungen Männern. Und meine Leidenschaft ist es hier gemeinsam anzusetzen, die Knackpunkte zu überwinden und zu einer zielführenden Strategie und einem realistischen Umsetzungsplan zu kommen.

1 – Das Mindset im Mitarbeitergespräch ist extrem wichtig. Mache Dir das auf jeden Fall vorher bewusst. Gehe nicht einfach in das Gespräch hinein und warte, was von deinem Chef kommt. Kommt nämlich wenig bis nichts, dann bist Du meist unvorbereitet, das Gespräch in deinem Sinne zu lenken. Dein Input ist mindestens genauso wichtig, wie der deines Chefs.

2 – Überlege dir vorher was Du aus dem Gespräch mitnehmen willst. In vielen Firmen ist das Mitarbeitergespräch nur einmal im Jahr vorgesehen. Das heißt es ist eine Chance, die Du nur selten bekommst. Daher solltest Du Dir vorher auf jeden Fall bewusst machen, was Deine Ziele sind. Schreibe diese am besten auf und priorisiere sie. Auch ist es wichtig, dass Du Ziele für verschiedene Bereiche hast: Feedback, Weiterentwicklung/Karriere, neue Inhalte/Projekte und natürlich die finanzielle Perspektive.

Mit dem richtigen Mindset im Mitarbeitergespräch gutes Feedback erhalten

3 – Wenn Dein Chef Dir fortlaufend Feedback gibt, ist das prima. Doch viele Chefs vergessen es schlicht ihren Mitarbeitern im Alltag Feedback zu geben. Daher sollte ein gutes Mitarbeitergespräch auf jeden Fall Feedback enthalten. Überlege Dir vorher zu welchen Themen (zum Beispiel bestimmte Projekte, Präsentationen, Kundentermine,….) Du besonders gerne Feedback hättest. Und frage konkret danach, wenn dein Chef kein Feedback gibt.

4 – Zu gutem Feedback gehört auch, dass man gemeinsam überlegt, wie man an Herausforderungen arbeiten kann. Das ist der Bereich der Weiterentwicklung. Wo hast Du Verbesserungspotential und wie kannst Du daran arbeiten. Dein Mindset im Mitarbeitergespräch sollte sein, so gut wie möglich zu verstehen, was Dein Chef von Dir erwartet. Denn nur dann kannst Du seine Maßstäbe, an denen Du mit deiner Leistung gemessen wirst nachvollziehen.

5 – Gehe immer mit konkreten Maßnahmen aus dem Mitarbeitergespräch. Welche Projekte wirst Du in Zukunft übernehmen? Welche Fortbildung besuchen? Welche zusätzliche oder neue Verantwortung kannst Du übernehmen. Schreibe dies auf jeden Fall auch mit, damit Du es später beispielsweise auch mit deiner schriftlichen Zielvereinbarung abgleichen kannst. Deckt sich diese mit deiner Dokumentation ist das ein gutes Zeichen, dass Du und Dein Chef das gleiche Verständnis der nächsten Schritte habt.

Neue Inhalte und Projekte definieren

6 – Das Mitarbeitergespräch ist auf jeden Fall auch der Moment, um über deine weitere Karriereentwicklung zu sprechen. Willst Du mehr Verantwortung oder größere Projekte übernehmen, oder geht es Dir eher um die inhaltliche Weiterentwicklung? Dann ist jetzt der Moment das konkret anzusprechen. Warte nicht darauf, dass dein Chef deine Gedanken liest.

7 – Mache konkrete Vorschläge, wie das aussehen kann. Du solltest möglichst konkret werden. Sage nicht einfach: „Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen“. Sondern schlage ein konkretes Thema, Event, Kunden, Projekt, etc. vor, in dem Du das tun kannst. Dein Mindset Im Mitarbeitergespräch sollte sein, sogar schon konkrete Vorschläge zur Umsetzung zu machen. Damit bekommt Dein Chef ein klareres Bild von deiner Vision und kann auf dieser Basis konkreter eine Entscheidung treffen.

Mit dem richtigen Money Mindset im Mitarbeitergespräch

8 – Du musst auch deine finanzielle Weiterentwicklung ansprechen. Lies dazu auf jeden Fall auch hier nach, wie Du eine Gehaltsverhandlung richtig vorbereitest. Wie immer denke daran, dass Du auch Alternativen anbieten kannst: Zum Beispiel mehr Urlaubstage oder eine teure Schulung. Diese Dinge solltest Du auf jeden Fall vorher schon überlegt haben, damit Du im Gespräch verhandlungsbereit bist.

