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Work Life Balance

Im Moment ist das Thema Arbeitszeit vs. Freizeit ja viel diskutiert – #worklifeblanace.  Ist Zeit, in der man zwar frei hat, aber trotzdem für das Unternehmen erreichbar ist Arbeitszeit? Wenn man abends vom Smartphone aus noch eine E-Mail tippt, versaut einem das den Feierabend oder sorgt es dafür, dass man entspannter ist, weil man nichts unerledigt herumliegen lassen muss? Es hat auf jeden Fall den Vorteil, dass man am nächsten Tag nicht mehr dran denken muss. Dass diese Frage nicht pauschal zu beantworten ist, zeigt sich schon allein daran, wie die Unternehmen damit umgehen. Manche Unternehmen schalten ihren Mitarbeitern sogar den Server ab, um sie in der Freizeit zum “frei haben” zu zwingen. Manche Firmen bieten gar keine Homeofficeregelungen, während andere komplett auf ein Büro verzichten.

Natürlich gibt es eine Selbstverantwortung beim Thema #worklifebalance

Jetzt könnte man natürlich sagen: Ich bin doch schon groß und auch sehr klug und kann selbst entscheiden, ob ich ans Telefon gehen, wenn es klingelt oder nicht, bzw. ob ich abends noch eine E-Mail schreiben will oder nicht. Stimmt ja auch – im Prinzip. Aber wie das mit Prinzipien so ist: Jeder hat seine eigenen und nur weil man prinzipiell eines hat, heißt das noch lange nicht, dass man sich immer dran hält. (Im Prinzip brauche ich auch keine Schuhe mehr…anderes Thema).

In der Vergangenheit bin Ich selbst in Sachen Freizeit von einem Extrem ins andere gefallen. Als ich in der Beratung gearbeitet habe, hatte ich quasi eine Standleitung zu meinem Chef, der mich ständig (und damit meine ich nahezu jeden Abend) zwischen acht und neun Uhr abends angerufen hat. Abendliche Treffen im Büro, Meetings, die auf 22 Uhr angesetzt wurden, am Wochenende “noch schnell was fertig machen”, inclusive. Und ich hatte sowas von keinen Bock mehr auf diesen Arbeitsstil. Zumal das allermeiste davon deshalb notwendig war, weil mein Chef sich selbst nicht organisieren konnte. Er verbrachte ganze Arbeitstage mit Tramezzini und Espressi beim Nobelitaliener neben seinem Büro, um dann abends irgendwann in die Gänge zu kommen. Auf Kosten meiner Freizeit.

 

Ich sorge selbst für meine #worklifebalance aber lange mit schlechten Gewissen

Ein schlechtes Gewissen hatte ich aber trotzdem, als ich nach ca. 2 Jahren Zusammenarbeit anfing, seine abendlichen Panikanrufe nicht mehr zu beantworten. Danach im Konzernumfeld habe ich Kollegen, die sich mit ihrer ständigen Erreichbarkeit brüsten (was aber in einer Firma mit einer geregelten Kernarbeitszeit schlicht und ergreifend nicht notwendig ist). Ich ging abends nicht an mein Firmenhandy und nur meine eigenen Mitarbeiter und engsten Kollegen hatten meine Privatnummer, auf der ich immer erreichbar bin (gewählt hat sie bis jetzt keiner). Ich lebte gut damit und trauerte meinen around-the-clock Zeiten keine Träne nach. Ein schlechtes Gewissen hatte ich weitestgehend auch nicht mehr. Trotzdem gab es natürlich Momente, in denen meine Chefs mir versuchten ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn ich mir die Freiheit nahm erst am nächsten Morgen auf Ihre Mail zu antworten oder klar machte, dass ich während meines (einzigen) längeren Urlaubs im Jahr eine Vertreter habe, der alle Fragen beantworten kann und nicht selbst jede Mail beantwortete.

 

Für mich der Königsweg: Maximale Freiheit

Mittlerweile bin ich in einer neuen Phase angelangt. Ich bin an einer Hochschule tätig, habe nur noch wenige „feste“ Anwesenheitszeiten, dafür aber gefühlt 100 Projekte, die alle meine Aufmerksamkeit brauchen. Ich entscheide selbst frei, wann ich arbeite und wann nicht. Und witziger Weise ist auch das gar nicht so einfach, obwohl ich vermeintlich jetzt die volle Kontrolle über meine Zeit habe.

Wie geht es Dir mit der #worklifebalance? Wie sieht Dein Zeitmanagement aus? Welcher Stil liegt Dir am meisten?

Wer mich kennt, weiß, dass ich Podcasts liebe. Daher ist es keine Überraschung, dass ich sofort Feuer und Flamme war, meinen ersten Podcast aufzunehmen.

Gefragt hat mich die liebe Yvonne Kania, die genau wie ich seit vielen Jahren Führungskraft in der Automobilindustrie und Buchautorin ist. Bei so vielen Gemeinsamkeiten stellte sich die „gleiche Wellenlänge“ quasi wie von selbst bei uns ein, obwohl wir uns tatsächlich erst zwei Mal „live“ getroffen haben.

Dein erster Podcast? Worum geht es eigentlich?

Gemeinsam beschlossen wir, dass das Thema Karriereplanung bzw. Karrierestrategie ein super Einstieg wäre. Dabei war es mir ganz wichtig überhaupt zu erklären, was ich unter dem Begriff „Karriere“ verstehe. Denn bevor sich jetzt jeder irgendwelche Anzugträger vorstellt, denen nichts wichtiger ist als der nächste Karriereschritt oder der nächste Firmenwagen, will ich hier kurz „Stopp“ sagen. Für mich heißt Karriere schlicht einen Job zu gestalten, dass Du Deine Talente effizient und effektiv einsetzen kannst und Du (im Großen und Ganzen) mit den Rahmenbedingungen des Jobs zufrieden bist.

Ich bin überzeugt, dieser Zustand kommt bei den allermeisten nicht von selbst. Daher habe ich mich der Aufgabe verschrieben, Dir auf dem Weg zu genau dieser Karriere zu helfen.

