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Wieso ticken Frauen bei der Karriereplanung anders? Oder auch: warum gibt es Dein Angebot nicht für Männer? Diese oder ähnliche Fragen werden mir regelmäßig gestellt, wenn ich über talentista berichte.

Jeder junge Mensch kann von Mentoring profitieren

Zunächst mal ist mir eines dabei sehr wichtig: Jeder (junge) Mensch profitiert meiner Meinung nach, wenn er oder sie Unterstützung bei der Entwicklung eines gewissen Lebensplans oder auch einer gezielten Karriereplanung bekommt. Ob Mann oder Frau – das kann meiner Meinung nach fast jede(r) gebrauchen. Manche haben das Glück durch bestimmte Charaktereigenschaften und die Erziehung eine sehr gute Resilienz mitbekommen zu haben und quasi wie von selbst immer wieder auf den richtigen Kurs zu kommen. Aber wie ich hier auch schreibe, das ist Glück! Und so ein großes Glück über so eine gefestigte Persönlichkeitsstruktur zu verfügen, hat schlicht nicht jeder. Manche Menschen haben auch tolle Vorbilder in ihrem Leben, die es vielleicht sogar schaffen eine Mentorenrolle einzunehmen, ohne bewusst oder unbewusst emotionalen Druck aufzubauen. Aber auch hier hat der Zufall seine Finger im Spiel.

Insofern meine These: fast jeder profitiert von einem vernünftigen Mentoring – ob Mann oder Frau.

Warum talentista dennoch ein Angebot für Frauen ist

Trotzdem habe ich mich bewusst dazu entschieden, talentista gezielt als ein Angebot für Frauen aufzusetzen. Nochmal ganz wichtig: Nicht weil ich glaube, dass Frauen hier besondere Nachhilfe brauchen. Sondern weil ich mich in meinem Angebot genau auf diese Zielgruppe spezialisieren möchte. Denn in meinem Buch stecken 5 Jahre Forschung und Studienwälzen und daher weiß ich, an welchen Stellen die Knackpunkte liegen, die weibliche von männlicher Karriereplanung unterscheidet. Außerdem kann ich viel mehr von meinen persönlichen Erfahrungen als Frau berichten und dadurch viel mehr Authentizität und Emotionalität in das Programm einbringen. Und das gibt mir wiederum das Gefühl, etwas Sinnvolles in der Welt zu bewegen.

An welchen Stellen ticken Frauen bei der Karriereplanung anders?

Zunächst einmal lässt sich natürlich auch die Gruppe der Frauen nicht über einen Kamm scheren. Auch innerhalb dieser sehr großen Gruppe gibt es selbstverständlich noch viele weitere differenzierende Merkmale neben dem Geschlecht. Ich treffe introvertierte und extrovertierte Kundinnen mit unterschiedlichsten Charaktereigenschaften. Das heißt mit dem Thema Frau ist es noch lange nicht getan, da fängt meine Arbeit erst richtig an. Dennoch kann ich drei Punkte festnageln, an denen ich bei den meisten Frauen Handlungsbedarfe sehe. Und das bestätigen nicht nur die Studien, die ich für mein Buch gewälzt habe sondern auch meine Coachingpraxis.

Knackpunkt 1: Unconcious Bias

Der Unconcious Bias oder die unbewusste Ungleichbehandlung sorgt dafür, dass Mädchen von Geburt an anders behandelt werden als Jungs. Oder umgekehrt. Auch unter dem klingenden Namen „die blau-rosa Falle“ bekannt. Und natürlich müssen wir in Deutschland gar nicht auf die unbewusste Ungleichbehandlung schauen. Denn es gibt auch noch weite Teile der Gesellschaft, die sogar bewusst einen Unterschied zwischen Männern und Frauen machen. Zum Beispiel, indem völlig unterschiedliche Erwartungen an die Geschlechter gerichtet werden. 35% aller Deutschen glauben auch heute noch, dass Frauen ihren Berufswunsch der Familie unterordnen sollten. Und eine Befragung von jungen Erwachsenen bestätigte ebenfalls, dass 21% der jungen Frauen angaben, dass Verwandte ihnen aktiv vom Besuch einer weiterführenden Schule oder einem Studium abgeraten hätten. Bei den Jungen in der Vergleichsgruppe waren es deutlich weniger.

Was Frauen aus diesen bewussten oder unbewussten Ungleichbehandlungen machen ist sehr unterschiedlich. Einige leiden lange unter mangelndem Selbstwert, andere versuchen besonders forsch und hart aufzutreten.

Knackpunkt 2: Weibliche Motivatoren sind oft andere

Auch heute noch wird in vielen Firmen erwartet, dass potenzielle Führungskräfte bestimmte Verhaltensmuster an den Tag legen. Tun sie dies nicht, werden sie oft gar nicht erst als solche erkannt. Ein großes Beispiel dafür ist die sogenannte Machtmotivation: wie deutlich zeigst Du, dass Du Karriere machen willst und wie selbstverständlich zeigst Du die Zeichen der Macht und nutzt diese, um Deine Interessen durchzusetzen? Und genau in den Antworten auf diese Fragen unterscheiden sich viele Frauen von Männern. Sie sind anders motiviert. Nämlich eher dadurch, Wertschätzung und Anerkennung aus der Gruppe zu bekommen. Oder die Möglichkeit zu haben, eine sehr sinnhafte Tätigkeit zu übernehmen, bei der sie auch Empathie und Intuition einsetzen können. In der Leistungsmotivation hingegen gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Doch das wird oft verkannt, wenn das offensichtliche Streben nach Macht verhaltener ist.

Knackpunkt 3: Torschlusspanik

Durch das Thema Familienplanung aber auch das Altern im Allgemeinen, setzen sich Frauen viel stärker selbst unter Druck als Männer. Gerade die 30 üben hier auf viele junge Frauen einen großen Druck aus. Unrealistische Erwartungshaltungen an sich selbst, sind die Folge solcher Glaubenssätze wie: „Wenn ich ein Kind habe, kann ich sowieso nichts mehr erreichen“. Oder wenn ich bis Mitte Dreißig nicht meinen Traumjob gefunden habe, kann ich sowieso nie wieder etwas verändern. Solche oder ähnliche Sätze begegnen mir in meiner Coachingpraxis oft. Ambitionen schnell etwas erreichen zu wollen, sind ja auch per se nicht schlecht, aber wenn diese zu schädlichen und zwanghaften Denkmustern führen, werden sie Dich definitiv behindern.

 

Dies sind nur drei Gründe oder Themengebiete, in denen sich jungen Frauen schlicht andere Fragen stellen als jungen Männern. Und meine Leidenschaft ist es hier gemeinsam anzusetzen, die Knackpunkte zu überwinden und zu einer zielführenden Strategie und einem realistischen Umsetzungsplan zu kommen.

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