9 – Wenn Du schon weißt, dass das Thema Gehalt ein kritischer Knackpunkt wird, solltest Du auch bereits vorab einen Plan B recherchiert haben. Was tust Du, wenn der Chef sich nicht bewegt und auf keines Deiner Angebote eingeht? Was ist deine letzte Konsequenz? Bleibst Du trotzdem oder wirst Du Dir etwas Neues suchen. Vorsicht vor leeren Drohungen. Diese schädigen deine Verhandlungsposition nachhaltig.

Dein generelles Mindset im Mitarbeitergespräch

10 – Insbesondere Frauen neigen dazu, im Gespräch nicht klar genug zu kommunizieren, was Sie wollen. Sie verstecken sich hinter Andeutungen und wundern sich, wenn die Botschaft bei Ihren männlichen Chefs nicht ankommt. (Und ja das weiß ich aus eigener Erfahrung 😉 Daher formuliere deine Botschaften klar: „Ich wünsche mir,….“ Oder „Ich schlage vor, dass…“

Viel Erfolg – mit diesem Mindset schaffst Du das mit links!

 

 

 

Photocredit: rawpixel

 

 

Enttäuscht vom Job

Warum sind eigentlich so viele junge Frauen enttäuscht vom Job? Ich glaube hier kommen einfach sehr viele Themen zusammen und ich möchte einmal versuchen das irgendwie aufdröseln. Und natürlich möchte ich Dir eine praktische Hilfestellung an die Hand geben, wie Du aus der Jobkrise rauskommen kannst.

Aber zuerst einmal: Woher kommt es eigentlich, dass wir oft so enttäuscht vom Job sind?

Aller Anfang ist das Studium – und danach ist man enttäuscht vom Job

Auch wenn man im Studium viel lernen muss und oft mit weniger Geld auskommen muss, trotzdem ist es für viele eine absolut geniale Zeit. Aber woran liegt das eigentlich? Für mich war es hauptsächlich die riesige Abwechslung, die das Studium so klasse gemacht hat. Ständig neue Fächer, Seminare, Praxisprojekte, Auslandssemester und neue Leute, Leute und Leute. Langeweile absolut Fehlanzeige. Und wenn doch mal etwas doof war – dann war es ja spätestens nach einem Semester vorbei. Im Job – gerade in vielen Einstiegsjobs – sieht das anders aus: Zunächst mal muss man die Routinen des Unternehmens kennenlernen. Das bedeutet oft 9 to 5. Die gleichen Kollegen. Die gleichen Abläufe. Wenn dann noch Unterforderung dazu kommt, oder die Inhalte einfach doof sind, kann der Job schnell zum Frustfaktor werden.

Der Chef – ein absolut kritischer Faktor für die Jobentwicklung

Man liest oft inspirational quotes, in denen es heißt, man solle sich für einen Chef entscheiden, nicht für einen Job. Oder lieber in einer schlechten Firma mit gutem Chef, als in einer guten Firma mit schlechten Chef arbeiten. Und da ist auf jeden Fall ein Funken Wahrheit dran. Es kann unfassbar demotivierend sein, z.B. kein Feedback zu bekommen oder viel zu wenig Feedback. Gerade am Anfang des Berufslebens, hat man oft so viel Potenzial, das noch ausgeschöpft werden will. Gleiches gilt für über- oder unterfordernde Aufgaben. Hier braucht ein Chef viel Gespür für das richtige Maß an Verantwortung und Vertrauen. Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit vielen Freiräumen klar, andere blühen erst richtig auf, wenn sie ganz viel selbst entscheiden dürfen. Ein guter Chef merkt das.

Das richtige Unternehmen – Was ist mein Purpose?