Als nächstes sprachen Yvonne und ich über die verschiedenen Umsetzungstypen. Denn „mach doch einfach“ funktioniert nicht für jede! Daher bin ich der Meinung musst Du Dich und Deine Motivatoren sehr gut verstehen, um dann auch Projekte zum Beispiel im Job erfolgreich umsetzen zu können.

Ja – und wir haben auch über Geld gesprochen

Last but not least drehte sich unsere Diskussion dann ums liebe Geld. Denn wenn Du es geschafft hast eine Karriere bzw. einen Job zu gestalten (ich sage bewusst nicht zu finden), dann solltest Du natürlich auch Deinem Wert entsprechend entlohnt werden.

Daher gibt es zum Abschluss noch unsere top 3 Verhandlungstipps für die Gehaltsverhandlung und Bewerbungsphase.

Neugierig geworden auf meinen ersten Podcast?

Dann höre hier sofort rein.

Create and design yourself von Yvonne Kania.

Ich freue mich zu hören, was Du zu meinem Erstlingswerk denkst. Lass mir gerne Dein Feedback zukommen.

Festgefahren im Job? Das kann Jeder passieren. Natürlich gibt es Dinge, auf die Du bereits im Vorstellungsgespräch achten kannst. Außerdem kannst Du die Beziehung zu Deinem Chef pflegen und selbst aktiv werden. Trotzdem kann es durch äusser Umstände, aber auch durch Dein eigenes Verhalten oder Deine Einstellung dazu kommen, dass Du festgefahren bist. Was kannst Du jetzt tun, um Deine Situation zu verbessern.

Aber zuerst einmal: Woher kommt es eigentlich, dass wir uns festgefahren im Job fühlen?

Aller Anfang ist das Studium – und danach landet man in der Sackgasse

Auch wenn man im Studium viel lernen muss und oft mit weniger Geld auskommen muss, trotzdem ist es für viele eine absolut geniale Zeit. Aber woran liegt das eigentlich? Für mich war es hauptsächlich die riesige Abwechslung, die das Studium so klasse gemacht hat. Ständig neue Fächer, Seminare, Praxisprojekte, Auslandssemester und neue Leute, Leute und Leute. Langeweile absolut Fehlanzeige. Und wenn doch mal etwas doof war – dann war es ja spätestens nach einem Semester vorbei. Im Job – gerade in vielen Einstiegsjobs – sieht das anders aus: Zunächst mal muss man die Routinen des Unternehmens kennenlernen. Das bedeutet oft 9 to 5. Die gleichen Kollegen. Die gleichen Abläufe. Wenn dann noch Unterforderung dazu kommt, oder die Inhalte einfach doof sind, kann der Job schnell zum Frustfaktor werden.

Der Chef – ein absolut kritischer Faktor für die Jobentwicklung

Man liest oft inspirational quotes, in denen es heißt, man solle sich für einen Chef entscheiden, nicht für einen Job. Oder lieber in einer schlechten Firma mit gutem Chef, als in einer guten Firma mit schlechten Chef arbeiten. Und da ist auf jeden Fall ein Funken Wahrheit dran. Es kann unfassbar demotivierend sein, z.B. kein Feedback zu bekommen oder viel zu wenig Feedback. Gerade am Anfang des Berufslebens, hat man oft so viel Potenzial, das noch ausgeschöpft werden will. Gleiches gilt für über- oder unterfordernde Aufgaben. Hier braucht ein Chef viel Gespür für das richtige Maß an Verantwortung und Vertrauen. Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit vielen Freiräumen klar, andere blühen erst richtig auf, wenn sie ganz viel selbst entscheiden dürfen. Ein guter Chef merkt das.

Das richtige Unternehmen – Was ist mein Purpose?

Mittlerweile haben wir ja schon verstanden, dass das „warum“ ganz wichtig ist. Das heißt wir wollen verstehen, warum das Unternehmen und seine Produkte gut sind, was der Zweck des Unternehmens in der Welt ist. Idealerweise stimmt das mit unseren Werten überein. Aber das alleine reicht nicht. Wir wollen auch, dass wir einen Zweck für das Unternehmen erfüllen. Warum sind wir wichtig im großen Ganzen. Wofür ist unsere Arbeit gut? Klasse Unternehmen schaffen es, jedem Mitarbeiter zu vermitteln, warum er wichtig ist und honorieren dies auch. In viel zu vielen Unternehmen, sind Mitarbeiter weiterhin aber nur ein „Kostenfaktor in der Leistungserstellung“ wie in einem BWL Lehrbuch. Das ist nicht motivierend. Und bedeutet, auch wenn die Produkte einer Firma noch so toll sind, wenn ich mich nutzlos und nicht wertgeschätzt fühle, schlägt das auf die Motivation.

 

Du bist festgefahren im Job? 10 Dinge, die du tun kannst:

  • Versuche herauszufinden, was genau dich enttäuscht: Ist es die Tätigkeit (zu langweilig oder zu anspruchsvoll), der Chef oder das gesamte Unternehmen?
  • Wie lange bist Du schon im Job? Nach einem halben Jahr kannst Du noch kein gutes Urteil fällen, mit fünf Jahren Frust hingegen, solltest Du wahrscheinlich schnell etwas ändern.
  • Hast Du schon aktiv Maßnahmen zur Veränderung angestoßen? Zum Beispiel ein direktes Gespräch mit deinem Chef. Gerade Frauen belassen es oft bei Andeutungen und Chefs verstehen diese dann unter Umstände nicht. Du solltest unter vier Augen direkt ansprechen, was dich stört
  • Bringe konkrete Vorschläge für Veränderung mit, z.B. welches Projekt Du übernehmen möchtest oder welche Stelle du gerne übernehmen willst
  • Dir fehlen bestimmte Kenntnisse, schlage Schulungen oder Maßnahmen vor, mit denen Du diese erwerben kannst
  • Bringe ein wenig Geduld mit. Von einem auf den anderen Tag ändert sich gerade in großen Unternehmen wenig, aber warte auch nicht ewig auf Veränderungen.
  • Falls Dein Chef sehr passiv ist, kannst Du durch aktives Netzwerken versuchen an andere Förderer oder potenzielle Mentoren heranzukommen
  • Spiegele Deine Sichtweise mit Kollegen deines Vertrauens oder mit Freunden, die in Deiner Branche Erfahrung haben. Hole Dir ein ehrliches Fremdbild ein. Hier kann natürlich auch ein professionelles Coaching helfen.
  • Schmeisse nicht alles hin, nur um einem Gespräch mit dem Chef aus dem Weg zu gehen. Bevor Du es nicht versucht hast, kannst Du schließlich nicht wissen, ob sich nicht doch etwas ändern kann.
  • Hast Du all diese Schritte (ernsthaft) unternommen und es tut sich immer noch nichts, dann ist es wahrscheinlich an der Zeit die Fühler auszustrecken. Stelle sicher, dass Du wirklich mit gutem Gewissen, alles getan hast, um an den Problemen zu arbeiten, dann kannst Du auch mit gutem Gewissen weiterziehen.

