Work-Life-Balance ein Mythos?!

Für mich ist Work-Life-Balance ein Mythos. Warum? Irgendwie klingt dieser Begriff für mich so, als hätte man zwei verschiedene Leben: Ein Berufsleben und ein privates Leben, die komplett getrennt voneinander sind.

Was bringt Deine Karriere in Balance

Ich glaube aber genau das nicht. Sondern ich glaube wir haben EIN Leben und sind EINE Person. Der Job des Arbeitgebers ist es also nicht, da eine Balance zwischen Beruf und Privat herzustellen. Sondern ich sehe die Herausforderung von moderner Arbeit darin, eine Integration zu ermöglichen. Ich darf ich sein, zu Hause und auf der Arbeit. Natürlich leben wir dabei nicht in einem Utopia. Es gibt immer Momente, in denen ich mich im Job anders verhalte, als ich das privat tun würde. Zum Beispiel schaffe ich es im Job auch vor dem ersten Kaffee höflich zu sein, privat eher nicht…

Aber für mich bedeutet Integration Deiner Persönlichkeit auch nicht, Kinderstube oder ein Mindestmaß an persönlicher Hygiene über Bord zu werden, sondern für mich geht es hier um grundlegendere Dinge.

Meine Persönlichkeit soll nicht vor der Tür bleiben

Ich verstehe unter Work Live Integration, dass ich meine Persönlichkeit mit einbringe. Darunter verstehe ich: Meine Motivation, meine Talente, meine Werte – all das will ich nicht an der Tür zur Arbeit abgeben, sondern all das will ich einbringen (dürfen). Soweit so gut, die meisten Arbeitgeber beginnen das zu verstehen, zumindest glaube ich das in den inflationären „Purpose“ Kampagnen vieler Unternehmen zu erkennen. Mittlerweile ist klar geworden: Ein Job muss nicht nur die Brötchen bezahlen, sondern auch sinnstiftend sein. Aber reicht das aus, um wirkliche Work-Live-Integration zu ermöglichen? Ich finde: Nein!

Work-Life-Balance ein Mythos?

Meine Leidenschaft sinnstiften einbringen, das finden die meisten Arbeitgeber wenn nicht auf den ersten, dann zumindest auf den zweiten Blick positiv. Immerhin zeigt dies, dass ich motiviert dabei bin. Aber zur erfolgreichen Work-Life-Integration gehört für mich auch, darf ich mich auch auf die Arbeit mitbringen, wenn ich temporär nicht zu 100% funktioniere? Oder funktionieren will? Erkennt mein Arbeitgeber es positiv an, wenn ich zum Beispiel ein Sabatical machen will, um mich weiter zu bilden? Wird mein Chef plötzlich komisch, weil ich entscheide zu reduzieren, um meine Eltern zu pflegen? Oder hat mein Unternehmen den Weitblick, zu erkennen, dass genau solche Investitionen in uns selbst, dazu führen, dass wir reifen, wachsen und hinterher mehr wissen, als vorher.

Der 100% Mitarbeiter eine Illusion

Denn kein Mitarbeiter wird 40 Jahre lang auf einem 100% Niveau arbeiten. Früher oder später stellt sich für jeden die Frage, wie offen und ehrlich er mit Phasen von unter 100% mit seinem Arbeitgeber und genauer seinem Chef er sein kann. Bieten wir unseren Mitarbeitern Integration auch auf kleinerer Flamme. Schätzen wir ihren Invest auch wenn er einmal nicht direkt bei uns erfolgt? Oder zwingen wir die Mitarbeiter in den Untergrund. In dem sie uns als Arbeitgeber entweder solche Phasen verschweigen (mit den entsprechenden Folgen) oder in dem wir sie zum Rückzug auf arbeitsrechtliche Zugeständnisse zwingen.

Meine Meinung ist: Gute Unternehmen bieten Work-Life-Integration und erlauben und befähigen Ihre Mitarbeiter zu einem offenen Umgang auch mit privaten Herausforderungen. Mitarbeiter zahlen das zurück – mit Motivation und Leistungsbereitschaft. Meine (Privat) Meinung: Motivation lässt sich nicht erzwingen aber mit einer authentischen Work-Live-Integration definitiv fördern.

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