Mittlerweile haben wir ja schon verstanden, dass das „warum“ ganz wichtig ist. Das heißt wir wollen verstehen, warum das Unternehmen und seine Produkte gut sind, was der Zweck des Unternehmens in der Welt ist. Idealerweise stimmt das mit unseren Werten überein. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen auch, dass wir einen Zweck für das Unternehmen erfüllen. Warum sind wir wichtig im großen Ganzen. Wofür ist unsere Arbeit gut? Klasse Unternehmen schaffen es, jedem Mitarbeiter zu vermitteln, warum er wichtig ist und honorieren dies auch. In viel zu vielen Unternehmen, sind Mitarbeiter weiterhin aber nur ein „Kostenfaktor in der Leistungserstellung“ wie in einem BWL Lehrbuch. Das ist nicht motivierend. Und bedeutet, auch wenn die Produkte einer Firma noch so toll sind, wenn ich mich nutzlos und nicht wertgeschätzt fühle, schlägt das auf die Motivation.

 

Du bist enttäuscht vom Job? 10 Dinge, die du tun kannst:

  • Versuche herauszufinden, was genau dich enttäuscht: Ist es die Tätigkeit (zu langweilig oder zu anspruchsvoll), der Chef oder das gesamte Unternehmen?
  • Wie lange bist Du schon im Job? Nach einem halben Jahr kannst Du noch kein gutes Urteil fällen, mit fünf Jahren Frust hingegen, solltest Du wahrscheinlich schnell etwas ändern.
  • Hast Du schon aktiv Maßnahmen zur Veränderung angestoßen? Zum Beispiel ein direktes Gespräch mit deinem Chef. Gerade Frauen belassen es oft bei Andeutungen und Chefs verstehen diese dann unter Umstände nicht. Du solltest unter vier Augen direkt ansprechen, was dich stört
  • Bringe konkrete Vorschläge für Veränderung mit, z.B. welches Projekt Du übernehmen möchtest oder welche Stelle du gerne übernehmen willst
  • Dir fehlen bestimmte Kenntnisse, schlage Schulungen oder Maßnahmen vor, mit denen Du diese erwerben kannst
  • Bringe ein wenig Geduld mit. Von einem auf den anderen Tag ändert sich gerade in großen Unternehmen wenig, aber warte auch nicht ewig auf Veränderungen.
  • Falls Dein Chef sehr passiv ist, kannst Du durch aktives Netzwerken versuchen an andere Förderer oder potenzielle Mentoren heranzukommen
  • Spiegele Deine Sichtweise mit Kollegen deines Vertrauens oder mit Freunden, die in Deiner Branche Erfahrung haben. Hole Dir ein ehrliches Fremdbild ein.
  • Schmeisse nicht alles hin, nur um einem Gespräch mit dem Chef aus dem Weg zu gehen. Bevor Du es nicht versucht hast, kannst Du schließlich nicht wissen, ob sich nicht doch etwas ändern kann.
  • Hast Du all diese Schritte (ernsthaft) unternommen und es tut sich immer noch nichts, dann ist es wahrscheinlich an der Zeit die Fühler auszustrecken. Stelle sicher, dass Du wirklich mit gutem Gewissen, alles getan hast, um an den Problemen zu arbeiten, dann kannst Du auch mit gutem Gewissen weiterziehen.

 

 

 

 

 

Foto von Jeffrey Czum

 

Geld Jahresgespräch Gehalt

Ich habe dich hoffentlich in meinem Post vor ein paar Tagen überzeugt habe, dass Gehaltsverhandlung ein „Muss“ ist. Daher möchte ich dir jetzt alle Tipps geben, wie Du die Gehaltsverhandlung perfekt vorbereiten kannst.

Eine Gehaltsverhandlung muss vorbereitet werden.

Viele Leute machen den Fehler, sich nicht auf die Frage nach dem Gehalt vorzubereiten. Klar, Du bist ja darauf fokussiert, einen möglichst guten Eindruck in deinem Vorstellungsgespräch zu machen. Oder auch, wenn es sich um ein Jahresgespräch handelt, bist Du vielleicht nervös vor dem Feedback Deines Chefs. Dennoch solltest Du darauf gefasst sein, dass die Frage nach dem Gehalt kommt. Oder zum Beispiel im Fall des Jahresgesprächs, musst Du vielleicht sogar selbst die Initiative ergreifen. So oder so Du darfst Dir die Chance nicht entgehen lassen.

Bei der Gehaltsverhandlung geht es um Geld – aber nicht nur um Geld.