Dein Chef ist ein absoluter Schlüsselfaktor in deinem Berufsleben. Daher solltest Du Dir nicht nur den Job, sondern auch den Chef gezielt auswählen. Es heißt nicht umsonst: Mitarbeiter verlassen Chefs nicht Unternehmen. Und auch meine persönliche Erfahrung sagt mir, dass da definitiv etwas dran ist.

Schlüsselfaktor Chef oder Chefin

In vielen Fällen ist Dein Chef oder Deine Chefin, das Bindeglied zwischen Dir und dem Unternehmen. Du bekommst viele Informationen und auch Deine Aufgaben ausschließlich oder zumindest in weiten Teilen über Deinen Chef. Das bedeutet, dass seine Art Dinge zu kommunizieren oder zu vermitteln, sehr ausschlaggebend ist, was Du in welcher Form vom Unternehmen „mitbekommst“. Will heißen, wenn er gerne und schnell kommuniziert wirst auch Du gut informiert sein. Wenn er gut darin ist, interessante Projekte innerhalb des Unternehmens an Land zu ziehen, wirst auch Du interessante Aufgaben haben. Umgekehrt ist das aber leider auch der Fall: Wenn Dein Chef kein großes Interessen an Kommunikation hat, oder es schlicht nicht als notwendig erachtet, wird dies leider auch Dich beeinflussen. Natürlich hast Du dann immer noch die Möglichkeit andere Kanäle und Netzwerke zu nutzen, aber das ist oft nicht der ideale Weg. Mittlerweile arbeiten viele Organisationen auch in agilen und/oder cross-funktionalen Teams. Auch das ist dann ein Weg sich dem direkten Einfluss des Chefs zu entziehen oder sich zumindest Alternativen zu schaffen. Dennoch bleibt die Rolle des Chefs wichtig.

Dein(e) Chef(in) und Deine Karriereentwicklung

Auch für deine Karriere bzw. auch Deine ganze Entwicklung im Unternehmen ist Dein Chef maßgeblich wichtig. Je größer das Unternehmen desto mehr wird dein Chef zu Deinem Führsprecher, wenn es um das Thema Gehalt oder Schulungen und Weiterbildung geht. Denn je größer dir Organisation, desto anonymer sind die Verteilungswege von Budgets für Gehälter oder Schulungen. Und hier kommt dann natürlich Deine Chefin ins Spiel die diese Leistungen dann für Dich beantragen muss. Manchmal auch gegen die Widerstände anderer (die wiederum für Ihre Mitarbeiter eintreten). Wenn Dein Chef hier wenig motiviert oder sehr konfliktscheu ist, kann das für Dich zum Nachteil werden. Nämlich dann wenn Du immer den Kürzeren ziehst, wenn es um diese „Goodies“ geht. Natürlich kannst Du auch hier versuchen, über die Grenzen Deines Teams hinweg, positiv aufzufallen. Vielleicht auch Den Chef Deiner Chefin kennen zu lernen oder in übergreifenden Projekten zu glänzen. All das sind Möglichkeiten, neue Fürsprecher zu gewinnen. Aber der Chef bleibt trotzdem extrem wichtig.

Wenn der Chef oder die Chefin schädlich für dich wird

Auch Chefs und Chefinnen haben ihre eigenen Ziele. Und das ist ja auch nur natürlich und richtig. Für Dich kann dies zum Problem werden, wenn die Ziele Deiner Vorgesetzten, Deinen Ziele widersprechen. Dies ist vor allem dann schwierig, wenn Dein Chef eher egoistisch und wenig unternehmerisch handelt. Zum Beispiel wenn er sich gegen jeden auch noch so kleine Investition wehrt, auch wenn diese einen großen positiven Einfluss haben würde. Oder wenn der Chef Deine Weiterentwicklung verhindert, weil Du so wichtig für das Team bist. Sprich er verhindert, dass Du neue Jobangebote bekommst oder Dich auf eine verantwortungsvollere Stelle weiterentwickelst, weil er Angst hat, dass er dann seine Aufgaben nicht mehr erledigen kann. Auch gefährlich sind sehr passive Chefs, die wenig aktiv oder sehr unmotiviert sind. Das kann zur Folge haben, dass sie keine interessanten Projekte annehmen und versuchen alle Aufgaben abzublocken. Das bedeutet natürlich, dass in der Folge auch keine interessanten Jobs bei Dir landen.

Was tun, wenn der Chef zum Problem wird?

Ich habe ja hier bereits geschrieben, was Du tun kannst, wenn Du von Deinem Job enttäuscht bist. Bzw. hier auch die Überlegungen geteilt, die Du anstellen solltest, wenn Du überlegst zu kündigen. Du solltest auf jeden Fall erst alle Optionen austesten, bevor Du drastische Schritte unternimmst. Auch Chefs können mal eine schlechte Phase haben, oder sie sind sich überhaupt nicht dessen bewusst, dass Du Dir mehr Kommunikation oder andere Aufgaben wünschst.