Ein Arbeitsplatz ist so viel mehr als das Gehalt. Fixiere Dich deshalb nicht nur darauf, mehr Geld rauszuhandeln, sondern überlege Dir auch, was Die außer Geld wichtig ist. Eine interessante Schulung, auf die Du schon lange wolltest? Oder eine flexiblere Homeoffice Regelung? Auch zusätzliche Urlaubstage, Stundenreduzierung bei gleichem Gehalt oder ähnliches, können je nach Lebensmodell sehr interessant sein. Am besten Du steckst Dir selbst einen flexiblen Rahmen, was Dir wichtig ist. Ordne diese Liste dann nach deinen Prioritäten. Lehnt der Chef deine Top Priorität ab, kannst Du immer noch nach dem zweiten Punkt auf deiner Liste fragen. So bleibt auch eine vermeintlich geschlossene Tür weiter offen.

Die richtige Vorbereitung hilft Dir, gelassen zu bleiben.

An anderer Stelle habe ich ja schon erzählt, wie Du dich ideal auf die Gehaltsverhandlung vorbereitest. Sprich insbesondere wie Du Deinen Marktwert recherchieren kannst. Befindest Du Dich im Recruitingprozess für einen neuen Job, dann verkaufst Du dich ja sowieso schon mit allen Argumenten. Hier würdest Du beim Thema Gehalt keine neuen Argumente mehr vorbringen. Das schwächt deine Position, da es oft wie ein Rechtfertigungsversuch wirkt, warum Du das Geld auch wirklich verdienst. Das sollte aber nach einem Top Interview gar nicht mehr notwendig sein. Bei einem Jahresgespräch ist die Situation etwas anders. Hier hilft es auf jeden Fall aufzuzeigen, worin der eigene Beitrag besteht. Dabei nicht nur in die Vergangenheit blicken, sondern auch in die Zukunft. Was wirst Du künftig schaffen, welche Verantwortung wirst Du übernehmen? Je besser Du Dich vorbereitest, desto ruhiger und souveräner wirst Du wirken.

Der Moment der Verhandlung ist kurz.

Ok, Du hast die Gehaltsverhandlung perfekt vorbereitet. Was jetzt? Insbesondere im Jobinterview besteht die Verhandlung, bzw. deine Forderung meist nur aus einem Satz. Diesen bringst Du ruhig und gelassen vor und wartest dann. Auch wenn jetzt eine unangenehme Stille entsteht. Widerstehe der Versuchung dich irgendwie zu rechtfertigen. Gleiches gilt für das Jahresgespräch. Hier trägst Du deine Argumente kurz und prägnant vor und dann lässt Du das Gesagte einen Moment wirken. Erwarte keine sofortige Antwort.

Natürlich solltest Du das Gehalt auch unterjährig ansprechen.

Auch wenn in Deinem Unternehmen vielleicht nur einmal im Jahr die Möglichkeit zur eigentlichen Gehaltsanpassung besteht, solltest Du nicht bis zu deinem Jahresgespräch warten, um das Thema Gehalt und andere Konditionen mit Deinem Chef zu besprechen. Oft sind zum Jahresgespräch die Budgets nämlich bereits verteilt und Dein Chef hat vielleicht gar nicht mehr die Möglichkeit, Deine Forderung zu erfüllen. Daher solltest Du unbedingt bereits davor aktiv werden. Warte einen günstigen Moment ab. Es sollte ein ruhiger Moment sein und ein Moment, in dem dein Chef auch mit Dir zufrieden ist. Jetzt kannst Du gelassen anmerken, was Dir vorschwebt, dabei keine konkreten Zahlen nennen, aber klar machen, dass beim nächsten Jahresgespräch etwas passieren sollte. Insbesondere auch dann, wenn Du beispielsweise deine Arbeitsstunden verändern willst oder andere größere Anpassungen möchtest. So hat Dein Chef Zeit sich Gedanken zu machen, wie er deine Forderungen erfüllen kann. Du vermeidest es Ihn zu überrumpeln. Reagiert er genervt oder gar sofort ablehnend, hast du wenigstens Zeit gewonnen, in der Du weißt woran Du bist. Mache Dir schon vorher klar, wie Du damit umgehst. Das gehört auch dazu die Gehalstverhandlung perfekt vorzubereiten.

Was ist wenn mein Chef „nein“ sagt.

Auch hier solltest Du nicht sofort die Flinte ins Korn werfen. Gerade bei Sonderregelungen, die es in der Firma vielleicht so noch nicht gibt, tun sich viele erstmal schwer. Gib Deinem Chef Zeit, das Ganze sacken zu lassen. Vielleicht überdenkt er seine Meinung. Tut er das nicht und versucht er auch dem Thema aus dem Weg zu gehen, dann weißt Du woran Du bist. Und dann bleibt natürlich nur der Klassiker „love it or leave it“.

 

 

Bildquelle: Lucas Pezeta

 

 

Gehaltsverhandlung

Immer wieder erreicht mich die Frage: „Soll ich mein Gehalt verhandeln?“. Für mich ist die Antwort auf die Frage nach der Gehaltsverhandlung klar. ABER tatsächlich höre ich auch immer wieder von Teilnehmern meiner Kurse kontroverse Aussagen. Zum Beispiel, dass sie an anderer Stelle von Coaches gehört haben, dass Gehaltsverhandlung unwichtig sei bzw. dass es sowieso nichts „bringe“ das Gehalt zu verhandelt. Die Begründung für solche Aussagen war dann, dass ja in großen Unternehmen sowieso alles durch Gehaltsstufen bzw. Tarifvertrag geregelt sei.

Ehrlich gesagt, bin ich immer geschockt wenn ich sowas höre. Denn erstens schadet es auf keinen Fall es zu versuchen. Zweitens stimmt es in den meisten Fällen schlicht nicht, dass es keinen Spielraum gibt. Was sind also die Schritte für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung beim Job Einstieg.

Der meines Erachtens wichtigste Schritt ist, Euren Marktwert zu kennen.

Das kannst Du auf verschiedene Wege tun, bzw. Du solltest auch versuchen verschiedene Quellen heranzuziehen. Ein Anhaltspunkt sind Statistiken von Jobportalen, die regelmäßig Erhebungen bei Ihren Mitgliedern machen oder ähnliche Studien. Außerdem kannst Du in Deinem Netzwerk fragen. Wichtig dabei, frage nicht „Was verdienst Du?“ denn es gibt Leute, die mit so einer direkten Frage ein Problem haben. Fragst Du hingegen: „Wie würdest Du als Experte die Gehaltsrange von einer solchen Position abschätzen?“ ist die Chance, eine hilfreiche Antwort zu erhalten, sehr groß. Eine weitere Quelle für Informationen können Stellenbeschreibungen sein, die eine Gehaltsspanne angeben.

Dann solltest Du natürlich Faktoren miteinbeziehen, die deinen Marktwert steigern oder mindern können. Das könnten zum einen deine Qualifikationen sein. Bist Du beispielsweise besonders gut qualifiziert und waren die Interviewpartner enthusiastisch? Oder aber auch, ob die Stelle mit einem hohen Maß an Verantwortung daher kommt, z.B. Budgetverantwortung oder Projektleitungsverantwortung. So kannst Du dann entscheiden, ob du dich eher am oberen oder unteren Ende der Gehaltsspanne siehst.

Auch in großen Firmen lohnt sich Gehaltsverhandlung.

Und wichtig ist auch, dass es sich auch in großen Firmen mit vermeintlich geregelten Gehaltsstrukturen immer lohnt, zu verhandeln. Du musst wissen, dass deine Stelle zwar einer bestimmten Gehaltsklasse, z.B. Tarifstufe zugeordnet ist, aber innerhalb der Tarifstufen auch eine Gehaltsspanne hinterlegt ist. Innerhalb dieser Gehaltsspanne kann man sich zum Beispiel mit sogenannten Leistungspunkten nach oben bewegen kann. Und hier macht es natürlich sehr wohl einen Unterschied, ob du gleich im oberen Bereich der Tarifspanne einsteigst oder nicht. Auch gibt es für Unternehmen die Möglichkeit dich auf eine Stelle „zu setzen“ die eine höhere Eingruppierung hat, als Du zunächst erhältst.

Bis Du dann deine Eigentliche Eingruppierung erreichst können Jahre vergehen. Auch sind diese Beförderungsprozesse leider oft auch nicht direkt von deiner Leistung abhängig. Dadurch kannst Du meist wenig tun, um Umgruppierungen zu beschleunigen. Dein Ziel sollte es also sein – natürlich in Abhängigkeit wie qualifiziert Du für die Stelle bist – direkt in der richtigen Eingruppierung eingestuft zu werden. Und dafür musst Du meist – richtig geraten – verhandeln.

Dein Einstiegsgehalt in einem Unternehmen bildet immer die Absprungbasis, von der aus Du dich weiterentwickeln kannst.