Verändert sich aber dauerhaft nichts an der Beziehung, solltest Du unbedingt handeln. Denn wie bereits beschrieben, hat der Chef einen großen Einfluss. In manchen Fällen, kannst Du trotzdem auf dem Job bleiben, nämlich dann, wenn es Dir gelingt außerhalb Deines Teams so gute Kontakte und Netzwerke aufzubauen, dass Du Deinen Chef für Projekte oder Weiterentwicklung nichts mehr brauchst. Ist das aber nicht machbar, zum Beispiel, weil Du alleine an einem Standort bist oder Dein Job Dir nicht die Möglichkeiten für Kontakte bietet, dann solltest Du nach einer gewissen Zeit überlegen, ob Du Dich innerhalb oder außerhalb des Unternehmens verändern solltest. Reflektiere diese Entscheidung aber unbedingt mit einem Coach, Mentor oder einem Vertrauten. Idealerweise einer Person außerhalb des Teams. Denn oft ist man auch festgefahren in seinem Blick auf die Situation und in diesen Fällen solltest Du sicherstellen, dass Du wirklich alles versucht hast.

Assessment Center

Es gibt eine Reihe von typischen Assessment Center Fragen, die Dir mit Sicherheit begegnen werden. Dennoch gibt es auch immer wieder neue Fragen und Themen, mit denen Du vielleicht nicht gerechnet hast. Daher ist es fast wichtiger Dich darauf vorzubereiten, wie Du mit unvorbereiteten Situationen umgehst, als potentielle Antworten auf potentielle Fragen auswendig zu lernen. Wenn man Menschen unvorbereitet ins kalte Wasser wirft, fällt es vielen schwer ihr Verhalten zu steuern. Die natürliche Reaktion sind oft „unkontrollierte“ Schnellschüsse zu machen, die Stimme geht hoch, man spricht zu schnell, dadurch japst man zwischendurch nach Luft. Das wirkt unsouverän. Oder man stockt, bringt nichts mehr hervor, benutzt unnötige Füllwörter wie (äh und ehm) um Pausen zu überbrücken. Das wiederum wirkt nicht professionell. Daher solltest Du vorher üben, wie Du mit solchen Situationen umgehst.

Übringens können Dir all diese Fragen auch in einem “ganz normalen” Vorstellungsgespräch begegnen. Bereite Dich also auf diese Fragen auch vor, wenn Du in ein normales Gespräch startest. Insbesondere, wenn es sich um eine Beratungsfirma handelt…

So bleibst Du bei deiner Antwort ruhig und souverän

Zunächst einmal werden Dir Pausen die entstehen viel länger vorkommen, als Sie tatsächlich sind. Du musst nur in der Lage sein, solche Momente der Stille auszuhalten. Widerstehe der Versuchung drauf loszuplappern, Füllwörter zu benutzen oder gar Deine eigene vorhergehende Aussage zu revidieren, etwa weil Du durch die Pause das Gefühl bekommst, etwas Falsches gesagt zu haben.
Nutze Pausen lieber, um bewusst tief Durchzuatmen und einen Schluck Wasser zu trinken. Es lohnt sich außerdem immer die Frage noch einmal zu wiederholen, um klarzustellen dass man die Frage richtig verstanden hat und nebenher noch etwas Zeit zu gewinnen. Solltest Du dann immer noch im Dunkeln tappen, wie man die Frage beantworten kann, könnte es eine Lösung sein, sich über Prämissen, die Du annimmst an die Antwort heranzutasten. Selbiges gilt für die sogenannten Abschätzfragen oder Beratungsfragen. Diese typischen Fragen heißen so, weil man ihnen besonders oft in Vorstellungsgesprächen oder Assessment Centern begegnet.

Wie du an Abschätzungsfragen herangehen kannst

Beispiel: Wie schwer ist Manhattan? Wie viel Prozent des Hausmülls machen Babywindeln aus? Wie viele Blätter haben die Bäume im Berliner Tiergarten?
Es gibt hier keine korrekte Antwort auf diese Fragen, sondern Du wirst danach beurteilt wie geschickt und strukturiert Du an die Fragestellung herangehst. Welche Prämissen nimmst Du an? Zum Beispiel Abschätzung der Fläche des Tiergartens, Abschätzung der Verteilung zwischen Wiesen und Baumbestand im Tiergarten, Annahmen über die Anzahl der Äste, die Jahreszeit, etc. Wenn eine Tafel vorhanden ist, schreibe Deine Abschätzungen auf, um sie selbst im Überblick zu behalten und mit Faktoren zu hinterlegen, etc.
Auch hierbei hilft die Vorbereitung. Es gibt etliche Bücher, die solche Fragen und Musterlösungen dazu anbieten. Aber zu Guter Letzt verlass Dich am besten auf Deine eigene Stärke und Deine Kreativität. Denn Unternehmen suchen auch
Mitarbeiter, die selbstständig denken können.

 

Am letzten Dienstag war ich zu Besuch auf dem [F]empower Coworking Day und möchte Euch natürlich meinen Mini Rückblick nicht vorenthalten.

Ganz kurz nochmal: Was ist [F]empower überhaupt? [F]empower möchte Coworking für Frauen in Stuttgart anbieten und das ganze gezielt mit Events zur Vernetzung “unterfütten”. Diese Events finden im Moment jeden zweiten Dienstag im Monat als Netzwerkfrühstück mit Impulsvortrag statt. Und am Dienstag 6.8. war es dann soweit und ich durfte talentista vorstellen und einen kleinen Impuls zum Thema Umsetzungsstrategien für Projekte geben.

Mein Impulsvortag beim [F]empower Coworking Day

Als Thema habe ich mir das Thema der “Vier Tendenzen” von Gretchen Rubin ausgesucht, da ich es selbst dieses Jahr für mich entdeckt habe. Wer hier fleissig mitliest weiß, dass ich dem Thema Persönlichkeitstests nicht ganz unkritisch gegenüberstehe. Den ganzen Artikel dazu, kannst Du auch hier nochmals nachlesen. Die Umsetzungstendenzen von Gretchen Rubin, finde ich hier eine sehr schöne Ausnahme, da sie nicht versuchen Dich einzuordnen “wer Du bist”, sondern welche Rahmenbedingungen Du für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten brauchst.

Der meistvertretene Typus ist der der sogenannte Teamplayer. Übrigens outeten sich auch beim Coworking Frühstück die meisten als Teamplayer. Dieser Umsetzungstyp braucht Impulse bzw. Vorderungen von außen, um Aufgaben zu erledigen. Der Hinterfrager hingegen erledigt Aufgaben dann am besten, wenn er sie für sich selbst als wichtig erkannt hat und sich selbst etwas vorgenommen hat. Der Pflichterfüller kann Impulse von außen und von innen umsetzen. Und der Rebell sträubt sich gegen Impulse und Vorgaben von außen und von innen. Für alle die jetzt neugierig geworden sind – hier geht es zum Buch von Gretchen Rubin.

Welche Tipps habe ich für Teamplayer?

Der meistvertretene Typus (der Teamplayer), wird dann am wahrscheinlichsten Erfolg haben, wenn er von außen Forderungen bekommt, die er erfüllen muss. Das bedeutet, es fällt diesem Typus schwer, Dinge aus eigenem Antrieb zu tun, selbst dann wenn er eigentlich weiß, dass es gut oder sinnvoll wäre. Und das gilt nicht nur für die Arbeit, sondern auch für Hobbys. Das bedeutet, selbst wenn sich ein Teamplayer vorgenommen hat, ein interessantes Buch zu lesen, schafft er es nicht, obwohl es ja genau genommen ein Vergnügen bzw. Freizeit wäre. Daher sollte der Teamplayer nicht versuchen sich selbst zu überzeugen, dass etwas gut für ihn wäre. Der Teamplayer sollte lieber seine Energie darauf verwenden, zu Überlegen, wie er sich ein System schaffen kann, dem er “Rechenschaft” schuldig ist.

Das können so einfache Dinge sein, wie eine To Do im Kalender oder ein Bullet Journal. Oder eine Belohnung (z.B. der erste Kaffee am Morgen), die man erst bekommen, wenn etwas bestimmtes erledigt ist. Wenn auch das noch nicht genügend Anreize gibt, müssen andere Menschen her. Zum Beispiel eine Freundin oder Kollegin, der man Rückmelden muss, dass etwas Bestimmtes erledigt ist.

 

Fragen aus der [F]empower Gruppe

Ich erkenne mich selbst als Teamplayer wieder. Gerade meine Buchhaltung, Rechnungen schreiben, etc. schiebe ich immer weiter hinaus und treibe sogar meine Steuerberaterin damit in den Wahnsinn. Dabei ist sie ja eigentlich “ein Impuls von außen” oder?

Wenn wir mit Leuten eine sehr enge Beziehung haben, kann es passieren, dass wir sie mit der Zeit nicht mehr “zum Außen” sondern zum “Innen” zählen. Beispielsweise der Partner. Sprich auch reinrassige Teamplayer lassen Leute “hängen”, bei denen sie das Gefühl haben, dass die Beziehung so gut, eng und belastbar ist, dass es “ok” ist. In diesem Fall stimmte mir die Teilnehmerin zu, dass sie mittlerweilge ein freundschaftliches Verhältnis mit der Steuerberaterin hat. Ich gabe den Tipp, dass wenn die Buchhaltung zum Problem wird (zum Beispiel weil Rechnungen zu spät bezahlt werden und kein Geld mehr vorhanden ist) den Steuerberater innerhalb der gleichen Kanzlei zu wechseln, einfach damit wieder ein “richtiger Druck” von außen da ist.

 

Der Vormittag war wirklich eine tolle Gelegenheit zum Netzwerken und Austauschen! Vielen Dank nochmal an [F]empower für die Einladung!

Der alternative Titel für den Artikel Sommer Business Outfits: „38 Grad oder die Anzugfrage“. Wobei ja mittlerweile auch im Nicht Sommer fast keiner mehr richtige Anzüge trägt. Und das kann ganz schön verwirrend sein. Denn wenn Dieter Zetsche jetzt nur noch in Turnschuhen rumläuft, kannst Du ja auch in Turnschuhen zum Vorstellungsgespräch, oder? Dies ist sicher nicht eines meinter typischen Themen, aber ich dachte, es schadet auch nicht, meine Gedanken hierzu mal zu Papier zu bringen.

Zunächst mal gilt: Wohlfühlen ist der Schlüssel

Du solltest Dich auf jeden Fall in deinem Outfit wohlfühlen. Das ist extrem wichtig, denn das Wohlfühlen beeinflusst ja Deine ganze Haltung und Ausstrahlung. Du solltest Dich in Deiner Haut wohlfühlen. Solltest Du also das Gefühl haben, Dich für Deinen Job jeden Morgen verkleiden zu müssen, dann ist die Chance hoch, dass es einfach nicht der richtige ist. Damit möchte ich jetzt allerdings nicht für übertriebenen Individualismus werben. Eine Bekannte von mir hat ein auffälliges Nasenpiercing. Sie trägt es privat und fühlt sich offensichtlich damit sehr wohl. Heisst das jetzt, dass sie mit Nasenpiercing zu ihrem Job als Beraterin in der Industrie geht? Natürlich nicht!

 

Heißes Wetter entschuldigt nicht alles

Sorry Mädels, aber in der Klamottenfrage muss ich hart bleiben. Bitte wählt auch bei heißem Wetter ein vernünftiges Business Outfit. Klar ab 30 Grad darfs bei mir auch schon mal eine 7/8-Hose sein (selbstverständlich mit Strümpfen und Pumps) oder ein (schickes) T-Shirt (statt Bluse). Aber Flip-Flops oder Spagehtti-Träger? Oder habt ihr den Abteilungsleiter schon Mal in Bermuda-Shorts und T-Shirt im Büro gesehen? (Und wenn ihr das schon gesehen habt, dann hat er immer noch den Vorteil, dass er ein seniorer Mann ist – als Frau solltet ihr euch das nicht erlauben.)

Immer wenn ich die Mädels in einer Firma in ihren Mini-Röcken oder knall-bunten T-Shirts sehe, denke ich automatisch das müssen Werkstudentinnen oder ausgeflippte Sekretärinnen sein (Warum haben manche Sekretärinnen diesen Hang zu ausgeflippten Klamotten? Ok, anderes Thema). Es ist einfach schwer jemanden, der mir in einem weißen T-Shirt (mit der Aufschrift “Lets go to the Beach” und einem schwarzen BH daraunter) ernst zu nehmen. Kleider machen Leute. Auch im Hochsommer!