Anpassungen, die das Unternehmen freiwillig gewährt sind dann oft prozentuale Steigerungen dieses Gehalts. D.h. wer hoch einsteigt, bekommt auch absolut die größeren Gehaltserhöhungen, weil der prozentuale Anteil zwar gleich ist, der Absolutbetrag aber größer.

Und immer daran denken, dass schlimmste das passieren kann ist ein kurzes „Nein“. Sollte eine Firma wirklich überrascht reagieren, wenn Ihr maßvoll und nach guter Recherche versucht Euer Gehalt zu verhandeln, dann sollte dies für Euch eher ein Warnsignal sein, dass die Firma vielleicht nicht zu Euch passt. Besser Ihr stellt solche unterschiedlichen Vorstellungen vor dem Start fest, als wenn Ihr bereits seit einem Jahr in einem Unternehmen arbeitet und Energie und Motivation investiert habt. Und das bringt uns auch wieder zurück zu diesem Thema  – Das Unternehmen stellt sich auch bei Dir vor.

Solltest Du dein Gehalt verhandeln? JA!

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: rawpixel.com

 

Das Neue Jahr hat angefangen und wahrscheinlich stehen in vielen Firmen jetzt die Mitarbeitergespräche an. Und insbesondere in großen Firmen gibt es natürlich für alles Deckel oder in anderen Worten feste Obergrenzen, wie viel verteilt werden kann – oder eben nicht. Deckel für Gehaltserhöhungen, Deckel für Schulungen, Deckel für Weiterentwicklungen. Und damit wird gefeilscht. Die Chefs schlagen sich die Köpfe ein, wer seinen Mitarbeiter auf eine Schulung schicken darf, wer Geld verteilen darf und wer einen Mitarbeiter eine Stufe „höher schalten“ darf, auf der Treppe der Weiterentwicklung zur Führungskraft.

Zum Beispiel kann ein zentraler Bestandteil sein, wer auf das konzerneigene Assessment Center geschickt werden darf. Oder eben nicht. Ohne AC keine Weiterentwicklung und wieder Warten für ein Jahr. In meinem alten Bereich in meinem Konzernjob hatten wir damals viele junge, talentierte Mitarbeiter, die Potenzial hatten in naher Zukunft gute Führungskräfte abzugeben. Umso mehr balgten sich meine Kollegen um die begehrten und gedeckelten Plätze für das AC. Und dabei ertappte ich meine (ausschließlich männlichen) Kollegen immer wieder bei folgender Argumentation. Wer möglichst klar, hart und verbindlich zeigt und verbal kommuniziert: „ich will jetzt aufs AC“ hat wesentlich bessere Chancen, als jemand der einfach hervorragend seinen Job macht, aber vielleicht nicht das Bedürfniss hat, dies ständig zu kommunizieren. Folglich fielen dann Kolleginnen hinten runter mit dem Argument: „Sie hat doch gesagt, es wäre ok für sie noch ein Jahr zu warten“. Die Frau machte einen top Job, leitete ein Strategieprojekt, arbeitet bis mitten in die Nacht, zeigte Führungsqualitäten. Aber sie was sie eben nicht getan hat, ist über den Flur zu laufen und laut zu verkünden: „Ich will jetzt aufs AC“. Wie viele Frauen wartete sie wahrscheinlich darauf, dass sie gefragt wird, dass jemand kommt der ihr Talent entdeckt und belohnt. Nur so tickt das System einfach nicht. Ich hatte damals versucht das meinen Kollegen deutlich zu machen, dass eine Frau eher nicht dazu tendiert zu sagen: „Ich will jetzt, sonst schmeiss ich euch hier den Laden hin.“ Ich habe sie gebeten zu verstehen, dass weibliche Kommunikationsmuster andere seien. Daraufhin argumentierten meine Kollegen, dass sie es ja dann scheinbar nicht genug wollen kann, dass sie ja dann wohl nicht genug brennen würde eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Sie vom Gegenteil zu überzeugen, fiel mir mehr als schwer und erwies sich an der ein oder anderen Stelle sogar als unmöglich.

Warum ich diese Geschichte hier zum besten gebe?

Mädels – nicht warten, bis ihr gefragt werdet. Eure Chefs sind froh um jedes Jahr, dass ihr ihnen mit eurer Bescheidenheit schenkt. Aber das Jahr gibt euch nachher keine zurück.