 

Praktische Tipps für Dein Sommer Business Outfit

Wähle fließende Stoffe, die auch gerne über den Bund fallen dürfen. Damit kann man unangenehme schwitzige Stellen, wie zum Beispiel unter dem Gürtel vermeiden. Obwohl ich nicht der Parfüm Junkie bin, verwende ich im Sommer gerne Dürfte mit einer frischen Zitrusnote, das gibt mir insbesondere morgens einen Frischekick. Gerade im Sommer sollte man intelligent Zwiebeln: Achte unbedingt darauf, dass Du etwas „drunter“ trägst.  Das Shirt sollte erlauben, dass Jacket, die Jacke, etc. auszuziehen, wenn das Thermometer über den Tagesverlauf um 10 oder mehr Grad klettert. Frische im Büro bieten Tischventilatoren und natürlich morgens Durchlüften und dann Schattieren. Und natürlich der „umgekehrte“ Wintertrick. Arbeitsschuhe in der Tasche mitnehmen und dann erst im Büro aus bequemen Sandalen in die Arbeitsschuhe schlüpfen. Und ja am 38 Grad würde auch ich irgendwann zu schicken Birkenstocks greifen 😉

 

Wie Du eine Work Uniform entwickelst

Heisst das jetzt jeden Tag das gleiche anziehen?! Nein natürlich nicht. Ich bin überzeugt, dass es sich lohnt ein paar Gedanken in Deine Work Unifrom zu stecken. Schließlich ist es teil Deiner Identität, auch wenn sich das sicher für ie ein oder andere oberflächlich anhört. Mich persönlich entspannt es auch für unterschiedliches Wetter und natürlich auch unterschiedlich “wichtige” Termine die passenden Outfits schon griffbereit zu haben. Ich nehme mir dafür in der Regel ein bis zwei Mal im Jahr Zeit a la Marie Kondo meinen Kleiderschrank zu durchforsten. Dabei probiere ich auch alles mal wieder an und versuche, neue Kombinationen zu finden. So wird am schnellsten offensichtlich, welche Basics (ja ich rede mit Dir schwarzes T-Shirt) mir fehlen. Das ganze kann man auch noch fotografisch festhalten, damit man sich hinter auch an neue Business Outfits erinnernt, wenn der Sommer dann tatsächlich vor der Tür steht.

 

 

 

 

 

 

Photocredits: Ylanite Koppens

Meine lieben talentista.de Besucher. Nun geht es los und ich verschenke 1:1 Coachings. Und das natürlich zu allererst an Euch, die ihr hier auf meinem Fleckchen Internet vorbeischaut.

Was erwartet Dich beim 1:1 Coaching

Wir treffen uns persönlich oder auf Skype und verbringen eine spannende Stunde miteinander. Du schilderst mir deine größte Herausforderung aus den Bereichen Beruf, Karriere oder Finanzen und bekommst meinen vollen Fokus. Ich glaube fest an einen “talentbasierten” Ansatz. Unsere einzigartige Persönlichkeit und wie wir so “ticken” ist in weiten Teilen so wie sie ist. Daher glaube ich fest, dass wir genau dort ansetzen müssen. Wir müssen uns kennen und eine Umgebung und Wege finden, die zu uns passen.

In einer Stunde passieren keine Wunder, aber ich glaube fest daran, dass ich auch in kurzer Zeit mit Dir den ein oder anderen AHA Moment erleben werde.

Wie Du am Coaching teilnehmen kannst

Ich werde bis zum Jahresende 2019 sechs exklusive Coaching Termine verlosen. Und die erste Runde, die von jetzt bis Ende Juni läuft, ist meinen Leserinnen vorbehalten. Social Media, LinkedIn und Co. müssen also noch warten. Hier auf der Seite hast Du jetzt den Wissenvorsprung.

Melde Dich bis Ende Juni für meinen Newsletter an und Du bist automatisch bei der Verlosung dabei. Ich freue mich so, Dich (besser) kennen zu lernen.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um auch Feedback zu talentista.de zu bekommen. Wenn Du Themenwünsche, Coachingfragen oder Kritik hast: hallo@talentista.de oder ein Kommentar auf diesen Artikel.

 

 

 

Du willst endlich deine Träume verwirklichen und im Vorstellungsgespräch überzeugen? Hier kommen meine Erfahrungsschätze aus mittlerweile 12 Jahren als Bewerber und 5 Jahren als “Ausfrager”/”Vorstellungsgesprächführer”/”Interviewer” (wie heisst eigentlich die Person, die das Vorstellungsgespräch auf der Firmenseite führt richtig?)

Signifikante Unklarheiten vorher klären

Es ist nicht verboten, insbesondere nicht, wenn man bereits zum Gespräch eingeladen wurde, telefonisch Unklarheiten zu beseitigen. D.h. wenn Dir irgendetwas Organisatorisches (zum Beispiel Ort des Gesprächs, Parkmöglichkeiten, Uhrzeit, etc.) noch unklar ist, verlasse Dich nicht auf dein Glück oder den Zufall. Wende Dich nochmals an die Person, die den Gesprächstermin mit dir vereinbart hat. Gerade als Frau sollte man darauf achten nicht hektisch oder unsicher rüberzukommen. Wenn man aber vorher schon eine halbe Stunden einen Parkplatz gesucht hat, oder erfahren hat, dass man aus Versehen durch Unwissenheit schon eine Stunde zu spät ist, stößt sogar die nervenstärkste Lady an ihre Grenzen.

 

Im Vorstellungsgespräch überzeugen?! Bereite dich mental vor

Und damit meine ich jetzt nicht, sich das Unternehmen genau anzuschauen (das ist selbstverständlich!). Sondern ich überlege mir voher ganz genau, was das Unternehmen sich von dieser Stelle verspricht.

Ich versuche also mir die Ziele der Stelle an sich, als auch die Ziele der Besetzung genau zu überlegen. Gründe für die Besetzung können sehr Vielfältig sein. Die Stelle wird vielleicht neu geschaffen, es wird vielleicht ein Nachfolger für einen Abgang gesucht oder eine temporäre Vertretung. Das klingt vielleicht unwichtig (hauptsache die Stelle ist frei, oder?) aber für das Unternehmen kann das unter Umständen einen großen Unterschied machen. Wenn zum Beispiel eine Stelle neu geschaffen wird, gibt es vielleicht noch keine Prozesse. Hier würde ich dann eher in den Vordergrund stellen, wie ich mit einer solchen Situation in der Vergangenheit umgegangen bin, wo ich Prozesse entwickelt und implementiert habe. Wird eine Nachfolge für einen Ausstieg in die Rente gesucht, würde ich eher hervorheben, wo ich bereits Erfahrungen damit gesammelt habe, mich schnell in komplexe Sachverhalten einzuarbeiten und das Vertrauen von Kollegen und Mitarbeitern schnell gewonnen habe.

Selbiges gilt welches Ziel mit der Stelle an sich verfolgt wird. Frage dich vorher welche Funktion genau die Stelle innterhalb und außerhalb des Unternehmens erfüllen soll und welche Aufgaben dadurch auf dich zukommen. Musst Du als Vertriebsleiterin viele Kundentermine wahrnehmen? Oder eher komplexe Vertriebsstrukturen organisieren? Für beide Aufgaben sollte man unterschiedliche Schwerpunkte im Gespräch setzen.

Und schreib das Ganze vorher auf

Auch sehr routinierter Frauen, stehen in einem unter Druck im Vorstellungsgespräch zu überzeugen. Und selbst wenn Du dich sehr gut mit deinem Ansprechpartner unterhälst, solltest Du Notitzen haben. Es kann Dir dadurch nicht passieren, dass Du zu abgelenkt bist, um alle deine Fragen zu stellen. Und Du vergisst auch nicht, alles, was die Firma über Dich wissen sollte loszuwerden. Daher solltest Du dir vorher zum einen alles notieren, was Du aus Deiner Analyse bei Punkt 2 als für die Stelle relevant und erwähnenswert erkannt hast. Zum anderen solltest Du alle Fragen aufschreiben, die Du stellen willst. Und selbst wenn Du nie etwas vergisst und Dir alles auch so merken kannst, dann wirkt so eine schriftliche Vorbereitung auch noch zusätzlich professionell und engagiert – und das schadet auf jeden Fall nie.

Sei mental auf alles gefasst

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Du perfekt alle Fragen zu deinem Lebenslauf beantworten kannst und in allen fachlichen Themen zu der jeweilingen Position eine kompetente Ansprechpartnerin bist. Lass Dich daher nicht durch Unvorgesehenes aus der Bahn bringen und beschäftige Dich vorab schon damit, wie Du mit ungewöhnlicheren Fragen umgehst. Zum Beispiel folgendes:
Das Gespräch wird teilweise auf Englisch (oder in einer anderen für die Stelle relevanten Fremdsprache geführt)
Es werden sog. öffnenden Fragen gestellt (Ein Kollege hat eine Aufgabe zu spät bearbeitet. Sie sind in der Verantwortung und müssen das Thema morgen präsentieren. Wenn sie warten bis er fertig ist, schaffen sie das nicht mehr……etc. Wie verhalten Sie sich?)

Abschätzfragen (von mir auch gerne Beratungsfirmenfragen genannt): Wie schwer ist Manhatten? Wie viele Bäume gibt es im Amazonasgebiet? Wieviel Prozent des Hausmülls in Deutschland machen Babywindeln aus?
Du musst ohne oder mit sehr kurzer Vorbereitung etwas präsentieren (z.B. am Flipchart), zum Beispiel das Thema Deines letzten, großen Projekts.

Behalte immer im Hinterkopf: Bei diesen Themen gibt es meistens kein richtig oder falsch. Der Gegenüber will nur abschätzen wie souverän, selbstsicher und strukturiert Du mit unerwarteten Aufgaben umgehen kannst. Frauen werden in solchen Situationen leider manchmal unsicher, da sie immer alles richtig machen wollen. Kommt nicht sofort ein Lob vom potentiellen Chef (weil dieser sein Pokergesicht aufgesetzt hat) werden wir unsicher. Dies äussert sich dann in hektischen und zu schnellen Sprechen oder die Stimme wird höher und piepsig. Daher erstmal zwei oder dreimal ruhig Durchatmen und die Stimme kontrollieren. Falls man Zeit gewinnen muss kann man auch einfach die Fragestellung und die Prämissen, die man annimmt noch einmal wieder holen. D.h. “Die Frage bezieht sich also auf das Gewicht Manhattens. Manhatten ist eine Halbinsel, die voll bebaut ist. Daher ist für das Gewicht neben der Landmasse auch insbesonder die Dichte und Art der Bebauung wichtig,…..” so gewinnt man Zeit und Ruhe.

 

Überzeugen im Vorstellungsgespräch – dazu gehören auch die Gesprächspausen

Normalerweise erlebt man ein Vorstellungsgespräch sehr intensiv. Man ist angespannt und achtet auf jede kleine Regung des Gegenüber. Der Counterpart ist wahrscheinlich wesentlich weniger nervös (esseiedenn es ist sein erstes Gespräch als Interviewer – dann ist er vielleicht sogar nervöser als Du). Für ihn ist das Gespräch in der Regel eine Routineaufgabe in seiner Agenda (insbesondere gilt das natürlich für Personaler). Daher ist er entspannt und während er einfach über die nächste Frage, die er noch stellen könnte nachdenkt, entsteht unter Umständen eine Pause. Widerstehe der Versuchung, Pausen durch “nachlegen” von unnötigen Informationen oder wiederholen von bereits gesagtem zu füllen. Manche Personaler setzen Pausen auch als bewusstes Mittel ein, um den Bewerber aus der Reserver zu locken. Nach dem Motto: Steht der Bewerber zu dem, was er gesagt hat, oder rudert er vielleicht zurück, wenn er sich unsicher fühlt. Nutze Pausen besser, um ein charmantes und souveränes Lächeln auszusetzen und einen Schluck aus dem Wasserglas zu nehmen

Verbindlicher Abschluss des Gesprächs

Kläre immer verbindlich ab, was die nächsten Schritte sind. Wann bekommst Du eine Rückmeldung? Wie geht es im Bewerbungsprozess weiter? Gibt es noch irgendwelche Tests, Assessments, oder ähnliches, die Du schon mal vorbereiten kannst, etc.) Versuche hier allerdings nicht direkt auf ein Feedback zu drängen (gerade Frauen suchen immer sofort die Bestätigung, dass sie “alles richtig beantwortet” haben). In vielen Unternehmen darf die Personalabteilung/der Fachbereich kein persönliches Feedback geben, bevor nicht alle Bewerber gesichtet wurden. Dies hat oft auch mit betriebsratlichen Bestimmungen zur Fairness für alle im Bewerbungsprozess zu tun. Daher wundere dich nicht, wenn du keine Reaktion direkt im oder nach dem Gespräch bekommst. Verabschiede dich freundlich und trete souverän den Heimweg an. Überzeugen im Vorstellungsgespräch? Das gilt bis zum Schluss.

 

 

 

 

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Die perfekte Thesis, gibt es natürlich nicht. Dennoch gibt es einiges, was Ihr beachten könnt, um Euch das Leben bei so einem Projekt schwerer oder leichter zu machen. Ob man selbst eine Abschlussarbeit (Bachelor oder Master Thesis – früher als mich das noch betroffen hat hieß es Diplomarbeit) schreibt oder später als Firmenbetreuer für einen Bachelorand oder Masterand zuständig ist, sollte man wissen worauf man sich einlässt. Gerade wenn man zum Beispiel nebenberuflich einen MBA macht, ist ein guter Plan durch nichts zu ersetzen. Es kann stressig werden, muss es aber nicht. Ich bin sehr strukturiert gepolt bei solchen Themen. Aus meiner Erfahrung (Schreiber als auch Betreuer) habe ich folgende Tipps für die Bachelor/Master Arbeit für euch. Psssst, auch wenn Du Thesen betreust ist hier ein Tipp für Dich dabei.

Macht euch einen Plan!

Oh je, schon während ich das schreibe hört es sich abgedroschen an, aber es ist einfach wahr. Ein Plan muss her, aber wie? Ich mache diesen Plan (bzw. lasse diesen Plan machen) als Rückrechnung. D.h. ich fange beim Abgabetermin an und rechne zurück. Abgabetermin minus eine Woche für Korrekturen, Abgabetermin minus zwei Wochen für Grafiken auf hübschen, Quellen nachpflegen, Literaturverzeichnisse und Überschriften glattziehen, Formatierungen. Auch brauchen eure Korrekturleser Zeit (ja, man muss Abschlussarbeiten IMMER Korrekturlesen lassen, da man betriebsblind wird ). Abgabetermin minus drei Wochen: Abschluss der Schreibarbeiten an den Kapiteln, ab jetzt sollten nur noch die Übergänge geschrieben werden (z.B. Einleitungen, Hinleitungen, Übergänge zwischen Kapiteln, etc.). Wer so vorgeht, kommt am Ende nicht in Zeitnot und spart sich jede Menge Stress. Es nutzt auch die perfekte Thesis nichts, wenn Du sieht nicht rechtzeitig abgibst.

 

Kenne alle Vorgaben!

Meine Hochschule archivierte alle Arbeiten. Dazu musste man eine Kopie der Arbeit in einem bestimmten Ordner in einer bestimmten Farbe eines bestimmten deutschen Heftordner-Herstellers abgeben. Andere Hochschulen wollen eine gebundene Version oder eine Version auf einem bestimmten Datenträger (Hilfe, was ist ein CD Brenner?) Ohne diese Version der Arbeit fürs Archiv, bekam man keine Anerkennung der Arbeit. Ich wusste das schon irgendwie. Trotzdem habe ich das Ordner Thema knallhart unterschätzt. Dafür kenne ich jetzt alle Schreibwaren-Geschäfte in und um Stuttgart. Hätte ich mich vorher drum gekümmert, wären mir panische Telefonanrufe (“nein, nicht das grasgrün, sondern das moosgrün”….”nein, ich weiss die Farbcode Bezeichnung nicht. Was für ein Farbcode, denn?”) und Fahrten in Geschäfte in dörflichen Regionen (Öffnungszeiten von 15 bis 18 Uhr) erspart geblieben.

 

Ignoriere unangenehme Themen nicht!

Es gibt viele Probleme im Berufsleben, die man durch Aussitzen lösen kann. Wo ich Probanden für eine Befragung herbekomme, die ich Durchführen muss, um Primärdaten für meine Arbeit zu generieren, gehört leider nicht dazu. Plane keine Wunder ein, sondern kümmere dich um Knackpunkte für die Arbeit so früh wie möglich. Sonst gibt es Probleme und der tolle Plan, den man sich am Anfang gemacht hat geht nicht mehr auf. Selbiges gilt für Urlaubszeiten. Im Juli oder August erreicht man Menschen in Firmen schlecht. Das muss man wissen und einplanen.

 

Profitipp für Betreuerinnen!

Wir Frauen haben oft Helferkomplexe. Und wir sind ordentlich, strukturiert und haben super Ideen. Außerdem haben wir Mitleid mit dem kleinen Häufchen Elend von Bachelorand, der verzweifelt vor uns sitzt und uns aus großen, traurigen Augen anschaut, weil er absolut keine Ahnung hat, was er in das Kapitel xy reinschreiben soll. Wiederstehe dem Relfex deinen Bacheloranden und Masteranden alles abzunehmen. Ich muss mir da selber ständig auf die Finger hauen. Klar, betreuen ja, „entweder-oder Entscheidungen“ Treffen, die der Bachelorand vorbereitet hat, auch gerne. Aber ich weigere mich, meinen Bacheloranden und Masteranden etwas in die Feder zu diktieren. Und damit tue ich ihnen meiner Meinung nach auch einen Gefallen: Sie dürfen nämlich selbst lernen, wie es geht und darum geht es ja auch bei so einer Arbeit. Dann gehört der Erfolg am Ende auch wirklich Deinen Schützlingen. Und immer daran denken genauso wenig, wie es die perfekte Theis gibt, gibt es auch nicht DIE perfekte Betreuung. Finde Deinen eigenen Stil und Dein eigenes Konzept.

 

 

 

 

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